Eisenmangel und entzündliche Darmerkrankungen


Mehr als 25% der Patienten mit einer entzündlichen Darmerkrankung weisen einen Eisenmangel auf [1].

Unter chronisch entzündlichen Darmerkrankungen werden Krankheitsbilder zusammengefasst, die sich durch schubweise wiederkehrende oder kontinuierlich auftretende entzündliche Veränderungen des Darms kennzeichnen. Die bekanntesten chronisch entzündlichen Darmerkrankungen sind Morbus Chron und Colitis ulcerosa. Morbus Crohn ist eine Krankheit, bei der sich der Körper selbst angreift und es zu Entzündungen des gesamten Verdauungstraktes kommen kann. Bei der Colitis ulcerosa begrenzt sich der entzündliche Befall meist auf Bereiche des Dickdarms, kann sich aber von dort aus auch bis in die oberen Schleimhautschichten ausbreiten. Bei entzündlichen Darmerkrankungen kommt es häufig zu Bauchschmerzen, Durchfällen, Übelkeit, Erbrechen und Fieber [3].

Unser Spurenelement Eisen ist essentiell und kann somit nicht vom Körper selbst gebildet werden. Es muss stattdessen über die Nahrung aufgenommen werden. Die Aufnahme (Absorption) von Eisen erfolgt im Dünndarm über die Darmschleimhaut. Um eine hohe Absorptionsrate erreichen zu können, werden vorwiegend tierische Produkte benötigt. In tierischen Lebensmitteln befindet sich das Eisen in der zweiwertigen Form (Fe2+) und kann leichter aufgenommen werden, als das dreiwertige Eisen (Fe3+) aus pflanzlichen Lebensmitteln [2].

Bei entzündlichen Darmerkrankungen werden die Schleimhäute im Verdauungssystem geschädigt – eine reduzierte Nährstoffaufnahme stellt sich ein. Ein enormes Problem stellt dabei die durch Eisenmangel auftretende Blutarmut (Anämie) dar. Hierbei kann es zunächst zu Symptomen wie Müdigkeit, Blässe und reduzierter körperlicher Leistung kommen. Im Verlauf können sich die Symptome allerdings soweit verschlechtern, dass Atemnot und Bewusstlosigkeit auftreten. Folglich ist die Behandlung einer Eisenmangelanämie von großer Bedeutung. Jedoch ist die Therapie, besonders bei Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen, erschwert.

Eisenpräparate sind vielfältig auf dem Markt vorhanden. Sie unterscheiden sich in den Verbindungen und damit auch in der Aufnahmerate im Dünndarm. Nicht wenige der Eisenpräparate weisen diverse Nebenwirkungen auf, wie beispielsweise Bauchschmerzen, Verstopfungen oder Durchfälle. Bei entzündlichen Darmerkrankungen ist somit die richtige Wahl des Präparates entscheidend, damit der Mangel behoben werden kann ohne die bereits bestehenden Beschwerden zu verstärken. Aufgrund der Entzündung des Verdauungssystems empfehlen einige Studien die Nutzung von Eiseninfusionen. Dies bedeutet, dass das Präparat nicht geschluckt werden muss und somit den gesamten bereits angeschlagenen Magen-Darm-Trakt passiert, sondern das Eisen mit Hilfe einer Spritze in den Körper gelangt [1].

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Patienten mit chronischen entzündlichen Darmerkrankungen ein erhöhtes Risiko für einen Eisenmangel bis hin zur Eisenmangelanämie aufweisen. Die therapeutischen Ansätze sind komplex und bedürfen ärztlicher Fachkenntnis. Die regelmäßige Überprüfung des Eisenwertes ist bei chronisch entzündlichen Erkrankungen von großer Bedeutung, um einen Mangel rechtzeitig zu erkennen und beheben zu können. Nutzen Sie zur Diagnose unseren Eisenmangel-Test. Bei diesem wird die Konzentration von Ferritin in Ihrem Blut überprüft. Ferritin ist die Speicherform des Eisens und bietet die beste Aussagekraft bezüglich der allgemeinen Grundversorgung.


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