Darmsanierung - Durchlässiger Darm


Darmsanierung - Durchlässiger Darm Müdigkeit, Schmerzen und Schwäche ohne medizinisch feststellbare Ursache – unter solchen unerklärlichen Beschwerden leiden heutzutage viele Menschen und die Suche nach dem Ursprung der Probleme gestaltet sich oft schwierig.
Das Syndrom der durchlässigen Darmwand, das auch Leaky Gut-Syndrom genannt wird, bietet einen Ansatz, unerklärlichen Symptomen auf den Grund gehen zu können. Tatsächlich können viele Beschwerden mit einer Dysfunktion des Darmtraktes zusammenhängen. Denn unter bestimmten Voraussetzungen können die Darmwände so geschädigt werden, dass die daraus folgenden Immunreaktionen und Mangelerscheinungen uns das Leben schwer machen.

Das sogenannte Syndrom des durchlässigen Darms ist mittlerweile eine weit verbreitete Erkrankung. Der Verdauungstrakt beheimatet das Immunsystem und stellt durch die Größe der Schleimhautoberfläche eine wichtige Kontaktstelle zur Umwelt dar. Durch den Kontakt mit vielen Umweltgiften, Medikamenten und Schwermetallen und einer einseitigen Ernährungsweise schaden wir diesem empfindlichem System, so dass es dann zu weitreichenden Beschwerden kommen kann. Der Zusammenhang wird leider von vielen schulmedizinisch arbeitenden Ärzten häufig nicht erkannt und behandelt, und die Beschwerden können chronisch werden.  

Durchlässiger Darm Syndrom – was ist das eigentlich ?

Was ist nun genau eine durchlässige Darmwand ? Das Verdauungssystem besteht aus vielen komplexen, genau aufeinander abgestimmten Prozessen. Eine tragende Rolle spielt dabei der Darm mit seiner Schleimhautoberfläche von ca. 200 m². Er hat unter anderem die Funktion, die aufgenommene Nahrung aufzuspalten und die Nährstoffe zur Aufnahme weiterzugeben. Die dabei entstehenden Schlacken und Giftstoffe werden entsorgt.
Dies geht in mehreren Schritten vor sich. Der Dünndarm ist für die Aufspaltung der Nahrung in Nährstoffe, Vitamine und Mineralien zuständig. Im Dickdarm wird der Verdauungsbrei dann eingedickt, indem ihm Wasser entzogen wird. Die Schleimhaut des Darmes hat bei diesen Vorgängen eine besonders wichtige Aufgabe. Durch ihren Aufbau ermöglicht sie es den lebensnotwendigen Nährstoffe in den Blutkreislauf zu gelangen. Diese Resorption (Aufnahme) von Stoffen geschieht durch die Zellen und die Zellzwischenräume. Für die Stoffe, die nicht in den Blutkreislauf gehören, stellt die Darmschleimhaut bei normaler Funktion eine unüberwindbare Barriere dar.
Bei einer durchlässigen Darmwand ist diese Funktion eingeschränkt. So können auch Bestandteile der Nahrung in den Blutkreislauf gelangen, die dort nicht hingehören. Gelangen diese Inhaltsstoffe ins Blut, erkennt das Immunsystem sie als Eindringling und es kommt zu einer immunologischen Abwehrreaktion. Antikörper werden gebildet und Unverträglichkeiten und Allergien treten auf. Diese können sich durch verschiedene Symptome bemerkbar machen. Durch die fehlerhafte Resorption, die Aufnahme der wichtigen Nährstoffen, Vitaminen und Mineralien, kommt es meistens auch zu Mangelerscheinungen und eventuell Gewichtsverlust.

Für die Durchlässigkeit der Darmwand gibt es verschiedene Auslöser. Das Leaky Gut-Syndrom entwickelt sich je nach Ursache in unterschiedlichen Zeiträumen, und dementsprechend variiert auch die Stärke und Erscheinungsform der individuell auftretenden Symptome.  

Wie kommt es zu einer durchlässigen Darmwand ?

Die gesunde Funktion der Darmschleimhaut hängt vor allem von der individuellen Belastung mit Medikamenten, Umweltgiften, Schwermetallen und von der Lebens- und Ernährungsweise ab. Die Schleimhäute sind sehr empfindlich und können durch wiederholte Infektionen, Antibiotika-Gaben und die Belastung mit Schwermetallen schnell geschädigt werden. Auch die heute verbreitete Ernährungsweise ist für den Darm oftmals nicht allzu förderlich.

