Babyernährung: Die Umstellung auf Beikost und feste Nahrung


Nach gut einem halben Jahr reiner Milchernährung durch Stillen oder Flaschennahrung braucht Ihr Baby nun seinen ersten Speiseplan. Denn für sein Wachstum, die Fortentwicklung sensorischer und motorischer Fähigkeiten benötigt Ihr Baby nicht nur mehr Kalorien, sondern auch mehr und andere Nährstoffen. So ist beispielsweise Eisen nicht in der Muttermilch enthalten und die Eisenspeicher des Babys aus der Zeit der Schwangerschaft aufgebraucht. Das Verdauungssystem Ihres Babys ist etwa zwischen dem fünften und siebten Monat so weit entwickelt, dass es jetzt andere Nahrungsmittel verwerten kann. Auch die ersten Zähnchen sind in dieser Zeit zum Vorschein gekommen. Saugen und Nuckeln tun den Zähnchen auf Dauer jedoch nicht gut. Und schließlich kann Ihr Baby nun lernen, seine Mund-und Zungenmuskulatur zu trainieren und vom Löffel zu essen.

Letzteres –also das Essen vom Löffel – stellt eine nicht zu unterschätzende Herausforderung für Ihr Baby dar. Drum bleiben Sie gelassen, nehmen sich viel Zeit und verzichten im Idealfall auf die weiße Business-Bluse. Das Baby war bisher daran gewöhnt durch das rhythmische Vor- und Zurückschieben der Zunge genügend Nahrung aufsaugen zu können. Jetzt muss es lernen, den Brei mit der Zunge nach hinten zu drücken. Da kann so einiges daneben und in die falsche Richtung gehen. Erwarten Sie nicht zu viel. Es heißt nicht umsonst „Beikost“. So wird ihr Baby anfangs vielleicht nur zwei, drei Löffelchen zu sich nehmen, dann aber nach der Flasche oder der Brust rufen. Ein guter Tipp für den Anfang ist auch, dass Baby zuerst ein wenig zu stillen und dann erst mit dem Löffeltraining zu beginnen. Bleiben Sie entspannt, Sie haben viel erreicht, wenn Sie in der ersten Woche ein Michmahlzeit durch eine Breimahlzeit ersetzt haben. Am einfachsten ist die Umstellung in der Mittagszeit.

Als erster Babybrei ist Karottenbrei am geeignetsten, dieser wird vom noch unreifen Verdauungssystem des Babys am besten vertragen. Alternativ – sollte es Ihrem Baby nicht schmecken -bieten sich Breie zubereitet aus Pastinake, Kürbis, Fenchel, Kohlrabi oder Brokkoli an. Diesen Ein-Komponenten-Brei sollten Sie mindestens eine Woche füttern. Nur so wissen Sie, ob ihr Baby das betreffende Gemüse verträgt und nicht mit Durchfall, Verstopfung oder Hautausschlag reagiert. Dann können Sie eine weitere Zutat wie Kartoffeln zufügen. Wird auch dieser Brei gut vertragen, können Sie Fleisch hinzunehmen. Wichtig ist, mit dem Zufüttern des ersten Breis steigt auch der Flüssigkeitsbedarf des Babys. Jetzt kennt Ihr Kind nicht nur Hunger sondern auch Durst. Geben Sie ihm deshalb regelmäßig stilles Wasser oder ungesüßte Früchte- bzw. Kräutertees.
Als zweiter Brei bietet sich ein Vollmilch-Getreide-Brei zum Abendessen an. Dieser zweite Brei auf Babys Speiseplan sollte aber erst gut einen Monat nach dem ersten Gemüsebrei zugefüttert werden. So überlasten Sie das Verdauungssystem Ihres Kindes nicht und gewöhnen es sanft an festere Nahrung.

Als dritter Brei ist ein Getreide-Obst-Brei als Zwischenmahlzeit am Nachmittag geeignet. Etwa ab dem achten Lebensmonat kann dieser gefüttert werden. Ab dem zehnten Lebensmonat darf ihr Baby dann am Tisch mitessen und beispielsweise ein dünn belegtes Brot mit Käse oder ein Glas Milch probieren. Auch klein geschnittenes Obst und Gemüse oder aber auch Schnitzel mögen Babys jetzt kosten. Achten Sie aber darauf, mit Salz und Gewürzen sparsam umzugehen. Diese verträgt Babys Magen noch nicht und benötigt sie auch nicht für eine ausgewogene Ernährung.

Ob Sie die ersten Breimahlzeiten selber kochen oder zum fertigen Gläschen greifen, bleibt Ihnen überlassen. Die Gläschen aus Supermarkt und Drogerie bieten eine große Vielfalt an, die man zu Hause nur mit viel Aufwand und Ausdauer zubereiten kann. Auch bietet die Gläschenkost mehr Sicherheit in punkto Schadstoffe, denn sie ist meist „Bio“. Ob das bei der Möhre vom Markt auch so ist, weiß man dagegen oft nicht.

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