Diabetes: Ursachen erkennen und vermeiden


Eine gesunde Lebensweise beinhaltet eine vollwertige Ernährung, Normalgewicht sowie körperliche Aktivität und kann – sofern rechtzeitig gehandelt wird – Diabetes Typ 2 heilen. Auch Folgeschäden von Diabetes Typ 1 können durch einen gestärkten Organismus weitgehend verhindert werden.

Dass Übergewicht, Bewegungsmangel und eine Vorliebe für kohlenhydratreiche, nährstoffarme Lebensmittel die Entstehung von Diabetes begünstigen, ist den meisten bewusst. Aber auch schlanke, sportliche Menschen können an Diabetes erkranken. Daher diskutieren Wissenschaftler vermehrt über weitere mögliche Ursachen.

1. Das Leaky-Gut-Syndrom

„Leaky Gut“ bedeutet im Deutschen so viel wie „durchlässiger, undichter Darm“. Das heißt, die Darmschleimhaut, die bei Gesunden nur ganz gezielt bestimmte Lebensmittelinhaltsstoffe in die Blutbahn durchlässt, ist durchlässig für Stoffe, die normalerweise die Darmwand nicht passieren können.

Ursache hierfür können neben falscher Ernährung insbesondere Infektionen, Strahlentherapien oder Antibiotika sein. Die Folgen sind Antikörper vermittelte Reaktionen auf unvollständig verdaute Proteine und Fremdstoffe. Neben dem Auftreten von Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien steigt so auch das Risiko an Diabetes zu erkranken, da das Immunsystem eventuell ähnlich aufgebaute, körpereigene Zellen angreift.

2. Fettleber

Nicht nur Übergewichtige auch Normalgewichtige mit einer Vorliebe für Alkohol sowie viel Zucker und Fett können unter einer Fettleber leiden. Schätzungen zufolge sollen bereits bis zu ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland mit einer Fettleber leben. Meist treten bei Betroffenen über einen langen Zeitraum keine Beschwerden auf, eine Fettleber sollte aber alle Alarmglocken läuten lassen! Neben möglicher Zirrhose und Leberversagen begünstigt sie außerdem die Entstehung von Diabetes.

3. Chronische Entzündungen

Hier spielt auch das genannte Übergewicht eine Rolle. Denn im Bauchfett liegen häufig Entzündungen vor, die als mögliche Verursacher von Diabetes gehandelt werden. Ein dicker Bauch scheint die Insulin produzierenden Beta-Zellen zu schädigen.

4. Magnesiummangel

Studien kamen zu der Erkenntnis, dass Diabetiker – im Vergleich zu gesunden Menschen – einen auffallend niedrigen Magnesiumspiegel haben. Außerdem zeigte sich in den Studien, dass umso mehr Entzündungsmarker im Blut vorkommen, je niedriger der Magnesiumspiegel ist.

Ohne genügend Magnesium kann die Bauchspeicheldrüse nur eingeschränkt arbeiten. Ein Magnesiummangel trägt enorm zu Diabetes bei, da die Bauchspeicheldrüse dann nicht genügend Insulin ausschüttet. Weiterhin sorgt Magnesium dafür, dass das Insulin die Glukose aus dem Blut in die Zellen transportieren kann. Fehlendes Magnesium bedeutet somit den Anfang für eine Insulinresistenz.

5. Mangel an Antioxidantien

Antioxidantien haben die Aufgabe sogenannte freie Radikale zu eliminieren. Liegen nicht genügend Antioxidanten im Blut vor, kann es passieren, dass freie Radikale Insulin-Rezeptoren an den Zelloberflächen zerstören und somit die Entstehung einer Insulinresistenz begünstigen. Bei defekten Rezeptoren kann das Insulin von den Zellen nicht mehr erkannt werden, folglich kann auch kein Zucker mehr in solche Zellen geschleust werden.

 

Neuste Erkenntnisse umsetzen:

Wer erhöhte Blutzuckerwerte hat oder bereits an Diabetes erkrankt ist, der beachtet oft die folgenden Tipps: vorhandenes Übergewicht abbauen, Zucker meiden und sich regelmäßig bewegen.

Daneben liefern Studien jedoch weitere Ergebnisse, wie man  durch gezielte Änderungen sein Diabetesrisiko vermindern kann.

1. Nicht nur Zucker, auch Fruchtzucker meiden

Die Zeit in der man Diabetikern Fruchtzucker als gesundes Süßungsmittel verkaufte ist vorbei. Inzwischen ist bekannt, dass Fruchtzucker die Einlagerung von Fetten im Fettgewebe und in der Leber fördern kann und daher ein Zusammenhang zwischen Fruchtzucker und der Entstehung einer Fettleber vermutet wird.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung stellt fest, dass Diabetiker keine besonders gesüßten Lebensmittel brauchen. Des Weiteren sei eine ausgewogene, vollwertige Ernährung sinnvoller, als nur Zucker zu vermeiden, weil Diabetes nicht nur eine reine „Zuckerkrankheit“ ist, sondern auch den Protein- und Fettstoffwechsel beeinflusst.

Viel Fruchtzucker kann weiterhin zu einer krankhaften Erhöhung der Cholesterin-Werte und sogar – auch bei Nicht-Diabetikern – zu einem erhöhten Insulinspiegel im Blut führen. Dabei sollte nicht auf frische Früchte, sondern insbesondere auf mit Fruktose angereicherte Lebensmittel wie Softdrinks und Co. verzichtet werden.

2. Regelmäßige Bewegung mit Vitamin D ergänzen

Regelmäßige Bewegung und Sport sind wichtig, um Diabetes vorzubeugen beziehungsweise den Körper zu stärken. Neben Sport treiben, heißt es jetzt auch: Sonne tanken!

Ein Mangel an Vitamin D, das durch die Sonneneinstrahlung in unserem Körper produziert wird, begünstigt unter anderem die Entstehung von Diabetes. Da bereits ein Großteil der Bevölkerung eine zu geringe Vitamin D-Konzentration im Blut aufweist, sollten Sie sich möglichst täglich in der Sonne aufhalten. In den kalten Monaten und für Büroangestellte, die es nicht schaffen in der Mittagszeit genug Sonne zu tanken, bieten sich Vitamin D-Ergänzungsmittel an.

3. Verzehr von Fleisch einschränken

Neuste wissenschaftliche Studien verderben Fleischliebhabern nicht nur den Genuss von Wurststullen, jetzt scheint es bewiesen, dass nicht nur stark verarbeitetes und gepökeltes Fleisch, sondern auch unverarbeitetes rotes Fleisch die Entstehung von Diabetes Typ 2 begünstigen kann.

Wurde Fleisch jedoch durch pflanzliche Eiweißquellen wie Nüsse und Vollkorngetreide ersetzt, verringerte sich laut Studienergebnissen das Diabetesrisiko.

4. Magnesiumspiegel optimieren

Wie bereits erwähnt, spielt „das Sportlermineral“ Magnesium nicht nur für Muskeln und Herz eine wichtige Rolle. Wer einen erhöhten Blutzucker oder bereits Diabetes hat, sollte unbedingt auf eine ausreichende Zufuhr von Magnesium achten, um seinen Gesundheitszustand zu verbessern. Magnesiumreiche Lebensmittel, die einfach in den Speiseplan zu integrieren sind: Mandeln, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Vollkornprodukte, Haferflocken und Sojabohnen.

5. Mandeln essen

Ob als Snack, in Müsli oder Desserts: Eine Studie belegt, dass der Verzehr von circa 60 Gramm Mandeln am Tag die Insulinresistenz der Zellen stark vermindern kann.

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