Im Darm befindet sich mit der Darmflora ein hochkomplexes System, in dem über 500 verschiedene Bakterienarten aufeinander abgestimmt in Symbiose leben. Durch Antibiotika, Schwermetalle, falsche Ernährung und chronische Entzündungen kann dieses Zusammenspiel aus dem Gleichgewicht geraten. Manche Bakterien werden abgetötet, andere sind in Überzahl vorhanden. Wird die so geschwächte Darmflora nicht wieder aufgebaut, kommt es zu Schäden an den Schleimhäuten, die dann zu einem Syndrom des durchlässigen Darms führen können.  

Welche Symptome weisen auf einen durchlässigen Darm hin ?

Die Verdauung ist eine der wichtigsten Grundlagen für das Funktionieren des Organismus. Sie kann Auswirkungen auf fast alle Bereiche und Funktionskreisläufe des Körpers haben. Dementsprechend sind die möglichen Symptome, die durch einen durchlässigen Darm verursacht werden können, in ihrer Bandbreite sehr vielfältig.
Problematisch bei der Zuordnung auftretender Beschwerden ist die Tatsache, dass die Reaktionen nicht unbedingt direkt nach dem Essen auftreten, sondern sich auch zeitverzögert erst in den nächsten Stunden oder Tagen zeigen können. Daher erkennen viele Betroffene auch zuerst die Zusammenhänge zwischen dem Essen und ihren Beschwerden nicht.

Bei einem durchlässigen Darm gibt es Symptome, die unmittelbar im Verdauungstrakt auftreten, dazu gehören Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Bauchschmerzen, Krämpfe oder das Reizsarmsyndrom. Kommt es zu diesen Symptomen, ist durch genaue Beobachtung der Ernährung und ihrer Folgen relativ einfach festzustellen, auf welche Nahrungsmittel eine Unverträglichkeit besteht, die eventuell durch eine durchlässige Darmwand verursacht wurde.

Das Hauptproblem sind die Stoffe, die in den Blutkreislauf gelangen und dort eigentlich nicht hingehören. Sie verursachen Reaktionen des Immunsystems und die Bildung von Antikörpern. Es kommt zu entzündlichen Reaktionen, das Immunsystem wird dauerhaft beansprucht. Hält dieser Zustand länger an, verschlechtert sich der Allgemeinzustand des Körpers. Auch psychische Beschwerden können auftreten, da auch der Hirnstoffwechsel betroffen sein kann. Zu den Symptomen gehören u.a.:

  • Schmerzen in Muskeln und Gelenken
  • Müdigkeit
  • Fieber
  • Schwäche und Müdigkeit
  • niedrige Körpertemperatur
  • Unterleibsschmerzen
  • schlechte Kondition
  • Entzündungen im Unterleib
  • Immunschwäche
  • ständige Infekte
  • Kurzatmigkeit
  • Gedächtnisschwäche
  • Nervosität
  • Ängste
  • plötzliche Stimmungsschwankungen

Durch die mangelhafte Aufnahme von Nährstoffen kommt es auch häufig zu einer Unterversorgung mit bestimmten Vitaminen und Mineralien. Viele der Beschwerden, die auftreten können, haben darin ihre Ursache. So kann beispielsweise an Mangel an B-Vitaminen Symptome im Bereich der Nerven und der Psyche auslösen, die bis hin zu Panikattacken gehen können. Weiterhin kann es durch die Verwertungsstörung zu Gewichtsverlust, Anämie, Blutungsneigung, Krämpfe oder auch dem Ausbleiben der Regelblutung kommen.
Der Körper ist dann allgemein geschwächt und viele Funktionen laufen nur eingeschränkt. Der Organismus hat sozusagen in den Notbetrieb geschaltet.

Auf Dauer stellen sich auch chronische Beschwerden ein, die durch ein geschwächtes Immunsystem und die Stoffwechselstörungen verursacht werden. Dazu gehören Neurodermitis, Rheuma, Migräne, niedriger Blutdruck, chronischer Schnupfen, Asthma, chronische Bronchitis, Arthritis und Osteoporose.

Wer den Verdacht hat, dass seine Beschwerden eventuell von einem durchlässigen Darm kommen, kann mit einer Nahrungsumstellung oder einer Rotations-Diät selber ausprobieren, ob sich Änderungen im Befinden ergeben. Allerdings muss man bei der Umstellung der Ernährung sehr genau und diszipliniert sein. Geringe Menge eines Nahrungsmittels gegen das eine Unverträglichkeit besteht, reichen eventuell aus, um eine Reaktion hervorzurufen.  

