Attila Hildmann „Vegan for Fun: Vegane Küche die Spass macht“


Rezension und Kritik des Top-Sellers  von Attila Hildmann „Vegan for Fun: Vegane Küche die Spass macht“ – Ein neuer Starkoch wird gerade geboren: Attila Hildmann – der „zukünftiger Kultkoch“ (Fit for fun) oder auch „der Jamie Oliver nur ohne Fleisch“ (Sat1). Bereits mit fünf kommerziell sehr gut laufenden Büchern ist er auf dem Markt.  Vegan for Fun und Vegan for Fit sind wohl seine am besten editierten Werke der letzten Zeit. Es müsste aber wohl eher heißen Vegan for Profit. Denn es lohnt ein Blick in das gesamte Marketing-Konzept dieses up-coming Stars.
Erst einmal aber zum Buch Vegan for Fun, dass für 24,95 Euro derzeit über die Ladentheke geht. Hildmann ist sicher kein Vorreiter in Sachen veganer Küche, ein Vorreiter in Sachen Mainstream-Vermarktung von Nischeninteressen aber schon. Das Buch ist dabei eine gezielte Mischung aus Kochbuch und Lifestyle-Buch. Ganz klar, er kreiert eine Geschichte, ein Weltbild, das Ansatzpunkte für so manchen Hipster auf der Öko-Wellness-Gesundheits-Welle bieten kann.  Sein Buch ist in diesem Sinne auch ein guter Einstieg in die vegane Küche. Auf 192 Seiten kommen  37 Rezepte zusammen, die mehr oder weniger die konventionelle Mainstream-Küche adaptieren – nur eben mit veganen, tierfreien Bestandteilen, also ohne Fleisch, Milch und Ei. Da kann man Couscous-Salat, Döner, Baguettes und Sandwiches sowie zahlreiche Pastagerichte vegan nachkochen. Zudem finden sich auch Süßigkeiten wie Raffaelo-Pralinen, Mousse au Chocolat, Tiramisu oder Donauwelle im Buch. Das ist jedoch nicht nur ziemlich dünn für ein Kochbuch, sondern auch ziemlich unkreativ. Denn was hier gehypt wird, ist konventionelle Küche vegan gepimpt. Langweilig mehr nicht. Wer sich bereits mit vegetarischer bzw. veganer Bio-Küche auskennt, der kann von diesem Buch nur enttäuscht sein.
Interessant ist aber, welch einen Rummel er und seine Marketingstrategen um seine Küche machen. Auf seiner Homepage heißt es etwa, dass er mit seiner neuen Küche „ nicht nur etwas für seine Gesundheit, sondern gleichzeitig auch etwas für den Planeten tun [wollte]“. Und was macht Herr Hildmann, um den Planten zu retten? Er hört auf, Fleisch und andere tierische Produkte zu essen und er beginnt, zu trainieren, um abzunehmen.  Laut Selbstdarstellung brachte ihn diese Lebensumstellung zur veganen Küche in Kombination mit Sport zu einem „eindrucksvollem Gewichtsverlust von 35 Kilogramm“ (siehe Homepage von Hildmann). Um das zu dokumentieren, offenbart er seinen geneigten Lesern mehrere Nacktfotos aus seinen „dickeren Zeiten“, die leider sehr unappetitlich sind und uns mit Brachialgewalt davon überzeugen sollen, dass alle Ernährungsberater und Ärzte irren und nur er des Abnehm-Gesund-sein- Rätsels Lösung gefunden hat: „Aber sein alter Feind, das Cholesterin, ist immer noch und sogar mehr denn je im Blut zu finden. Wie kann das sein? Der vermehrte Milchprodukt-Konsum ist des Rätsels Lösung.“ Und siehe da. Neben diesen Fotos präsentiert er stolz, nein, nicht ein 6-Pack, sondern sein 8-Pack. Alle Fotos sind im Übrigen mit dem feinen Slogan Fatass to badass überschrieben. Aber das reicht nicht, um zu Überzeugen. Um seine Expertise in Gesundheitsfragen zu unterstreichen, verweist er zudem auf seine akademischen Abschlüsse. Und was sollte es anderes sein als der Scan seines Physik-Vordiploms.
„Ersetze Fleisch durch Tofu und Kuhmilch durch Sojamilch“. Ganz so einfach rettet man den Planeten nicht. Denn die größten Anbauer von Sojabohnen verwenden genmanipulierte Saaten. Auch ist Vorsicht mit anderen Ersatzprodukten gefragt. Ei-Ersatzpulver etwa. Was ist da eigentlich drin? Mais- und Kartoffelstärke, Guarkernmehl, Palmöl und Zellulose. Für Palmöl wird der Regenwald gerodet, Guarkernmehl kommt auch von sonstwo und steht selbst in Verdacht allergen zu sein und Schädigungen von Speiseröhre, Magen und Darm zu verursachen. Als risikoreicher Schlankmacher ist es einschlägig bekannt. Fazit: Vegane Küche kann zur abwechslungsreichen Ernährung beitragen und die kulinarische Kreativität fördern. Dieses Buch aber leider nicht.

