Cholesterin – wirklich so böse wie alle denken?


Wenn über Cholesterin berichtet wird, überwiegen die negativen Schlagzeilen. Doch was viele nicht wissen: Wir benötigen Cholesterin in vielfältiger Weise. Im Folgenden sollen die „guten“ und „bösen“ Seiten des Cholesterins näher erklärt werden.

Cholesterin: Funktionen und Überschuss

Cholesterin ist überlebenswichtig für unseren Körper. Es ist entscheidend an der Fettverdauung beteiligt, da es die Produktion von Gallensäure steuert. Zudem beeinflusst es die Bildung von Steroidhormonen, wie Östrogen, Testosteron und Cortisol [1,2]. So sorgt es beispielsweise über Testosteron indirekt für den Muskel- und Knochenaufbau [3]. Außerdem unterstützt das Cholesterin den Aufbau der Zellmembran und ist die Ausgangssubstanz für das Vitamin D. Folglich benötigen wir Cholesterin für die Aufrechterhaltung einer normalen Körperfunktion – aber nur in Maßen [1,2].
Da der Körper Cholesterin selbst produzieren kann, wird es nur in geringen Mengen (maximal 3 Milligramm pro Tag) über die Nahrung aufgenommen. Dennoch kann sich durch eine übermäßige Fettzufuhr der Cholesterinspiegel erhöhen. Dies geschieht dadurch, dass aus fetthaltigen Nahrungsmitteln die Triglyceride in das Blut aufgenommen und zur Leber gebracht werden. Dort bildet die Leber Cholesterin. Dieses dient als Transportstoff für die Fette im Blut, um sie beispielsweise in die Muskelzellen zu bringen. Dort können sie zur Energiegewinnung genutzt werden. Wenn jedoch sehr viel Fett über die Nahrung aufgenommen wird, produziert der Körper immer mehr Cholesterin, um diese Massen an Fett in die Zellen weiterleiten zu können. So kann es zu erhöhten Blutfettwerten kommen. Ganz vorne stehen dabei die LDL-Werte (Low-Density-Lipoproteine) und Trigylceride [1].

LDL-Cholesterin und Triglyceride

Das LDL-Cholesterin ist in erhöhtem Maße schädlich für den Körper. Zusammen mit den Triglyceriden begünstigt es die Entstehung von Arteriosklerose. Die Arteriosklerose ist eine Gefäßverengung beziehungsweise Gefäßverhärtung, die zu einem Gefäßverschluss führen kann. Ein solcher Verschluss führt je nach Lokalisierung zu einem Herzinfarkt, Schlaganfall, einer Lungenembolie oder Venenthrombose [2].

HDL-Cholesterin und Sport

Dass Sport gut für unseren Körper ist, wissen wir zur Genüge. Auch dass zu viel Fett ungesund ist, haben wir schon einmal gehört. Aber wie hängen Fette und insbesondere das Cholesterin mit Sport zusammen?
Das HDL-Cholesterin hat die Hauptaufgabe die Cholesterinreste aus dem Blut einzusammeln und zur Leber zurück zu transportieren. Aufgrund dessen wird es zurecht häufig als das „gute“ oder auch „hab dich lieb“ Cholesterin bezeichnet. Es verhindert die Einlagerung des LDL-Cholesterins in den Arterien und hat somit einen schützenden (protektiven) Effekt vor Arteriosklerose. Nun kommt der Haken: Das HDL-Cholesterin sinkt bei erhöhtem Körpergewicht, Bewegungsmangel und Rauchen. Körperliche Aktivität ist die Lösung. Durch Sport lässt sich nicht nur das Körpergewicht normalisieren, auch das HDL-Cholesterin steigt an und sorgt für einen Schutz vor Arteriosklerose [4].

Testung der Cholesterinwerte

Damit Sie sich Klarheit über Ihre Blutfettwerte verschaffen können, bietet cerascreen® den Cholesterin Test an. Bei diesem wird Ihr Blut auf das LDL- und HDL-Cholesterin, sowie auf Triglyceride untersucht. Zudem wird das Verhältnis von LDL zu HDL getestet. Erhöhte LDL-Werte sind bei einem hohen HDL-Spiegel weniger dramatisch, da der LDL-Überschuss einfach durch das gute Blutfett abtransportiert werden kann.

 

Literatur

1 Biesalski et al. (2015). Taschenatlas Ernährung. Stuttgart: Georg Thieme Verlag.

2 Kasper, H., & Burghardt, W. (2014). Ernährungsmedizin und Diätetik (Vol. 12). Würzburg: Urban & Fischer.

3 Heinrich et al. (2014). Biochemie und Pathobiochemie (9. Auflage). Berlin Heidelberg: Springer-Verlag.

4 Eckardstein et al. (2000). Prevention of coronary heart disease by raising high-density lipoprotein cholesterol?. Current Opinion in Lipidology. 11(6): 627-637.

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