Welche Risiken sind mit dem Syndrom der durchlässigen Darmwand verbunden ?

Das Syndrom der durchlässigen Darmwand entwickelt sich meistens über einen längeren Zeitraum. Die eindringenden Stoffe belasten das Immunsystem und halten es in einem ständigen Alarmzustand. Besonders wenn es keine Zeiten der Schonung für den Darm gibt, findet die Darmschleimhaut keine Möglichkeit, sich zu regenerieren. Das tägliche Essen wird unter Umständen zu einer Anstrengung für den ganzen Körper.
Und damit besteht nicht nur die Gefahr, unter den unangenehmen Symptomen zu leiden. Die dauerhafte Belastung bringt auch das Risiko für weitere Erkrankungen mit sich.
Das Immunsystem ist im Dauereinsatz und wird auf Dauer dadurch geschwächt. Ständig muss es auf neue Eindringlinge reagieren, so dass es eventuell irgendwann zu einer Autoimmunerkrankung kommen kann. Aus den Unverträglichkeiten können sich schwerwiegende Allergien oder auch eine Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) entwickeln. Es kann zum Auftreten von Diabetes mellitus vom Typ 1 kommen, zu einer rheumatoiden Arthritis und sogar zur Multiplen Sklerose. Die überschießenden Reaktionen des Immunsystems und die mangelhafte Versorgung mit Nährstoffen setzten dem Körper so stark zu, dass ein Risiko besteht, wenn das Syndrom der durchlässigen Darmwand unbehandelt bleibt.  

Wir kann man feststellen, ob man einen durchlässigen Darm hat ?

Um festzustellen, ob man an einem Syndrom der durchlässigen Darmwand leidet, können verschiedene Funktionstests durchgeführt werden. So beispielsweise der Laktulose-Manniol-Test, bei dem nach der Einnahme dieser beiden Zuckerarten eine durchlässige Darmwand diagnostiziert werden kann, wenn die Zucker in geringerer Mengen wieder mit dem Urin ausgeschieden werden. Über eine Untersuchung des Blutserums oder einer Stuhlprobe kann der Zonulinwert bestimmt werden, der ebenfalls Aufschluss über den Zustand der Darmwand gibt.
Ärzte und Heilpraktiker beraten über weitere Untersuchungsmöglichkeiten und entstehende Kosten.  

Was kann man gegen einen durchlässigen Darm tun ?

Wird die Diagnose „durchlässige Darmwand“ gestellt, möchte man als Betroffener so schnell wie möglich etwas dagegen tun. Die besten Chancen bestehen, wenn man als Patient und Betroffener selber ganz aktiv daran geht, dem Darm Chancen zur Heilung zu geben. Denn neben den möglichen Therapien gehört in jedem Fall eine Umstellung der Ernährung und der Lebensweise dazu, um einen nachhaltigen Effekt bei der Therapie zu garantieren.
Zuerst einmal sollte man sich mit dem körperlichen Abläufen und vor allem mit dem Thema „Ernährung“ intensiv auseinandersetzen. So bekommt man vielleicht zum ersten Mal ein Bewusstsein dafür, was man seinem Darm so täglich zumutet.  

Ursachen beseitigen

Auch die mögliche Ursache für die Durchlässigkeit der Darmwand sollte ein Thema sein. Häufig stecken wiederholte Antibiotika-Gaben oder eine Belastung mit Schwermetallen dahinter. Dann ist es sinnvoll, zuerst die Ursache auszuschließen und zu behandeln. Antibiotika sollte nur in Fällen genommen werden, in denen es wirklich notwendig ist. Die Selbstheilungskräfte des Körpers und Alternativen zur Schulmedizin dürfen nicht unterschätzt werden und sollten zumindest eine Chance erhalten, bevor sofort zum Antibiotikum gegriffen wird.

Ein sehr umfangreiches Thema ist die Belastung durch Schwermetalle. Viele Menschen haben stark quecksilberhaltige Amalgamplomben im Mund oder können sogar über die Mutter eine Quecksilberbelastung „mitbekommen“ haben. Quecksilber ist einer der giftigsten Stoffe den es gibt, und kann im menschlichen Körper schwere Schäden anrichten. Unter dieser Belastung hält auch die Darmwand nicht dicht und wird durch die Dauereinwirkung des Giftes beschädigt, denn durch Hitze und Reibung beim Essen kann sich das Gift aus den Plomben lösen. Hier ist in jedem Fall eine Entgiftung und gegebenenfalls eine Entfernung der Plomben unter entsprechenden Schutzmaßnahmen nötig, damit die Schleimhäute des Darmes die Chance haben, dauerhaft auszuheilen.

