Fruktose-Unverträglichkeit – Nie wieder Obst?


Eine Fruktose-Unverträglichkeit bzw. Fruktosemalabsorption betrifft laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung in Deutschland heutzutage 33% der Erwachsenen und 66% der Kinder. Aufgrund eines Defekts eines Proteins im Dünndarm wird die Fruktose dort nicht aufgenommen und gelangt in den Dickdarm. Dort machen sich die Darmbakterien an die Arbeit und verwerten den Fruchtzucker. Die Folge sind Magen-Darm-Beschwerden und Leistungsminderungen.

Wie der Name hergibt, befindet sich der Fruchtzucker, die Fruktose, in Obst und Gemüse. Bedeutet es nun, dass man bei einer Fruktose-Unverträglichkeit sein Leben lang auf Obst und Gemüse verzichten muss? Wie sieht es aus mit den Vitaminen, die man aus Früchten gewinnt?

Was ist eine Fruktose-Unverträglichkeit? – ein kurzer Überblick

1/3 der Erwachsenen, die mehr als 25 g Fruktose am Tag verzehrt haben, haben die Krankheitszeichen einer Fruktose-Unverträglichkeit gezeigt. Das entspricht ungefähr einem Apfel, einer Banane, ein Glas Apfelsaft und zwei Kiwis an einem Tag.
Die Fruktose-Unverträglichkeit / Fruktosemalabsorption beruht  darauf, dass das Transportprotein GLUT-5 in seiner Funktion gestört ist. GLUT-5 dient der Aufnahme von Fruktose über den Dünndarm, sodass die Fruktose in unseren Blutkreislauf gelangen kann. Entweder ist dieser Defekt angeboren oder im Laufe der Zeit erworben worden. Die Fruktose wird dann in den Dickdarm transportiert. Die dort ansässigen Darmbakterien unserer Darmflora spalten die Fruktose in Stoffe wie Wasserstoff, Methan, Kohlenstoffdioxid und kurzkettige Fettsäuren. Infolgedessen beklagen sich Betroffene über Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Blähungen, Übelkeit und Durchfall. Selbst Depressionen können ein Symptom sein.

Kopfschmerzen

Wie behandelt man eine Fruktose-Unverträglichkeit?

In der Anfangsphase sollten Sie größtenteils auf Fruktose verzichten oder eine fruktiosearme Ernährung einhalten. Ihr Magen-Darm-Trakt muss sich nach der Überlastung mit Fruktose erstmal stark erholen. Grundsätzlich sollten Sie auch prüfen, ob auch eine Laktoseintoleranz besteht. 25% der Patienten, die an einer Fruktose-Unverträglichkeit leiden, weisen ebenfalls eine Laktoseintoleranz auf. Das Enzym Laktase, welches  den Milchzucker aus Milchprodukten spaltet, wird im Dünndarm gebildet. Da dieser Darmabschnitt aber  durch die Fruktosemalabsorption überfordert ist, kann die Laktase genauso wie der GLUT-5 Transporter nicht mehr ihrer (die Laktase)Aufgabe nachgehen.

Sofern eine Fruktose-Unverträglichkeit diagnostiziert worden ist, muss auch der Zuckeraustauschstoff Sorbit und das Kohlenhydrat Inulin gemieden werden. Im Körper werden diese beiden Stoffe in Fruktose umgewandelt und lösen die Beschwerden ebenfalls aus.

In der Karenzphase, in der Fruktose im Speiseplan stark reduziert werden muss, können Sie auf Lebensmittel zurückgreifen, die relativ verträglich sind. Hierbei spielt das Verhältnis von Fruktose und Glukose eine wichtige Rolle. Glukose aktiviert das Transportprotein GLUT-2, sodass neben Glukose auch Fruktose in den Dünndarm transportiert werden kann. Daher ist es von Vorteil Lebensmittel in die Ernährung aufzunehmen, deren Gehalt an Glukose überwiegt. Am besten sollte das Verhältnis von Glukose und Fruktose 1:1 sein.

Wir haben Ihnen Listen an Lebensmitteln zusammengestellt, die Ihnen zeigen, welche Sie meiden und welche verträglich sein sollten. Die rote markierten Lebensmittel enthalten sehr viel Fruktose, während die grünen einen sehr geringen Zuckergehalt aufweisen.

Obst und Gemüse

Obst

ungeeignet

geeignet

Ananas

Banane

Apfel (frisch und getrocknet)

Kirschen

Blaubeeren

Grapefruit

Erdbeeren

Mandarine

Himbeeren

Papaya

Kiwi

Pfirsich

Mango

Preiselbeeren

Melone

Schwarze Johannisbeeren

Orange

Trockenfrüchte wie Dattel, Feige, Pflaume

Zitrone

Gemüse

ungeeignet

geeignet

Artischocke

Aubergine

Brokkoli

Avocado

Grüne Bohnen

Gurke

Spargel

Karotten

Tomate

Kartoffeln

Kürbis

Pilze

Spinat

Süßkartoffel

Zucchini

Sonstiges

ungeeignet

geeignet

Agavendicksaft

Butter

Honig

Margarine

Maissirup (High Corn Fructose Syrup)

Fleisch, Geflügel, Eier, Fisch

Roggenvollkornmehl

Getreideprodukte (gemahlenes Mehl)

Süßigkeiten

Milchprodukte

Wein

Pflanzenöle

 

Was folgt nach der Karenzphase?

