Antibiotika können Gewichtszunahme fördern

In der Massentierhaltung kommen täglich hohe Mengen an Antibiotika zum Einsatz - unter anderem damit die Tiere leichter zunehmen. Hat das auch einen Einfluss auf unseren Bauchumfang? Schon in den 40er Jahren stellte sich heraus, dass Antibiotika das Mästen der Tiere unterstützen. Wissenschaftler entdeckten damals, dass schon eine geringe, reguläre Dosis die „Fütterungseffizienz“ steigert. Das bedeutet, Antibiotika bewirkten, dass die Tiere mehr Masse pro Pfund Futter zunahmen. Niemand verstand den Grund, aber die Landwirte begannen sich dieses Wissen zum Nutzen zu machen. Als in den 1980er Jahren mehr und mehr industrielle Viehzuchtbetriebe eröffnet wurden, war es bereits Gang und Gäbe die Tiere mit Antibiotika-gewürztem Futter zu mästen.

Ursache der Gewichtszunahme:

Einige Wissenschaftler könnten jetzt endlich herausgefunden haben, warum kleine Mengen an Antibiotika „das Wachstum fördern“ können: Die eingesetzten Antibiotika bewirken subtile Veränderungen des Darm-Mikrobioms, das wimmelnde Universum von Billionen Mikroorganismen, die im Verdauungssystem leben. Neuste Wissenschaft, die sich mit dem Mikrobiom befasst, belegt den Zusammenhang von Darmbakterien und der Gesundheit – von immunabhängigen Reaktionen wie Allergien und Asthma bis hin zur Fähigkeit pathogene Eindringlinge abzuwehren. In einer Studie, die im August 2012 in dem Magazin Nature publiziert wurde, gaben Forscher Mäusen geringe Dosen Antibiotika. Das Ergebnis: Nach sieben Wochen hatten die Mäuse eine andere Bakterienzusammensetzung in ihrem Darm als die Kontroll-Gruppe, die keine Antibiotika verabreicht bekamen, - außerdem hatten die Anibiotika-Mäuse 10-15 Prozent mehr Fettmasse zugelegt. Wieso? Mikroorganismen in unserem Darm haben die Fähigkeit bestimmte Kohlenhydrate und andere Stoffe zu verwerten, die wir nicht verdauen können. Antibiotika scheinen die sowohl die Anzahl als auch die Fähigkeit solcher Bakterien zu steigern – über die Darmschleimhäute gelangen mehr gespaltene Kohlenhydrate in den Körper und werden in Form von Fett gespeichert. So konnten die Antibiotika-Mäuse von der gleichen Diät mehr Energie als die Kontroll-Gruppe aufnehmen. Toll, wenn man einen riesigen Stall voll Rindvieh mästen möchte.

Doch was ist mit der zweibeinigen Spezies ‚Mensch‘, die ebenso mit  Antibiotika in Berührung kommt?

Dasselbe Forscherteam hat sich mit dieser Fragestellung beschäftigt. Die Wissenschaftler analysierten Daten einer britischen Studie aus den 90er Jahren, um herauszufinden, ob ein Zusammenhang zwischen Antibiotikaeinnahme und dem Gewicht von Kindern bestehen könnte. Die Studie bezog 11 000 Kinder ein, von denen ungefähr ein Drittel vor dem Alter von sechs Monaten mit Antibiotika behandelt wurde. Die Babys, denen Antibiotika verabreicht wurde, hatten eine 22 Prozent höhere Chance im Alter von drei Jahren übergewichtig zu sein als diejenigen, die nicht behandelt wurden. (Im Alter von sieben Jahren scheint der Effekt jedoch nicht mehr vorhanden zu sein.) Die Verbindung wirft eine weitere offensichtliche Frage auf: Sind wir durch unseren Fleischkonsum kleinsten Mengen an Antibiotika ausgesetzt und verändern diese unsere Darmflora? Durch Behörden, Gesetze und regelmäßige Kontrollen, die nur geringste Rückstände zulassen, sollten wir uns eigentlich nicht in Gefahr befinden. Regelmäßig auftretende Lebensmittelskandale und die Warnungen einiger Wissenschaftler behaupten jedoch das Gegenteil. Eine kürzlich erschienene Studie zeigt, dass selbst geringste Spuren von Antibiotika einen Effekt auf Mikroorganismen haben könnten. Die Forscher nutzen Fleisch, das solche noch zulässigen Mengen an Antibiotika enthielt, und stellten daraus auf traditionelle Weise Wurst her, in die sie Milchsäureproduzierende Bakterien einimpften. Normalerweise breitet sich die Milchsäure in der Wurst aus und tötet pathogene Keime wie E.coli. Die Wissenschaftler beobachteten jedoch, dass die Antibiotika-Spuren ausreichten, um die Ausbreitung der Milchsäurebakterien zu verhindern, während sie E.coli gedeihen ließen. In anderen Worten: Sogar in kleinsten Mengen können Antibiotika „gute“ Bakterien vernichten – und tödliche Keime unterstützen. Es liegen zurzeit noch keine ausreichenden Informationen vor, ob das Fleisch, das wir essen, in unsere Darmflora eingreift. Es scheint sich aber um keine unsinnige Vermutung zu handeln.   Autor: KG Bild: Petra Bork/ pixelio.de

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