Eine Hommage an das fast vergessene Öl - Leinöl ein Must Have in der Küche


Früher selbstverständlicher Teil unserer Nahrung, heute leider kaum mehr in unseren Küchen anzutreffen. Leinöl wird aus den Samen der Leinpflanze, auch als Flachs bekannt, gewonnen. War der Flachsanbau bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts weit verbreitet, ist er heute durch andere Kulturpflanzen verdrängt worden. Hans- Ulrich Grimm und Bernhard Ubberhorst schreiben in ihrem Buch „Leinöl macht glücklich“ über die fast unglaubliche Wirkung des uralten Lebensmittels. Nach neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen hilft Leinöl und Leinsamen gegen Herzinfarkt, kann zu hohen Blutdruck minimieren oder Zivilisationskrankheiten der Neuzeit wie Zuckerkrankheit und sogar gegen einige Krebsarten vorbeugend wirken. Die Früchte des Leins sind sogar gut für das Gehirn: sie schärfen den Verstand und stärken die Seele. Ur- Stoff der Zivilisation – wichtigste Pflanze der Menschheitsgeschichte Neben der Fasergewinnung reicht die Verwendung von Lein 6.000 bis 10.000 Jahre zurück und ist somit einer der ältesten Kulturpflanzen neben Linse, Erbse, Gerste, Emmer und Einkorn. Durch zielgerichtetes Eingreifen des Menschen wurde Lein als Nutz- und Zierpflanze schon in der Vorzeit angebaut und züchterisch bearbeitet. Im Gegensatz zur Wildpflanze weist es anhand morphologischer, zytologischer, chemischer und anderen Merkmalen einen riesenhaften Wuchs auf, die für den Menschen aus ernährungsspezifischen Gesichtspunkten einen Fortschritt mit sich brachte. Neben der Verwendung als technische Faser, ist der Lein heute als Heilpflanze (Purgier- Lein), als Lebensmittel (Leinsamen) und zur Gewinnung als Leinöl bekannt.

Uraltes Lebensmittel

Der Ölgehalt des Leinsamen liegt bei 30 bis 50 Prozent. Davon sind bis zu zwei Drittel Linolensäure. Unter Lufteinlass verbinden sich die Fettsäuren zu beständigen Riesenmolekülen und sorgen in der Küche für die lebensnotwendigen Fettsäuren beim Menschen. Zudem enthält Lein eine hohe Menge an Ballaststoffen und zudem viel Kalium. Besonders zuträglich ist Lein bei der Nahrungsaufnahme im kalten Zustand, da es nicht wirklich hitzebeständig ist. Hier ist der Verweis zum erzgebirgischen Rezept „Pellkartoffen und Quark“ wie als Beimischung zu geschrotetem Müsli erwähnenswert. Bei Hippocrates wird Leinöl als Mittel gegen Katarrhe, Leibweh und Durchfall beschreiben, bei Paracelsus hingegen als Mittel gegen Hustenreiz. Als Bestandteil von Heilsalben und Zugsalben wirkt es dank der enthaltenen Alpha- Linolensäure (Omega-3-Fettsäure) schmerzlindernd und entzündungshemmend. Magenschleimhautentzündungen oder Darmschleimhautentzündungen und Entzündungen im Mund soll die Pflanze kurieren können. In der Hausapotheke ist es bei äußerlicher Anwendung (im bekannten Leinsamensäckchen) auch bei Zahnschmerzen, Ischias, Rheuma sowie Blasenleiden und Nierenleiden heiß aufgelegt ebenfalls schmerzlindernd.

