Ernährungstherapie: Bunt und kohlenhydratreich bei ALS


Die fortschreitende Nervenerkrankung amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist durch zunehmende Kraftlosigkeit, Muskelschwäche und Bewegungseinschränkung gekennzeichnet. Die Ursache ist weitgehend unbekannt. Forscher haben jetzt herausgefunden, dass eine kohlenhydratreiche Ernährung den Verlauf der Krankheit verlangsamen könnte und der Verzehr leuchtend bunter Lebensmittel den Ausbruch von amyotropher Lateralsklerose verzögern und gegebenenfalls sogar verhindern kann. Was steckt dahinter?

Bunt und farbenfroh

Eine Studie, die in dem Journal „Annals of Neurology“ publiziert wurde, hat bestätigt, dass Carotinoide in Obst und Gemüse den Ausbruch  von ALS verzögern bzw. sogar verhindern könnten. Große Mengen an Lycopin, Beta-Cryptoxanthin und Vitamin C konnten das ALS Risiko dagegen nicht senken.

Carotinoide sind Verbindungen, die Obst und Gemüse ihre rote, orange oder gelbe Farbe geben. Zusätzlich sind sie eine Quelle für Vitamin A. Zu diesen Lebensmitteln gehören zum Beispiel Karotten, Süßkartoffel, Paprika und Aprikosen.

Ältere Untersuchungen berichteten davon, dass oxidativer Stress zu der Entwicklung von amytropher Lateralsklerose beiträgt. Einige Untersuchungen konnten außerdem zeigen, dass Menschen, die durch ihre Ernährungsweise viele Antioxidantien wie Vitamin C und Carotinoide aufnehmen, ein geringeres ALS-Risiko haben. Daher entschieden sich Forscher den Zusammenhang zwischen ALS und Vitamin C oder Carotinoiden genauer zu untersuchen. Ergebnis: Nicht Vitamin C (auch keine hohen Mengen durch Nahrungsergänzungsmittel), sondern Carotinoide haben einen protektiven Effekt. Ebenso scheint Lutein, welches in dunkel grünem Gemüse vorkommt, einen gewissen schützenden Einfluss zu haben.

Kohlenhydrat- und energiereiche Kost

Die Mehrheit der ALS Betroffenen haben Schwierigkeiten beim Essen und Schlucken, wodurch starke Gewichts- und Muskelverluste auftreten.

Laut einer kleinen Studie in „The Lancet“, kann eine Ernährung, die reich an Kohlenhydraten und Kalorien ist, das Fortschreiten der Nervenkrankheit ALS verlangsamen.

Die Forscher teilten 20 ALS Patienten, die bereits über Magensonden ernährt werden mussten, in drei Gruppen ein: kohlenhydratreiche/energiereiche Ernährung, fettreiche/energiereiche Ernährung und Standardernährung zum Vergleich. Alle Patienten befolgten die Ernährungsmaßnahme für 4 Monate.

Die Patienten der kohlenhydratreichen Gruppe hatten im Vergleich zu den anderen Gruppen halb so viele Krankheitsschübe und eine längere Lebensdauer. Zudem nahmen die Patienten der kohlenhydratreichen Gruppe pro Monat knapp 400 Gramm zu, die Vergleichsgruppe dagegen nur etwa 100 Gramm und die Patienten der fettreichen Gruppe nahmen sogar fast 500 Gramm pro Monat ab.

Auch wenn die Studiengröße mit 20 Teilnehmern sehr klein war, sind die Ergebnisse doch vielversprechend und die Wissenschaftler optimistisch.

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