Nach dieser Karenzphase, in der Sie größtenteils auf Fruktose verzichtet haben, folgt die sechswöchige Testphase. Nun können Sie mehr fruktsosehaltige Lebensmittel in die Ernährung aufnehmen, um die individuelle Verträglichkeit zu testen. Jetzt können Sie sich auch an Produkten mit Fruktose wie Marmelade, Honig und Konfitüren versuchen, um die Verträglichkeit bezüglich dieser Lebensmittel zu überprüfen.

Folgende zwei Tipps können Sie sich zu Herzen nehmen, um die Aufnahme der Fruktose und Ihre Verdauung zu verbessern:

  • Zusätzliche Fett- und Proteinquellen unterstützen die Aufnahme von Fruktose
  • Gegartes Gemüse ist besser verträglich für den Darm und enthält noch die meisten seiner Nährstoffe

Sobald die richtigen Lebensmittel gefunden worden sind, können Sie nun die Phase der Dauerernährung in Angriff nehmen. Die Dauerernährung beinhaltet nun alle Lebensmittel, die Sie künftig in Ihrer Ernährung beibehalten sollten. Sie sollte auf jeden Fall Ihren Grundbedarf an Kalorien, Kohlenhydraten, Fett, Protein und Vitaminen und Mineralstoffen decken. Ansonsten sollten Sie bei manchen Stoffen eine Supplementierung mit Nahrungsergänzungsmittel in Erwägung ziehen.

Wie sieht das Leben mit einer Fruktose-Unverträglichkeit aus?

Wie Sie sehen können, beinhaltet nach der Karenzzeit eine Fruktose-Unverträglichkeit keine straken Einschränkungen. Zwar müssen Sie darauf achten, wie viel Fruktose in einem Lebensmittel enthalten ist und dem Verhältnis von Glukose und Fruktose Beachtung schenken, doch wenn Sie sich mit dem Thema auseinandersetzen, fällt eine Umstellung nicht schwer.

Diese Tipps helfen Ihnen in der Praxis, um Ihnen mit einer Fruktose-Unverträglichkeit den Alltag zuerleichtern:

  • Beachten Sie für die dauerhafte Ernährung, dass Sie täglich mehr Gemüse als Obst zu sich nehmen, da Gemüse weniger Fruktose enthält.
  • Als Ernährungsform sollten Sie eine vollwertige Ernährung mit reichlich Gemüse, Getreide und Getreideprodukten, Milch und Milchprodukten sowie Fisch, Fleisch, Wurst und Ei (in Maßen) anstreben.
  • Bereiten Sie das Gemüse schonend zu und verzehren Sie reichlich davon. Vitamin- und mineralstoffschonend ist es, das Gemüse von Hitze, Licht, Sauerstoff oder Wasser fernzuhalten bzw. deren Einflüsse zu minimieren. Beispielsweise sollten Sie Gemüse also nur kurz mit wenig Flüssigkeit dünsten oder dämpfen statt länger im Wasser liegen zu lassen.
  • Häufig wird von Beschwerden nach dem Verzehr von Gemüse berichtet. Alternativ können Sie Tiefkühlgemüse nutzen oder auf Strünke von Brokkoli und Blumenkohl verzichten.
  • Obst bitte nicht wegen einer Fruktosemalabsorption weglassen. Wählen Sie besser verträgliche Sorten aus und essen Sie die weniger verträglichen Sorten zusammen mit Proteinen und Fetten, beispielsweise bei den Mahlzeiten.
  • Da mit Obst wichtige Nährstoffe sowie Ballaststoffe zugeführt werden, müssen diese bei Verzicht der entsprechenden Obstsorten über andere Lebensmittel ausgeglichen werden. Gemüse ist dafür besonders geeignet.
  • Bewegen Sie sich nach dem Essen, da dies die Darmbewegungen positiv verändert und dadurch die Beschwerden reduziert werden können.

Achten Sie beim Kauf von industriell gefertigten Lebensmitteln, dass in der Zutatenliste die folgenden Inhaltsstoffe nicht beinhaltet sind und meiden diese:

Fructose, Fruktose, Fruchtzucker, Fruktose-Sirup, Fruktose-Glukose-Sirup,

Zuckeraustauschstoff, Stärkesirup, Apfel-Birnen-Kraut, Kunsthonig (Invertzucker), Sorbit (E 420), Mannit (E421), Isomalt (E 953), Maltit (E 965), Laktit (E966), Xylit (E967), Zuckeralkohol.

 

 

Der cerascreen® Fruktose-Unverträglichkeits-Test ist ein Probenahme-Einsendekit für zu Hause. Der Test dient der Bestimmung der Wasserstoff (H2) und Methan (CH4) Konzentration in Ihrer ausgeatmeten Luft. Dadurch kann eine schlechte Aufnahme der Fruktose nachgewiesen werden. Der Test beinhaltet die kostenlose Auswertung im Diagnostik-Fachlabor, den Versand der Probe und einen ausführlichen Ergebnisbericht.

Fruktose Test

 

Quellen:

http://foodintolerances.org/de/fructose-nahrungstabellen/

http://www.dr-barbara-hendel.de/ganzheitliche-medizin/krankheitsbilder/unvertraeglichkeiten/fructose-intoleranz/

A.S. Truswell, J.M. Seach, A.W. Thorburn: Incomplete absorption of pure fructose in healthy subjects and the facilitating effect of glucose. (PDF; 1,7 MB) In: Am J Clin Nutr. 48, 1988, S. 1424–1430.

P. Born, J. Zech, H. Lehn, M. Classe, R. Lorenz: Colonic Bacterial Activity Determines The Symptoms In People With Fructose-Malabsorption. In: Hepato-Gastroenterology. 42, 1995, S. 778–785.

 

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