Allergien und Sport – Wenn beim Sport die Luft raus ist!


Der Hals wird eng, die Luft wird knapp und das Ziel scheint in immer größerer Entfernung. Alle freuen sich nach einem langen Winter auf die ersten Sonnenstrahlen des Frühlings nur die Ausdauersportler nicht. Für die beginnt mit den ersten warmen Tagen zwar wieder das Outdoor-Training aber auch die Allergiesaison hat ihren Höhepunkt. Pollen fliegen durch die Luft und machen das atmen schwer. Die Schleimhäute schwellen an, die Lunge zieht sich zusammen und man hat das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen.  

Sport stellt für Allergien einen verstärkenden Faktor dar. Diese verstärkenden  Faktoren führen dazu, dass die Reaktionsschwelle herabgesetzt oder die Symptome intensiviert werden.

Als Reaktionsschwelle wird die nötige Menge eines Allergens beschrieben, welches eine Allergie auslöst. Dies bedeutet beispielsweise, dass anstatt des Verzehrs eines kompletten Nahrungsmittels, nun Spuren dieses Lebensmittels ausreichen können, um eine allergische Reaktion hervorzurufen. Ein Allergen ist ein spezifischer Inhaltsstoff, beispielsweise in einem Nahrungsmittel, welcher eine Überreaktion des Immunsystems auslöst und somit zu einer Allergie führt. So kann Sport einen allergischen Schock verursachen. Beim allergischen Schock kommt es zum Blutdruckabfall, bis hin zur Bewusstlosigkeit.

Allergien müssen keinesfalls ein Leben lang andauern. Einige Allergien, die im Kindesalter auftreten, können sich mit der Zeit abschwächen und spielen im Erwachsenenalter keine bedeutende Rolle mehr.  Beispielsweise können Lebensmittelallergien durch den Verzicht des allergieverursachenden Nahrungsmittels verschwinden und im späteren Lebensalter beschwerdefrei wieder verzehrt werden. Jedoch kann durch Sport die erworbene Toleranz gegenüber eines Lebensmittels verloren gehen und erneut Symptome auftreten.

Der Einfluss von Sport auf eine Nahrungsmittelallergie hat einen sogenannten dose-response Charakter. Also je höher die Menge an möglicherweise allergieauslösenden Nahrungsmitteln und je größer die Anstrengung beim Training ist, desto stärker ist die allergische Antwort. Das Training hat einen Einfluss auf die Verträglichkeit der Lebensmittel, die bis zu vier Stunden vor und eine Stunde nach dem Training verzehrt werden. Verschiedene körperliche Mechanismen werden als Ursache hierfür angesehen. So führt die verstärkte Muskelaktivität beim Training zu einer erhöhten Körpertemperatur und somit zu einer gesteigerten Blutzirkulation, was einen Einfluss auf die Allergene im Darm hat. Weiterhin senkt sich beim Sport der pH-Wert durch die vermehrte Freisetzung von Fettsäuren und eine Histaminfreisetzung wird begünstigt. Histamin ist einer der Stoffe, der bei einer allergischen Reaktion ausgeschüttet wird und die typischen Symptome auslöst.   

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Allergien im Bereich des Sports ein großes Problem darstellen. Das Training kann dabei zu einem starken gesundheitlichen Problem werden, wenn es zu einem allergischen Schock kommt. Deshalb ist es wichtig, sich über die folgen von Sport bei einer Allergie im Klaren sein und dementsprechend das Training oder die Ernährung anpassen. Achten Sie darauf als Allergiker immer ihre Notfallmedikamente beim Sport bei sich zu tragen, um einer allergische Überreaktion frühzeitig entgegen wirken zu können.

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  Literatur

  1. Niggemann & Beyer (2014). Factors augmenting allergic reactions. European Journal of Allergy and Clinical Immunology. 69: 1582-1587.
  2. Garcia-Ara et al. (2003). Cow¢s milk-dependent, exercise-induced anaphylaxis: Case report of a patient with previous allergy to cow¢s milk. Journal of Allergy and Clinical Immunology. 111(3): 647-648.
  3. Barg et al. (2008). Food-Dependent Exercise-Induces Anaphylaxis: Possible Impact of Increased Basophil Histamine Releasability in Hyperosmolar Conditions. Jornal of Investigational Allergology and Clinical Immunology. 18(4): 312-315.

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