Der Eisenbedarf in der Schwangerschaft – wenn die Frau sich um zwei kümmern muss!


In den USA leiden knapp 20% der Schwangeren an einem Eisenmangel [1].

Frauen weisen oftmals, schon durch die in regelmäßigen Abständen auftretenden Regelblutungen, erniedrigte Eisenspeicher auf. Während einer Schwangerschaft müssen ca. 30 bis 40 % mehr Blut gebildet werden, damit das heranwachsende, ungeborene Kind ausreichend mit Sauerstoff und anderen Nährstoffen versorgt wird und sich richtig entwickeln kann [2]. Aufgrund dessen empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) eine doppelt so hohe Eisenzufuhr, als bei einer nicht schwangeren Frau. Die Richtlinien sprechen von einem Eisenbedarf von 30 mg pro Tag für Schwangere, an Stelle der 15 mg täglich bei nicht schwangeren Frauen. 30 mg Eisen sind beispielsweise in 1,3 kg Rinderfilet enthalten [3]. Solch hohe Eisenmengen sind nur schwer alleine über die Ernährung zu decken. Deshalb empfehlen viele Ärzte während der Schwangerschaft ein Eisenpräparat einzunehmen.

Ein besonders hoher Bedarf stellt sich ab dem dritten Trimester der Schwangerschaft ein. Als drittes Trimester wird der Zeitraum zwischen dem sechsten Schwangerschaftsmonat und der Entbindung bezeichnet. In dieser Phase wird das Blutvolumen stark erhöht, da das ungeborene Kind immer mehr Nährstoffe zum Wachstum benötigt. Folglich erhöht sich die Zahl der an Eisenmangel leidenden Schwangeren besonders im dritten Trimester. Eine Studie aus 2015 untersuchte den Verlauf von Eisenmangelanämien (Blutarmut) in den verschiedenen Abschnitten der Schwangerschaft. Zu Beginn der Studie wiesen 5% der Schwangeren eine Eisenmangelanämie auf. Im Verlauf der Schwangerschaft zeigten die Studienteilnehmerinnen eine Zunahme in dem Auftreten einer Eisenmangelanämie auf. So hatten nach den ersten drei Montanen bereits 6,9%, nach sechs Monaten 14,3% und nach der Entbindung sogar 28,4% der Schwangeren eine Eisenmangelanämie [1].

Neben dem erhöhten Blutbedarf für das ungeborene Kind (Fötus), führen weitere Faktoren zu einer Verschlechterung des Eisenspiegels bei der Schwangeren. So kommt es beispielsweise während der Schwangerschaft häufig zu Magen- und Darmbeschwerden, wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen. Aufgrund dessen kommt es zu einer verminderten Eisenaufnahme im Darm.

Durch das Erbrechen kommen entweder zu wenig Nährstoffe im Darm an oder durch den Durchfall wird das Eisen nicht lange genug im Darm gehalten, um aufgenommen (absorbiert) werden zu können [2].

Frauen, die einen nachgewiesenen Eisenmangel vorweisen, können vermehrt an Müdigkeit, Schwäche, Blässe, Kreislaufproblemen und Atemnot leiden.

Zudem können durch die Eisenmangelanämie der Mutter, Schäden beim Fötus hervorgerufen werden. Es kann zu Entwicklungs- und Wachstumsstörungen, Frühgeburten und im schlimmsten Fall zu einer Fehl- oder Todgeburt kommen [2].

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine Störung des Eisenhaushaltes bei Schwangeren leicht auftreten kann. Aufgrund dessen ist es wichtig besonders während der Schwangerschaft regelmäßig den Eisenspiegel zu kontrollieren. Jedoch ist von der Zufuhr von Eisenpräparaten (Supplementierung)  auf Verdacht, ohne vorherige ärztlicher Diagnose, abzuraten. Bei einer zu hohen Supplementierung kann es zu Eisenablagerungen in Organen kommen und beispielsweise zu einer Schädigung der Leber führen.

Literatur

1 Mei et al. (2011). Assessment of iron status in US pregnant women from the National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES), 1999 – 2006. American Journal of Clinincal Nutrition. 93:1312-20.

2 Cantor et al. (2015). Routine Iron Supplemetation and Screening for Iron Deficiency Anemia in Pregnancy: A Systematic Review fort he U.S. Preventive Service Task Force. Annals of Internal Medicine. 162: 566-576.

3 Elmadfa et al. (2013). Die große GU Nährwert Kalorien Tabelle. München: GRÄFE UND UNZER VERLAG.

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