15 Kommentare

  • Andreas

    Er kann über das Kochbuch denken was er will – mit Nahrungsmitteln kennt sich der Autor nicht aus. Das Soja, das für die Produkte für den direkten menschlichen Verzehr (Tofu, texturiertes Sojafleisch, Sojamilch) angebaut werden, sind eben NICHT genetisch verändert. Nur das für die Sojaschrotproduktion (Tierfutter). Und: nicht in jedem Ei-Ersatz ist Palmöl drin! Und Guarkernmehl wird doch hier nur als Bindemittel löffelchenweise benutzt. So ein Unsinn, was hier mal wieder geschrieben wird. Auch die "Fakten zu Hildmann sind schludrig zusammengeklaubt. Eine völlig unqualifizierte Rezension: unsachlich, polemisch und schlecht recherchiert.

  • Corinna Lenz

    Lieber Autor SF,

    wenn sich jeder so wie Herr Hildmann ernähren würde, wäre dem Planeten natürlich geholfen. Es ist schade zu lesen, dass Sie dies so negativ abtun.

    Ich finde das Buch sehr gut!

  • Christoph

    Ich mir ebenfalls das Buch vor 2 Tagen gekauft. Ich habe lange mit mir gerungen, da Herr Hildmann für Charakterlich eine Nulpe ist, aber das spricht ja nicht für seine “Kochkunst”.

    Als ich das Buch das erstemal durchschaute, war ich sehr enttäuscht. Seinen charakterlichen Stil hat er 1 zu 1 in das Buch übernommen und ich empfinde es eigentlich schon eine Frechheit, dass Buch als Kochbuch und nicht als Schmueddelheft zu bezeichnen.

    197 Seiten mit 37 Rezepten und das ganze für 22,90 Euro. (Angebot bei uns)
    Ja leck mich Fett…
    Das sich Herr Hildmann nicht schämt, für sein Fotoalbum auf dem er seinen möchtegern Sixpack (ja richtig, Sixpack, denn der Bauch besteht nun mal nur aus 6 Muskelkammern und das wird ein Bioveganer nicht ändern) auf jedem Bild mit einem Geldgeilem Grinsen präsentiert.

    Die Ausarbeit der Rezepte lässt auch sehr zu wünschen übrig. Man könnte sogar behaupten, dass es sich hier lediglich um einen Einkaufszettel handelt. So sahen vor 15 Jahren die Einkaufszettel aus, die mir meine Mutter in die Hand gedrückt hat. Und das ist wahrlich keine Kunst.

    Mein Fazit:

    Mit Abstand das schlechteste “Kochbuch” das ich je in meinen Händen gehalten habe. Und das waren einige…

  • Ewelina s.

    Danke für diese Rezession, ich war ebenfalls nach dem Kauf enttäuscht vom Buch. Zugegeben es ist schick aufgemacht aber der Inhalt rechtfertigt leider nicht die 25 Euro.

  • Hyos

    Was soll denn der Quatsch hier? Keine Ahnung haben, aber hier den Kritiker machen.. unglaublich! Ja, da gibt es Rezepte die vegan adaptiert sind und warum? Weil die Verbraucher es wollen. ist doch toll Döner zu essen und kein Fleisch drin zu haben. Und noch besser, wenn man in der Lage ist, sein Essen selber zu kochen.
    Das Problem ist doch heutzutage, dass die meisten menschen nicht mal mehr wissen, wie ein Kochtopf aussieht und da hat Attila Hildmann eine echte Vorreiterrolle, weil er eben genau diesen Menschen die eigene Herstellung von Nahrung wieder nahebringt.
    Auf das Ende von MacDonalds, Burger King un Pizza Hut!

  • Isabella

    Na SF, keine Traute, Deinen Namen anzugeben?? Zeigt, wie sehr Du hinter Deiner “Kritik” stehst ;)

  • Violetta

    HUNDERTPROZENTIG Vegan ist sein Buch leider nicht. Er benutzt z.B. für seine Bolognese keinen veganen Alkohol (Wein wird nämlich unter anderen mit Gelatine geklärt). Auch hält er es nicht nötig den TomatenAnsatz zu entfernen. Es ist ja allgemein bekannt, dass diese meistens dreckig sind und auch Blausäure enthalten. Ich bin extrem unzufrieden mit diesem Buch. Jede zweite Seite präsentiert er seinen Körper. Da fragt man sich allen Ernstes um was es ihm eigentlich geht. Um gesunde Ernährung oder einfach nur toll auszusehen. Diese Rezepte gab’s schon vor zig Jahren. In diesem Sinne. Ein einfaches veganes Kochbuch tut’s auch!

  • siggi

    Ist schon verwunderlich wie schnell jemand zum “Koch” hochstilisiert wird, nur weil er eine “Broschüre” herausbringt und auf einen Hype aufspringt, dem jetzt so viele aus Unwissenheit hinterherlaufen. Herr Hildmann ist kein Koch, das entschuldigt eventuell seine Unfähigkeit ein Buch zu kreiieren das seinen Verkaufspreis wert ist.

    Gruss

  • Tobias Steffen

    Feige, unangemessene und sachlich falsche Rezension.

  • Andreas

    Wenn du mehr über die vegane Ernährung erfahren willst, empfehle ich dir die folgenden Bücher:
    - “China Study: Die wissenschaftliche Begründung für eine vegane Ernährungsweise” von T. Colin Campbell
    - “Letzter Ausweg Vegan” von John Robbins
    “- Vegane Ernährung” von Gil Langley

    An umfangreicheren Kochbüchern gibt es z.B. noch:
    - “Vegan und vollwertig genießen” von Annette Heimroth
    - “Einfach vegan – Genussvoll durch den Tag” von Roland Rauter

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