Leinöl und Leinsamen: vorbeugend gegen Herzinfarkt

Einen besonders hohen Gesundheitswert hat Leinöl hinsichtlich der positiven Wirkungen auf Herz und Gefäße. Aber auch bei Knochenbeschwerden und Gelenkbeschwerden ist Leinöl wohltuend. Das Zentrale Nervensystem den Menschen wird ebenfalls positiv durch das Leinöl beeinflusst. Eine Minderung mit ALA (Alpha- Linolensäure = Omega-3-Fettsäure) kann zu gesundheitlichen Problemen führen, die somit einen regelmäßigen Verzehr von ALA nach sich ziehen müssten. Grimm und Ubberhorst sprechen gar von einer Minderung des Herzinfarkt- Risikos (gleiches sagen auch interessante Forschungsarbeiten aus den USA).

Leinöl und deren Minderung von zu hohem Blutdruck

Einig sind sich wohl die Experten bei der Bedeutung von Leinöl für die lebenswichtigen, essentiellen Omega-3-Fettsäure (ALA) bei der Abwehr von Herzkrankheiten und Gefäßkrankheiten. ALA wirkt vorbeugend gegen Arterienverkalkung sowie Knochenbeschwerden und Gelenkbeschwerden. Entzündungshemmend wirkt Leinöl bei Entzündungen aufgrund von unsachgemäß ausgeführtem Sport. Einflussreich sei die Wirkung von ALA und somit von Leinöl für das Vegetative Zentralnervensystem. Nach einer bevölkerungsbasierter Studie aus den USA sind Menschen, die ausreichend ALA zuführten wesentlich gesünder und erlitten zu 59 Prozent weniger häufig einen Herzinfarkt als diejenigen mit wenig ALA in der Nahrung. Dieser eindeutige Befund lässt den täglichen Verzehr der essentiellen Omega-3-Fettsäure ALA notwendig werden, da es das Herzinfarkt- Risiko deutlich senken kann. Diese pflanzlichen Öle sind in dem im Leinsamen stammendem Leinöl enthalten.

Leinöl – gut gegen viele Zivilisationskrankheiten, wie die Zuckerkrankheit sogar manchen Krebsarten

Wenn also von einer positiven Wirkung von Leinsamen, insbesondere präventiv angewendet, zu sprechen ist, muss Leinöl wieder Einzug in die Küche der Jetztzeit finden. Dabei sollte man täglich eine bestimmte Menge an Leinsamen oder Leinschrot dem Körper zuführen oder aber ein bis zwei Esslöffel voll Leinöl täglich, bestenfalls morgens zum Frühstück verzehren. Forscher aus Kanada haben herausgefunden, dass die Aufnahme an täglich notwendigen ALA am Besten durch Leinöl und am Schlechtesten mit Leinsamen gelingt. Allerdings ist Leinöl leicht verderblich. Daher kann es sinnvoll sein auf hochgereinigtes Leinöl in Kapseln zurück zu greifen, das in der ortsansässigen Apotheke erworben werden kann. Früchte des Lein: gut für Gehirn, schärfend für Verstand und stärkend für die Seele Leinöl als tägliche Beigabe in jeden Suppenteller, über jegliche Hauptspeisen, ins Müsli zum Frühstück sind somit ein Must Have bei den Nahrungsexperten. Achtung: Leinöl kann bei Husten, Heiserkeit, Asthma, bronchial, erschwerter Schleimsekretion und Verstopfung und immunsystemstärkend, wie unterstützend bei der Heilung von Autoimmunerkrankungen, Magenerkrankungen, Darmerkrankungen, Gallenerkrankungen, Lebererkrankungen, Hauterkrankungen und hilfreich bei Depressionen, Hyperaktivität, Herz-Kreislaufproblemen, Entzündungsprozessen, Wechseljahrbeschwerden eingesetzt werden, wenn es nicht mitgekocht wird. Positiv sei auch die Wirkung auf das hormonelle System, wie schützend bei Herz- und Gefäßkrankheiten, Prostata-Erkrankungen wie Osteoporose . Achtung: die ausgesprochen positive Wirkung von Leinöl kann nur erreicht werden, wenn ausreichend Vitamin E durch die Nahrung zugeführt wird. Bild: Rolf Handke / pixelio.de

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