Babynahrung aus der Flasche – ein Wegweiser


Ohne Zweifel ist Muttermilch die beste Ernährung für Babys unter sechs Monaten. Da sind sich alle Fachleute einig. Doch viele Mütter haben Probleme mit dem Stillen ihres Babys, sie können oder wollen nicht stillen. Glücklicherweise gibt es für diese Fälle ein großes Angebot an Babymilch aus der Packung. So lang wie teilweise die Regalreihen in Super- und Biomärkten, Drogerien und Apotheken mit dem dargeboten Milchpulver und Muttermilch-Ersatz sind, könnte man fast meinen, das kaum ein Baby gestillt wird. Und in der Tat liegt die Stillrate nach zwei Monaten bei nur noch 70 Prozent. In den ersten beiden Lebensmonaten liegt sie bei etwa 90 Prozent.

Eltern, die ihr Baby mit der Flasche großziehen müssen oder wollen, können unbesorgt sein. Denn Babymilch aus der Packung enthält alle Nähr- und Mineralstoffe, die ein Säugling für eine gesunde Entwicklung braucht und wird nach strengen, gesetzlich vorgeschriebenen EU-Richtlinien hergestellt. Basis aller gängigen Babymilch ist Kuhmilch, meist wird die Milch sogar speziell aufbereitet, damit sie für Babys besser verträglich ist. Von Babymilch auf Ziegen- oder Schafsmilchbasis wird in allen gängigen Tests abgeraten.

Damit Sie sich in diesen riesigen Angebot zurechtfinden, hier ein kleiner Wegweiser:

Pre-Milch
Pre-Milch ist der Muttermilch am ähnlichsten. Sie ist dünnflüssig und in ihrem Eiweißgehalt der Muttermilch angeglichen. Einziges zugefügtes Kohlenhydrat ist Laktose, also Milchzucker. Dieser bewirkt eine bessere Verträglichkeit, so dass es seltener zu Verstopfungen kommt. Andere Kohlenhydrate sind in der Pre-Babymilch verboten. Ursprünglich war Pre-Milch als Ernährung für die ersten vier bis sechs Lebenswochen gedacht. Doch mittlerweile raten viele Kinderärzte und Hebammen, Babys damit das ganz erste Lebenshalbjahr zu füttern.

Anfangsmilch oder auch 1er-Babymilch
Die 1er-Babymilch unterscheidet sich von Pre-Milch hauptsächlich durch den Zusatz von weiteren Kohlenhydraten, also Zucker auf Mais- oder Maisstärkebasis. Da mittlerweile in diesem Kohlenhydrat der Dickmacher Nummer Eins ausgemacht wurde, raten viele Fachleute vom Füttern mit dieser Milch ab. Anfangsmilch ist aufgrund der höheren Kohlenhydratmenge sämiger. Sie bleibt daher länger im Magen-Darm-Trakt, macht satter. Das ist auch der Grund, warum Babys mit ihr meist zufriedener sind und zum Teil auch früher durchschlafen. Im Unterschied zur Pre-Milch, die nach Bedarf gefüttert wird, kann man mit der 1er-Milch den Tagesplan besser takten. Ob man dafür aber den höheren Gehalt an Zucker in Kauf nimmt, müssen Eltern aber gut abwägen.

Folgemilch oder auch 2er-Babymilch
Ab etwa dem fünften Lebensmonat kann Babys Folgemilch gegeben werden. Sie unterscheidet sich von der Pre- und 1er-Milch sowohl in ihrer Eiweißstruktur ist als auch in ihrer Zusammensetzung an Nährstoffen. Sie gleicht nun kaum noch der Muttermilch. Folgemilch enthält mehr Kalorien und auch einen gesetzlich vorgeschriebenen Anteil an Eisen und Jod. Beides ist wichtig für die weitere gesunde Entwicklung der Babys, sie werden nun aktiver und ihre kognitive Entwicklung schreitet voran. Je nach Hersteller ist der 2er-Babymilch zusätzlich Zucker (Glukose oder Maltodextrin) zugefügt. Insgesamt kann man auf sie aber verzichten, eine Umstellung auf die 2er Babymilch ist nicht zwingend notwendig.

HA-Babymilch
Manche Babymilch-Packung weisen zusätzlich die HA-Kennzeichnung (HA-Pre, HA-1, HA-2.) auf. Dieses Milchpulver ist speziell für allergiegefährdete Babys entwickelt worden, etwa weil ein höheres Allergierisiko gegen Kuhmilcheiweiß durch die Eltern vorliegt. Diese Milch ist hypoallergen, d.h. dass das Eiweiß in kleine Bruchstücke gespalten wurde und somit einer allergischen Abwehrreaktion vorgebeugt wird. Insgesamt sind diese Milchsorten wenig süß und sämig. Falls keine Allergien bei den Eltern bekannt sind, braucht man HA-Milch nicht vorbeugend HA-Milch geben. Autor: SF Bild: Kraftprotz / pixelio.de

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