Durch Schwermetallbelastung, zuckerreiche Ernährung und andere Faktoren kann es zu einem starken Befall mit dem Candida-Pilz kommen. Angeblich soll er die Fähigkeit haben, Schwermetalle im Körper zu binden, und tritt daher bei einer solchen Belastung gehäuft auf. Er kann aber auch die Darmwände schädigen und seine Abfallprodukte erzeugen eine Vielzahl an körperlichen Beschwerden. Candida kann mit einem Anti-Pilz-Mittel behandelt werden, allerdings muss auch die Ernährung umgestellt werden, denn der Pilz gedeiht bei einer zuckerhaltigen Ernährung besonders gut.

Eine weitere Ursache für eine durchlässige Darmwand kann die chronische Darmentzündung sein, die bei Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa vorliegt.
Diese Erkrankungen müssen in jedem Fall sehr ernst genommen werden und die Patienten regelmäßig untersucht werden.

Zusätzlich sollten noch verschiedene Faktoren abgeklärt werden. Dazu gehört das Vorliegen bestimmter Unverträglichkeiten - im speziellen auch einer Unverträglichkeit von Milchzucker (Laktoseintoleranz) und Weizeneiweiß (Gluten). Bei einer durchlässigen Darmwand können sich die unterschiedlichsten Unverträglichkeiten gegen Lebensmittel entwickeln und in ihrem Auftreten und ihren Symptomen auch immer wieder verändern.
Auch das Vorhandensein von Magenkeimen und Parasiten und einer Schwäche der Bauchspeicheldrüse sollte ausgeschlossen werden. Diese Erkrankungen bedürften dann einer anderen Therapie.  

Regeneration

Die geschädigten Darmwände brauchen die Möglichkeit zur Regeneration. Dies kann am besten durch eine Colon-Hydrotherapie oder Heilfasten erreicht werden. Bei der Colon-Hydrotherapie wird der Darm in mehreren Sitzungen mittels Wasser gereinigt. Das Heilfasten ermöglicht den Selbstheilungskräften des Körpers, ihre Wirkung im Darm zu entfalten.

Nach der Reinigung und einer ersten Regenerationsphase der Schleimhäute sind bestimmte Stoffe wichtig, die die Neubildung von gesunder Darmschleimhaut und den Aufbau der Darmflora fördern. Milchsäurehaltige Produkte (Sauerkraut- und Kartoffelsaft) und probiotische Produkte (Joghurt), dazu eine ballaststoffreiche, basische Ernährung sind die Basis für die Therapie der durchlässigen Schleimhäute. Zusätzlich können auch bestimmte Bakterien für die Darmflora genommen werden, dies muss aber immer nach Untersuchung und in Absprache mit einem Arzt oder Heilpraktiker erfolgen.
Raffinierter Zucker, Aroma- und Konservierungsstoffe, Fleisch und Weißmehlprodukte sollten weitestgehend gemieden werden. Die Ernährung sollte sich aus frischem Obst, Gemüse, guten Ölen und Getreide zusammensetzen. Dabei ist es natürlich auch wichtig, unverträgliche Nahrungsmittel erst einmal zu meiden. Auch ein regelmäßiger Essensrhythmus kann sich förderlich auswirken, spätes oder nächtliches Essen sollte tabu sein, und auch das Frühstück kann ruhig etwas später eingenommen werden. Diese Phasen sind sehr wichtig, damit die Selbstheilungskräfte des Körpers auch im Darm wirken können.

Wenn die Darmflora und die Schleimhäute sich regeneriert haben, können die Gabe bestimmter Vitamine und Mineralstoffe sinnvoll sein, um die Nährstoffdepots des Körpers wieder aufzufüllen. Wichtig für den Darm sind dabei vor allem die Aminosäuren Glutamin, Lysin, Arginin und Methionin.
Weiterhin Vitamin C, Zink, Folsäure, Eisen, B-Vitamine B6 und B12 und Omega-3-Fettsäuren. Für eine gesunde Verdauungsfunktion sollte man ausserdem regelmäßig Bitterstoffe in Form von Salaten (Löwenzahn, Rucola, Chicoree), Tees oder Tropfen zu sich nehmen.

Der Weg zur Darmgesundheit erfordert viel Initiative und Disziplin, aber er lohnt sich, denn ein gesunder Darm ist die beste Gesundheitsvorsorge.

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