Diabetes in den Griff bekommen, der HBA1c Wert hilft Ihnen dabei!


Geburt des ersten Kindes, Stress bei der Arbeit und stundenlanges starren auf dem PC ohne jegliche Bewegung. Nach 4 Jahren in diesem Kreislauf folgte prompt die Konsequenz: Trockene Haut, ständiger Durst und starker Harndrang waren die Anzeichen (1). Ein Blutzuckertest bestätigte die Vermutung: Diabetes.

Die Volkskrankheit Diabetes

Bei dieser Krankheit kann der über die Nahrung aufgenommene Zucker nur unzureichend oder im schlimmsten Fall gar nicht mehr aus dem Blut in die Zellen aufgenommen werden. Schuld daran ist, dass Betroffene insulinresistent sind. Insulin ist ein natürlich von der Bauchspeicheldrüse produziertes Hormon, das bei gesunden Menschen eben jenen Schritt der Aufnahme der sogenannten Blutglukose in die Gewebe steuert. Wenn aber dieses Gewebe unempfindlich gegenüber dem Insulin wird, verbleibt der Zucker im Blut und der Blutzucker steigt.

Ab wann spricht man von Diabetes?

Ein klassischer diagnostischer Marker zur Bestätigung eines Diabetes ist der Nüchternglukosewert. Normalerweise liegt dieser unter 5,6 Millimol pro Liter. Hat sich jedoch ein Diabetes manifestiert, sind Werte über 7,0 Millimol pro Liter keine Seltenheit (2). Abschließende Klarheit können einerseits ein Glukosetoleranztest und andererseits die Messung des HBA1c-Wertes schaffen.

Diabetes diagnostizieren: Der Glukosetoleranztest

Vor diesem wird zunächst eine 3-tägige Diät eingehalten: Kohlenhydratzufuhr von mindestens 150 Gramm Kohlenhydrate pro Tag in Kombination mit normaler körperlicher Aktivität. Am Tag des Tests sollte dann auf nüchternen Magen die Zuckertestlösung getrunken werden. Die Bestimmung des Zuckergehalts im Blut erfolgt danach in regelmäßigen Abständen, wobei der Wert zwei Stunden später klinisch am relevantesten ist. Liegt eben dieser Wert über 11, 1 mmol/l kann von einem Diabetes ausgegangen werden.

Darf ich vorstellen: Der HBA1c-Wert!

Bei der Bestimmung des HBA1c-Wertes wird der Anteil an zuckergebundenen roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) gemessen. Bei gesunden Personen liegen dieses zu 95% zuckerfrei vor. Ist jedoch die Konzentration an Zucker sehr hoch im Blut, z.B. in Folge des diabetesbedingten Unvermögens Zucker im Körper adäquat zu verstoffwechseln, verbindet es sich irreversibel mit jenen Bausteinen. Der Anteil an „zuckerhaltigem“ Hämoglobin und somit der HBA1c Wert steigt. Diagnostisch wird ab einem Anteil von über 7,5 % die Person als Diabetiker eingestuft.

HBA1c und Diabetes, eine Beziehung auf längere Zeit

Doch der HBA1c-Wert eignet sich nicht nur als Parameter, um das Vorliegen eines Diabetes festzustellen. Ist bereits der Status erreicht, dass über zusätzlich äußerliche Insulingabe der Blutzucker des Diabetikers gesteuert werden muss, kann über den HBA1c Wert kontrolliert werden, ob die Insulindosis langfristig ausreichend ist, um einen konstanten normalen Glukosespiegel herzustellen (3). Außerdem kann erkannt werden, inwiefern es noch zu ungesunden Blutzuckerentgleisungen kommt. Fachärzte reden in diesem Kontext häufig von der Einstellung des Patienten in Bezug auf den Blutzuckerspiegel. Dauerhaft erhöhte HBA1c-Werte stehen wiederum in Verbindung mit einem erhöhten Risiko an Folgeerkrankungen wie Nierenerkrankungen oder Augenerkrankungen (4).

Ist daher einmal ein Diabetes diagnostiziert, sollte nicht nur auf die Momentaufnahme, also der Zahl auf dem Blutzuckermessgerät, sondern auch auf einen guten, im Normbereich liegenden HBA1c-Wert geachtet werden. Arbeitet man als Diabetiker also an beiden „Fronten“ und achtet zudem auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung -inklusive ausreichender Bewegung- kann der oftmals als aussichtlos dargestellte Kampf gegen die Volkskrankheit Diabetes persönlich kinderleicht gewonnen werden.

Literaturverzeichnis

  1. Soutschek, Stephan. Symptome: Anzeichen für einen Diabetes. Apotheken Umschau. [Online] 30. Mai 2016. [Zitat vom: 13. Juli 2016.] http://www.diabetes-ratgeber.net/Diabetes/Symptome-Anzeichen-fuer-einen-Diabetes-222631.html.
  2. Schatz, Helmut und Pfeiffer, F.H. Andreas. Diabetologie kompakt: Grundlagen und Praxis. Berlin/Heidelberg : Springer-Verlag, 2013.
  3. Pfeiffer, Andreas und Klein, Harald. Therapie des Diabetes mellitus Typ 2. [Online] 31. Januar 2014. [Zitat vom: 13. Juli 2016.]
  4. Adam, Olaf. Ernährungsmedizin. Stuttgart : Georg-Thieme Verlag, 2004.

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