Die Milch macht's?


„Milch macht müde Männer munter“, der Werbeslogan aus den 50er Jahren hat bis heute einen hohen Bekanntheitsgrad in Deutschland. Der verkürzten Form „Die Milch macht’s“ schenken Groß und Klein Vertrauen. Täglich greifen sie gewissenhaft zu Milch und Käse. Prominente und Sportler machen es vor. Dabei hat Milch keine anregende oder gar leistungssteigernde Wirkung. Im Gegenteil: Der Verzehr von Milch und Milchprodukten kann bei vielen Menschen einen energieraubenden Effekt haben. Wie kann das sein?

Nahrungsproteine sind unverzichtbarer Bestandteil unseres Lebens, sie müssen regelmäßig zugeführt werden. Insbesondere Gesundheitsbewusste und ehrgeizige Sportler wissen um die Wichtigkeit einer optimalen Proteinversorgung. Hüttenkäse, Quark, Casein- und Molkedrinks liefern viel Eiweiß, landen bei ihnen daher häufig im Einkaufswagen. Andererseits ist vielen nicht bewusst, dass Nahrungsproteine auch Auslöser von Unverträglichkeitsreaktionen sein können.

Nehmen wir jedoch Proteine zu uns, die wir nicht gut vertragen, schwächen wir unseren Körper. Wir fühlen uns häufig müde und abgeschlagen. In schlimmeren Fällen kommt es zu Bauchkrämpfen, Erbrechen oder Durchfall. Da versucht man seinem Körper etwas Gutes zu tun und erzielt im Zweifelsfall den gegenteiligen Effekt. Milchprotein wird zwar in der Sporternährung gerne eingesetzt und gilt als hochwertiges Protein, das den Muskelaufbau unterstützt. Das vermeintlich unverzichtbare Lebensmittel für Menschen aller Altersklassen ist jedoch nicht selten die Ursache von Unwohlsein.

Bei einer Milchunverträglichkeit kommen verschiedene Ursachen in Frage. Zum einen die bekannteste Form einer Unverträglichkeit der Milch – die Laktoseintoleranz. Zum anderen die Kuhmilchallergie, die sich durch allergische Reaktionen auf die verschiedenen Eiweißkomponenten der Milch zeigt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung beschreibt Kuhmilch als eines der „wichtigsten Allergie auslösenden Lebensmittel im Kindesalter“. Die Laktoseintoleranz findet sich häufiger bei Schulkindern und Erwachsenen.

Milcheiweiß besteht aus dem leichtlöslichen, hitzeempfindlichen Molkenprotein (Albumine und Globuline) und dem schwerlöslichen, hitzestabilen Casein. Besteht eine Allergie gegen Casein, kann keine Art von Tiermilch vertragen werden, da Casein nicht kuhmilchspezifisch ist. Molkenprotein dagegen ist kuhmilchspezifisch, d.h. eine allergische Reaktion auf Molkenprotein beschränkt sich auf die Milch von Kühen. Allergiker haben dann die Möglichkeit auf Schafs-, Ziegen- oder Stutenmilch auszuweichen, sofern keine weiteren Tiermilchallergien bestehen. Zumeist treten die Allergiesymptome sofort oder innerhalb von zwei Stunden auf. In einzelnen Fällen jedoch erst nach 48 Stunden.

Bei der Laktoseintoleranz handelt es sich um eine Unverträglichkeit gegen den Milchzucker, der auch Laktose genannt wird. Weltweit leiden rund 75% der Weltbevölkerung unter dieser Form der Milchunverträglichkeit. Ursache ist ein Mangel an dem Enzym Laktase, das den Milchzucker aufspaltet bevor er in die unteren Darmabschnitte gelangt. Fehlt die Laktase oder liegt es in zu geringen Mengen vor, kann die Laktose nicht oder nur unzureichend gespalten werden. Folglich gelangt der Milchzucker unverdaut in tiefere Darmabschnitte, wo er von den Darmbakterien verwertet wird. Die Folge sind Bauchschmerzen, Blähungen, Völlegefühl, Übelkeit und Durchfall.

Ob Laktoseintoleranz, Pseudoallergie oder Allergie gegen Milcheiweiß am besten verzichtet man nach der Diagnose auf Milch und Milchprodukte und greift zu Proteinquellen, die der Körper besser verwerten kann.

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