Das Abnehmgeheimnis liegt in den Tiefen unseres Darms


Ungesunde, kalorienreiche Nahrung in Kombination mit wenig Bewegung führen zu Übergewicht – das ist die gängige Meinung. Menschen, die zu dick sind, leiden daher häufig weniger unter ihrem Aussehen als vielmehr unter den Blicken und Meinungen ihrer Mitmenschen. „Nur Faule ohne Sättigungsgefühl und Selbstkontrolle werden fett!“ Unaufgefordert geben die meisten den Tipp, weniger zu essen und sich mehr zu bewegen. In vielen Fällen ist das sicherlich auch das Problem. Weg mit der Chips-Tüte und runter vom Sofa, dann sehen viele auch Erfolge.

Aber warum ist es, dass manche Leute gesund essen, während sie sich im Fitnessstudio quälen, und trotzdem nicht abnehmen oder sogar zunehmen? Es gibt eine Reihe an Faktoren, die zu diesen Situationen führen können.

Eine der Antworten liegt direkt an dem Ort, der für so einige Probleme sorgen kann: unser Darm. Hier befindet sich eine Vielzahl an Bakterien. Zwei der hauptsächlich vertretenen Typen sind Bacteroidetes und Firmicutes. Tier- sowie Humanstudien konnten zeigen, dass die bakterielle Zusammensatzung im Darm bei schlanken und adipösen, also stark übergewichtigen, Personen unterschiedlich aussieht. Studien an Mäusen und Menschen belegen, dass adipöse Personen eine geringere Anzahl an Bacteroidetes und eine höhere Anzahl an Firmicutes in ihrem Darm haben.

Das Gemeine ist, dass die bakterielle Zusammensetzung im Darm übergewichtiger Menschen dafür sorgt, dass mehr Energie aus der Nahrung gezogen werden kann. Das heißt, selbst wenn weniger gegessen wird, können die Bakterien im Darm noch dafür sorgen, dass aus jedem Salatblatt mehr Kalorien aufgenommen werden. Bewiesen wurde das in Studien mit schlanken und dicken Mäusen. Wurde den dicken Mäusen die Darmflora der dünnen Mäuse eingesetzt und umgekehrt, dann verloren die dicken Mäuse an Gewicht. Die dünnen Mäuse mit der Darmflora der dicken Mäuse nahmen dagegen zu.

Da der menschliche Körper keine Ballaststoffe verdauen kann, wird Übergewichtigen häufig geraten möglichst viele Ballaststoffe zu essen. Diese halten länger satt und liefern schließlich keine Kalorien. Stimmt das? Die Bakterien in unserem Darm haben die Fähigkeit Ballaststoffe zu verdauen und uns die Energie über die Darmwand zuzuführen. Eine Studie verglich die Energiegehalte im Stuhl ihrer Probanden. Die Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass mit einem 20%igen Absinken der Bacteroidetes und einem 20%igen Anstieg der Firmicutes 150 Kilokalorien mehr aus dem Essen gezogen werden. Kalorien aus „unverdaulichen“ Nahrungsbestandteilen! Kalorienzählen stellt sich damit als ineffizient heraus.

Wer abnehmen möchte, der sollte sich demnach auf die Gesundheit seines Darms konzentrieren statt einfach nur weniger zu essen. Typischerweise ernähren sich die „schlechten“ Bakterien von Zucker und raffinierten Kohlenhydraten, während unsere „guten“ Bakterien von viel Obst und Gemüse profitieren.

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