Allergien und Infektionen – Wie das Fieber und die Nuss zusammen fanden.


Bei ca. 30% der Deutschen wurde mindestens eine Allergie diagnostiziert, so das Robert-Koch-Institut (1). Besonders Kreuzallergien und mit ihnen die Nahrungsmittelallergien sind von immer größerer Bedeutung. Kreuzallergien sind allergische Reaktionen auf mehrere ursächliche Stoffe durch ein ähnliches Allergen. So besitzen beispielsweise Birkenpollen ein Allergen, welches in ähnlicher Form bei Äpfeln oder Nüssen zu finden ist und somit auch beim Verzehr dieser Nahrungsmittel eine allergische Reaktion hervorrufen kann. Allergene sind spezifische Inhaltsstoffe von beispielweise einem Nahrungsmittel, welche eine Überreaktion des Immunsystems auslösen und somit eine Allergie verursachen können (2).  

Hinzu kommen Allergie verstärkende Faktoren. Zu diesen zählen unter anderem Sport, die weibliche Menstruation, einige Medikamente, Alkohol, die Körpertemperatur und akute Infektionen. Als Allergie verstärkende Faktoren werden Mechanismen bezeichnet, welche die Reaktionsschwelle eine Allergie auszubilden senken oder Symptome der jeweiligen Allergie verschärfen können. Bei der erniedrigten Reaktionsschwelle geht es darum, dass durch eine wesentlich geringer Menge eines Lebensmittels eine allergische Reaktion ausgelöst wird als üblicherweise. Eine stärkere Symptomatik bezieht sich darauf, dass bei selber Menge eines Nahrungsmittels wesentlich gravierendere Beschwerden auftreten können. Hier kann es beispielsweise durch verstärkende Faktoren zu einem anaphylaktischen Schock kommen. Dieser geht mit einem plötzlichen Blutdruckabfall einher und kann bis zu einer lebensbedrohlichen Bewusstlosigkeit führen (3).  

Die Infektionen spielen bei Allergien eine entscheidende verstärkende Rolle. Während einer akuten, also gerade stattfindenden Infektion, ist die Reaktionsschwelle bei Lebensmitteln wesentlich niedriger. Dies lässt sich durch das mit Infektionen häufig einhergehende Fieber und der damit erhöhten Körpertemperatur erklären. Durch das Fieber kommt es zu einer verstärkten Blutzirkulation und dadurch zu einer schnelleren Verbreitung von Allergenen. Besonders bei entzündlichen Magen- und Darmerkrankungen mit gleichzeitiger Störung der Schleimhäute in diesen Bereichen ist die Barriere, die sonst Allergene vom Eintritt in den Blutkreislauf abhält gestört. Das Resultat ist eine vermehrte Aufnahme von Allergenen, die eine Reaktion des Immunsystems und somit eine Allergie hervorrufen können (4).  

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Infektionen bei Allergien eine entscheidende Rolle spielen. Nicht nur die Symptome können verstärkt werden und zu einem lebensbedrohlichen Problem wie dem anaphylaktischen Schock führen, sondern auch die Schwelle, die übertreten werden muss um eine Allergie auszulösen, ist herabgesenkt. Somit sollte bei einer Infektion besonders in Kombination mit Fieber vermehrt auf das Mitführen von Notfallmedikamenten geachtet werden. Selbst beim Verzehr von kleinen Mengen eines Nahrungsmittels, kann es zu gravierenden Beschwerden kommen. Achten Sie bei einer fiebrigen Infektion daher auf eine Schonkost und gönnen Sie Ihrem Körper eine Ruhepause, um sich von dem Infekt ausreichend erholen zu können.


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Literatur

  1. Langen et al. (2013). Häufigkeit allergischer Erkrankungen in Deutschland. Robert-Koch-Institut. 56: 698-706.
  2. Henzgen et al. (2005). Nahrungsmittelallergien durch immunologische Kreuzreaktionen. Allergo Journal. 14: 48-59.
  3. Niggemann & Beyer (2014). Factors augmenting allergic reactions. European Journal of Allergy and Clinical Immunology. 69: 1582-1587.
  4. Wölbing et al. (2013). About the role and underlying mechanisms of cofactors in anaphylaxis. Allergy. 68:1085–1092.

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