Ernährung in der Stillzeit


Haben wir Ihnen zu mehr Gelassenheit in punkto Ernährung in der Schwangerschaft geraten, sieht es beim Thema Ernährung in der Stillzeit anders aus. Jetzt ernähren Sie wirklich zwei Menschen oder bei Mehrlingsgeburten natürlich mehr. Ihr Bedarf an Wasser, Vitaminen und anderen Nährstoffen ist nun deutlich gestiegen. Ein Mangel an Vitaminen und essentiellen Fettsäuren vermindert so nicht nur die Qualität der Muttermilch, auch Ihnen fehlen diese für ein gesundes Leben und Wohlbefinden. Man schätzt den Mehrbedarf in der Stillzeit allein bei Kalorien auf etwa 400-600 kcal. Das ist ein Viertel von dem, was Sie sonst benötigen.

Jetzt sollte man sich ganz bewusst für eine Obstschale am Tag extra entscheiden, aber auch für ein Glas Milch, Buttermilch oder Lassi. Trinken Sie ausreichend. Empfohlen werden zwei Liter Flüssigkeit pro Tag. Auch Schwarzer Tee oder Kaffee ist in Maßen erlaubt. Am einfachsten ist es, während des Stillens Tee, Wasser oder was Sie sonst mögen, zu trinken. Auch hier geschieht vieles quasi automatisch. Nicht wenige Frauen berichten, dass Sie von selbst aus während der Stillzeit mehr Gemüse und Obst bevorzugten und auch mehrmals pro Woche deftige Fleischmahlzeiten einforderten. Gerade in den ersten Wochen nach der Geburt erleben viele Frauen zum ersten Mal ausgeprägte Hungergefühle und Heißhunger auf bestimmte Sachen.

Im Grunde genommen, brauchen Sie auf nicht zu verzichten. Früher meinte man, dass es besser wäre, auf bestimmte Allergie auslösende Nahrungsmittel wie Äpfel, Zitrusfrüchte oder Fisch zu verzichten. Das ist mittlerweile widerlegt. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn ihr Kind zu Blähungen neigt. Dann sollten kohlhaltige Speisen, Zwiebeln und Hülsenfrüchte gemieden werden. Probieren Sie es einfach aus, was Ihnen und Ihrem Kind gut tut und was nicht.

Ein sinnvoller Ratschlag in Sachen Ernährung in der Stillzeit bezieht sich auf Ihr familiäres und soziales Umfeld. Sie werden insbesondere in den ersten Wochen kaum dazu kommen, sich ausgewogene Speisen zuzubereiten oder etwa zu kochen. Sprechen Sie Ihre Familie schon vor der Geburt des Kindes darauf an und bitten Sie sie, Ihnen in den ersten Wochen zu helfen. Dabei ist es manchmal schwierig zu vermitteln, dass man zwar jeden Tag verköstigt werden möchte, sich über bereits gekochtes Essen und gebackenen Kuchen freut, aber sonst wenig Lust und Nerven für ein gepflegtes Beisammensein hat. Sprechen Sie frühzeitig darüber. Das erspart Frustrationen, manchmal Tränen, aber vor allem Hungerattacken.

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