Ältere Frauen profitieren von mehr Eiweiß


Aktuelle Untersuchungen unterstreichen, wie wichtig eine ausreichende Proteinversorgung für ältere Frauen ist. Eine Studie der Purdue Universität in den USA kam zu dem Ergebnis, dass ältere Frauen davon profitieren würden, 29% mehr Eiweiß zu sich zu nehmen als es die aktuellen Richtlinien empfehlen.

Zurzeit unterscheiden sich die empfohlenen Eiweißmengen für jüngere und ältere Frauen nicht. Eine 19-Jährige soll demnach die gleiche Menge Eiweiß zu sich nehmen wie eine 70-Jährige. Die Fachgesellschaften für Ernährung haben keinen speziellen Bedarf erkannt. Die Ergebnisse der neusten Studie deuten jedoch darauf hin, dass die zurzeit empfohlene Proteinzufuhr für ältere Frauen zu gering ist. Welche Mengen ältere Frauen genau benötigen, muss in nachfolgenden Studien geklärt werden.

Die Empfehlungen der Fachgesellschaften für Ernährung spielen eine bedeutende Rolle, da sich viele Institutionen wie Kliniken, Krankenhäuser und Heime an ihnen orientieren. Doch mehrere Studien zeigen, dass sich eine höhere Eiweißaufnahme bei älteren Frauen positiv auswirkt.

Noch stützen sich die Empfehlungen für die Eiweißaufnahme auf Studien, die mehrere Jahrzehnte alt sind. Damals wurden Untersuchungen mit jüngeren Frauen durchgeführt. Die entstandenen Ergebnisse wurden einfach auf ältere Frauen übertragen. Wissenschaftler kritisieren, dass die damaligen Methoden nicht ideal für die Bestimmung des Proteinbedarfs für ältere Personen seien.

Ein Forscherteam aus den USA hat eine neue nicht-invasive Methode entwickelt, um Proteinmengen zu bestimmen. Zunächst wurde die „Aminosäuren-Oxidation-Methode“ bei Kindern und jungen Männern eingesetzt. Für die 3-monatige Studie der Purdue Universität wurde sie erstmals bei älteren Menschen angewendet. In dieser Studie konsumierten sechs Frauen zwischen 80 und 87 Jahren Getränke mit 20 Aminosäuren, den Bausteinen für Proteine/Eiweiße. Die Aminosäuregehalte der Getränke unterschieden sich an den jeweiligen Testtagen.

Wenn nicht genügend Aminosäuren mit der Nahrung aufgenommen werden, kann der Körper nicht so viele Proteine bauen. Diese sind lebenswichtig und werden für eine Vielzahl an Prozessen im Körper benötigt. Wenn den Frauen nur geringe Mengen an Aminosäuren zugeführt wurden, dann war der Gehalt an Aminosäurebestandteilen in der Atemluft höher. Das bedeutet, die Aminosäuren wurden auseinandergebrochen anstatt Proteine aus ihnen zu bilden. Mit ansteigender Aminosäurezufuhr sank die Menge der ausgeatmeten Bestandteile. Bedeutet also, die Körper der Frauen waren in der Lage mehr Proteine herzustellen.

Dieser Fund ist von besonderer Bedeutung, da Menschen mit dem Alter an Muskelmasse verlieren. Muskelverlust führt zu Schwäche, erschwert den Alltag und erhöht das Risiko zu stürzen. Eine entsprechende Aufnahme an Proteinen ist somit besonders wichtig, damit dem Körper genügend Aminosäuren zur Verfügung stehen, um unter anderem Muskelmasse zu erhalten.

Wenn Menschen älter werden, benötigen sie eine geringere Energiezufuhr. Viele Menschen können zudem keine großen Portionen mehr essen. Als Folge nehmen sie weniger Eiweiße aus der Nahrung auf. Die Studie hatte nur eine geringe Teilnehmerzahl, dennoch deutet sie darauf hin, dass dieser Entwicklung entgegengewirkt werden muss. Kommende Studien werden sich damit auseinandersetzen, welche Proteinmenge für ältere Menschen empfehlenswert ist. Die Forscher schätzen, dass die Richtlinien um mindestens 29 Prozent angehoben werden müssen.

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