Eisen – Mehr als nur ein Metall!


Eisenmangel und mit ihm die Eisenmangelanämie (Blutarmut) betreffen rund ein Drittel der Weltbevölkerung. Es ist ein bedeutendes globales Gesundheitsproblem, welches Einfluss auf die Kindersterblichkeit, die verringerte körperliche Leistungsfähigkeit und die vermehrter Einweisung in Krankenhäuser hat. Kinder im Alter zwischen 0 und 5 Jahren, Frauen im gebärfähigen Alter und Schwangere haben ein besonders hohes Risiko an einem Eisenmangel zu erkranken. Zudem werden verschiedene chronische Erkrankungen ebenfalls mit Eisenmangel in Verbindung gebracht. Zu diesen zählen chronische Nierenerkrankungen, Herzfehler, Krebs und entzündliche Darmerkrankungen (1).

Im Folgenden sollen die Funktionen von Eisen, die Nahrungsquellen, die Mangelsymptome und einige mit Eisenmangel einhergehende Erkrankungen genauer beleuchtet werden.  

Eisen

Eisen ist ein Spurenelement und essentieller Bestandteil des Hämoglobins. Essentiell bedeutet, dass Eisen nicht vom Körper selbst produziert werden kann, sondern über die Ernährung aufgenommen werden muss. Das Hämoglobin ist der rote Farbstoff des Blutes (der Erythrozyten). An diesen wird Sauerstoff gebunden und zu den jeweiligen Zellen im Körper transportiert. In den Erythrozyten sind ca. 60 % des gesamten Körpereisens enthalten (1).

Über die Ernährung können zwei verschiedene Arten des Eisens aufgenommen werden. Es gibt das Hämeisen und das Nicht-Hämeisen. Das Hämeisen ist das Eisen-Ion Fe2+. Dieses Eisen findet man in tierischen Lebensmitteln, wie Fleisch oder Fisch und kann leicht vom Darm aufgenommen werden. Das Nicht-Hämeisen ist das Eisen-Ion Fe3+. Dieses findet man vorwiegend in pflanzlichen Produkten, wie schwarzem Tee oder Kakao. Dieses Nicht-Hämeisen kann vom Körper nicht in der Form aufgenommen werden, sondern muss zunächst mit Hilfe eines Energieaufwandes auf das Fe2+ reduziert werden. Die Eisenmenge, die aus pflanzlichen Produkten aufgenommen werden kann, ist somit wesentlich geringer als bei tierischen Produkten (1).  

Funktionen von Eisen im Körper

Eisen wird in unserem Körper für eine Vielzahl an Mechanismen benötigt. Das Spurenelement ist an enzymatischen Prozessen, der DNA-Bildung und an der Energiegewinnung in den Mitochondrien beteiligt (1). Unter enzymatischen Prozessen versteht man Stoffwechselreaktionen, die im Körper beschleunigt werden müssen, um ablaufen zu können. Enzyme dienen als Katalysatoren und senken so die für den Prozess notwendige Energie, sodass die gewünschte Reaktion leichter von statten geht. Weiterhin spielt Eisen eine wichtige Rolle in der Blutbildung und im Sauerstofftransport zu den Zellen. Sauerstoff wird in allen Zellen benötigt, damit die jeweiligen Funktionen erhalten werden können. Zuletzt sorgt Eisen bei den Zellen für den Elektronentransport und –austausch. Eine Muskelzelle muss beispielsweise Elektronenkanäle öffnen, um eine Anspannung des Muskels bewirken zu können (2).  

Nahrungsquellen von Eisen (3)

Eisen ist in vielen Lebensmitteln enthalten. Allerdings ist nur das Eisen aus tierischen Lebensmitteln (zweiwertiges Eisen) wirklich gut für den Körper aufnehmbar. In der folgenden Tabelle sind einige Lebensmittel, sowohl tierische als auch pflanzliche Lebensmittel aufgeführt.  

Lebensmittel Eisen-Gehalt in mg / 100g Lebensmittel
Rinderleber 6,5
Vollkornzwieback 6,2
Erbsen 5,2
Rotbarsch, geräuchert 4,7
Knäckebrot 4,7
Vollkornnudeln, roh 3,8
Hühnerei 2,0
 

Bedarf an Eisen

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Männer eine tägliche Eisenzufuhr von 10 mg. Frauen, die noch nicht in der Menopause und somit noch immer die Monatsblutung durchleben, haben einen Bedarf von 15 mg Eisen pro Tag. Für nicht mehr menstruierende Frauen ist die tägliche Zufuhrempfehlung auf 10 mg Eisen gesenkt. In besonderen Lebensumständen, wie in der Schwangerschaft oder Stillzeit, haben Frauen einen erhöhten Eisenbedarf. Dieser liegt bei Schwangeren bei 30 mg und bei Stillenden bei 20 mg Eisen täglich.

Die USA gibt ähnliche Empfehlungen ab, empfiehlt allerdings bei Vegetariern die jeweilige tägliche Zufuhrempfehlung mit dem Faktor 1,8 zu multiplizieren.  

Mangelsymptome bei Eisen

Eisenmangel ist die häufigste Ursache für eine Blutarmut (Anämie). Aufgrund dessen treten sehr häufig Blässe, Müdigkeit, Atemnot und Kopfschmerzen auf. Oftmals kommt es zudem zu Haarausfall, einer Entzündung der Zunge, Ruhelosigkeit, trockene und raue Haut, trockenes und schnell fettendem Haar, unnormalen Herzgeräusche, Herz-Rhythmus-Störungen und Schwindel. In seltenen Fällen kann ein Eisenmangel zu Kreislaufstörungen bis hin zum Kreislaufzusammenbruch führen. Bei einem Kreislaufzusammenbruch kann es zu einer Bewusstlosigkeit kommen, die unbehandelt lebensbedrohlich ist (1).  

Diagnose von Eisen

Der Eisenspiegel kann mit unserem Eisen-Testkit ermittelt werden. Bei diesem wird die Konzentration von Ferritin in Ihrem Blut überprüft. Ferritin ist die Speicherform des Eisens und bietet die beste Aussagekraft bezüglich der allgemeinen Grundversorgung.  

Eisen und Haarausfall

Unsere Haare haben einen hohen Bedarf an Blut. Aufgrund dessen ist ein möglicher Zusammenhang zwischen Mikronährstoffen, wie beispielsweise Eisen, und Haarausfall bereits 1960 festgestellt worden. Wie bereits oben erwähnt ist Eisen maßgeblich an der Blutbildung beteiligt. Ein geringeres Blutvolumen und somit eine schlechtere Blutversorgung der Haare, werden als mögliche Ursache für Haarausfall diskutiert. Studien zeigen, dass beispielsweise Frauen mit Haarausfall einen erniedrigten Eisenspiegel aufweisen. Zudem wurde ermittelt, dass durch eine erhöhte Eisenzufuhr durch Präparate (Supplementierung) der Haarausfall signifikant zurückgeht. Ein durch Mikronährstoffmangel hervorgerufene Haarausfall ist im Regelfall reversibel. Dies bedeutet, dass nach Ausgleich des Mangels der Haarverlust vollständig behoben werden kann (4).  

Eisen und Sport

Sportler haben einen erhöhten Eisenbedarf. Durch Sport, insbesondere Ausdauersport, kommt es zu erhöhten Mineralstoffverlusten über den Schweiß. Ein Mangel kann sich leicht einstellen. Weiterhin wird Eisen für den Sauerstofftransport im Blut benötigt. Studien haben festgestellt, dass eine Eisen-Therapie nicht nur die körpereigenen Eisenspeicher wieder auffüllen, sondern auch die Sauerstoffversorgung, die Leistung besonders im Bereich des Ausdauersports und das Gesamtblutvolumen erhöhen kann (5).  

Eisen und Übergewicht

Ein Zusammenhang von Übergewicht und dem Eisenstatus wurde erstmals in den 1960ern festgestellt. Verschiedene Studien aus 2000 und 2011 zeigen, dass Eisenmangel und Übergewicht oftmals gemeinsam auftreten (6). Eine weitere Studie aus 2015 zeigt ebenfalls, dass stark übergewichtige Personen einen niedrigeren Eisenspiegel aufweisen als Normalgewichtige (7).  

Eisenmangel und entzündliche Darmerkrankungen

Ein Eisenmangel, insbesondere eine Anämie, ist häufig eine Nebenerkrankung bei einer entzündlichen Darmerkrankung. Man kann soweit gehen und eine Anämie als eine Komplikation einer Darmerkrankung bezeichnen. Dieser Eisenmangel entsteht durch einen chronischen Blutverlust, welcher durch Blutungen im Darmbereich oder durch mangelnde Aufnahme von Eisen über die Dünndarmschleimhaut eintreten kann. Aufgrund des Mangels werden häufig Eisenpräparate (Supplemente) vom Arzt verordnet. Jedoch verursachen diese Supplemente nicht selten Nebenwirkungen, wie Bauchschmerzen und Durchfall. Besonders der Durchfall mindert wiederum die Eisenaufnahme, weshalb der Eisenmangel weiterhin bestehen bleibt (8).  

Eisen und Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft tritt häufig ein Eisenmangel auf. Dies kann gravierende Folgen für die Mutter und das Kind haben. Ein Eisenmangel kann durch verschiedene Faktoren während der Schwangerschaft verstärkt werden, wie beispielsweise durch Blutungen in der Plazenta (Gewebe in der Gebärmutter auch „Mutterkuchen“ genannt), im Magen-Darm-Trakt und in der Spätschwangerschaft. Besonders die Blutungen in der Spätschwangerschaft (peripartale Blutungen) können sowohl für die Mutter als auch für den Säugling tödlich sein. Ein Eisenmangel kann zu Entwicklungs- und Wachstumsstörungen beim Ungeborenen und zu Frühgeburten führen (9).

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  Literatur

  1. Lopez et al. (2015). Iron deficiency anaemia. The Lancet. 10.1016/S0140-6736(15)60865-0.
  2. Biesalski et al. (2015). Taschenatlas Ernährung. Stuttgart: Georg Thieme Verlag.
  3. Elmadfa et al. (2013). Die große GU Nährwert Kalorien Tabelle. München: GRÄFE UND UNZER VERLAG.
  4. Park et al. (2013). Iron Plays a Certain Role in Patterned Hair Loss. Journal of Korean Medical Science. 28: 934-938.
  5. Burden et al. (2014). Impact of Intravenous Iron on Aerobic Capacity and Iron Metabolism in Elite Athletes. Medicine & Science in Sports & Exercise. 10.1249/MSS.0000000000000568.
  6. Choma et al. (2015). Conflicting effects of BMI and waist circumference on iron status. Journal of Trace Elements in Medicine and Biology. 32: 73-78.
  7. Nazif et al. (2015). Study of Serum Hepcisin as a Potential Mediator oft he Disrupted Iron Metabolism in Obese Adolescents. International Journal of Health Sciences. 9 (2): 171-178.
  8. Kaitha et al. (2015). Iron deficiency anemia in inflammatory bowel disease. World Journal of Gastrointestinal Pathophysiology. 6(3): 62-72.
  9. Breymann C. (2015). Iron Deficiency Anemia in Pregnancy. Seminars in Hematology. 52(4): 339-47.

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