Gesund in den Frühling


Gesund in den Frühling

Wenn der Frühling naht, entwickeln viele Menschen ein neues Gefühl der Leichtigkeit. Die Sonne und die Luft ziehen uns ins Freie, Salat und Obst lockern den Speiseplan auf. Das Leben wirkt beschwingt und sorgenfrei – wäre da nur nicht die zunehmende Zahl der Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Doch diese lassen sich mit etwas Disziplin sehr gut heilen.

Was ist eine Nahrungsmittelunverträglichkeit?

 Immer mehr Bundesbürger leiden unter akuten Symptomen wie Erbrechen, Durchfall, Schwindelgefühlen, einem Jucken der Haut oder Rötungen, nachdem sie bestimmte Speisen verzehrt haben. Besonders häufig gehören Milchprodukte, säurehaltige Obstsorten sowie Zucker, Mehl und Salz dazu. Eine relativ starke Form der Unverträglichkeit wird zudem durch das Gluten ausgelöst, das hauptsächlich in den industriell hergestellten Lebensmitteln enthalten ist. Bei den Betroffenen ist der Körper nicht oder nicht mehr in der Lage, die genannten Inhaltsstoffe zu verarbeiten. Er stößt diese folglich ab, was zumeist auf abrupte Weise geschieht und von den eingangs erwähnten Folgen begleitet wird. Im Regelfall wird eine medizinische Therapie notwendig sein, um dieses Leiden zu bekämpfen.

Wie entsteht die Unverträglichkeit?

Ein solches Leiden grenzt sich zunächst einmal von der üblichen Allergie ab, bei der der Organismus einen bestimmten Einfluss mit den Waffen des Immunsystems bekämpft. Die Nahrungsmittelunverträglichkeit hingegen beruht auf einem geschwächten Darm. Dieser weist in seiner Flora ein Ungleichgewicht auf: Bestimmte Bakterien oder Pilze können in zu geringer, andere in zu hoher Anzahl vorliegen. Das dadurch gestörte Klima erschwert es dem Verdauungstrakt, die Inhaltsstoffe der Lebensmittel aufzuspalten und sie zu verarbeiten. Solche Schädigungen des Darms und des Immunsystems können erblich bedingt sein, durch externe Faktoren wie Stress und eine falsche Ernährung ausgelöst werden oder in der Folge bestimmter Krankheiten auftreten.

Welche Personengruppen sind besonders gefährdet?

In den letzten Jahren ist die Zahl der Betroffenen durch alle gesellschaftlichen Schichten hindurch erheblich angestiegen. Die Nahrungsmittelunverträglichkeit lässt sich aber besonders häufig bei Personen erkennen, die ohnehin über einen geschwächten Organismus verfügen. Kinder und ältere Menschen werden folglich zahlreicher damit belastet. Je nach Alter und körperlicher Konstitution gestalten sich die Heilungschancen unterschiedlich. Wird die Krankheit in jüngeren Jahren erkannt und therapiert sowie von dem Willen des Patienten begleitet, bestimmte Veränderungen – etwa in der Ernährung – vorzunehmen, so kann die Intoleranz zumeist binnen wenigen Jahren grundsätzlich behoben werden. Bei älteren Betroffenen ist es dagegen häufig etwas schwieriger, die eingefahrenen Wege des Alltags aufzubrechen und einen Wandel herbeizuführen.

Wie wird die Nahrungsmittelunverträglichkeit medizinisch behandelt?

Neben den bereits erwähnten Symptomen wird für die Diagnose in einigen Fällen eine Probe des Blutes, des Urins sowie des Stuhls notwendig sein. Oftmals lässt sich erst auf diesem Wege die Widerstandsfähigkeit des Körpers im Allgemeinen oder des Darms im Besonderen erkennen. Die nachfolgende ärztliche Therapie muss also zweierlei gewährleisten. Zunächst lindert sie die auftretenden Beschwerden, verringert also die Neigung zu Durchfall, Müdigkeit oder Hautjucken. Auf dieser Basis wird aber ebenso die Flora des Verdauungstraktes gestärkt. Der Organismus soll wieder fähig sein, bestimmte Speisen verarbeiten zu können. In der Regel erfolgen diese Maßnahmen auf dem Wege der medikamentösen – und somit für den Patienten sehr schonenden – Behandlung.

Sind auch homöopathische Therapien möglich?

Einen zweiten Weg der Heilung beschreitet die Homöopathie. Bei ihr wird der Körper konstant sehr geringen Dosen jener Inhaltsstoffe der Lebensmittel ausgesetzt, gegen die er eine Intoleranz entwickelt hat. Damit soll er eigene Widerstandskräfte aufbauen und langsam daran gewöhnt werden, bestimmte Speisen wieder zu vertragen. Der homöopathischen Behandlung wohnt aber gleichermaßen das Ziel inne, sich auch den seelischen Ungleichgewichten zu widmen. So mag bei Erwachsenen der Stress und Erfolgsdruck, bei Kindern dagegen eine mentale Blockade oder Angst die Nahrungsmittelunverträglichkeit beeinflussen. Es gilt, in den regelmäßigen Gesprächen diese psychischen Belastungen abzubauen, neue Sichtweisen aufzuzeigen, Veränderungen herbeizuführen. Oftmals wird damit ein ganzheitlicher Aspekt der Heilung verfolgt.

Wie kann der Betroffene seine Therapie begünstigen?

Neben der ärztlichen oder homöopathischen Behandlung ist es notwendig, zunächst bestimmte Lebensmittel und Verhaltensweisen zu überdenken – oder sie sogar vollständig zu meiden. Wer also unter einer Laktoseintoleranz leidet, wird das tägliche Glas Milch oder den Joghurt zum Frühstück künftig von seinem Speiseplan streichen. Liegt eine Unverträglichkeit gegen Weizen vor, kann ein Dinkelbrot in den Pausen genossen werden. In den meisten Fällen lassen sich alternative Nahrungsmittel finden, die den Organismus weniger belasten oder ihn im Idealfalle sogar stärken. Bei den mentalen Belastungen ist es dagegen sinnvoll, sich immer wieder Auszeiten zu nehmen. Der Feierabend, das Wochenende oder der Urlaub sollte eine Regeneration ermöglichen. Sport und kreative Hobbys können dieses Ziel unterstützen.

Die Nahrungsmittelunverträglichkeit: Chaos oder Chance?

Es mag zunächst schwerfallen, sich der Diagnose der Intoleranz zu stellen, langfristig erworbene Denkmuster und Verhaltensweisen zu durchbrechen, manches Symptom der Krankheit zu ertragen. Dennoch sollte das Leiden immer auch als Möglichkeit angesehen werden, etwas grundsätzlich Falsches im Leben des Betroffenen zu verändern. Besserungen lassen sich bei konsequenter Einhaltung eines modifizierten Speiseplans meist bereits nach wenigen Monaten erkennen, eine vollständige Heilung kann in etwa zwei bis drei Jahren erfolgen. Die Unverträglichkeit stellt damit nur eine geringe Zäsur dar und darf gerade deshalb als Startschuss in einen neuen, gesunden und von Wohlbefinden getragenen Alltag angesehen werden.
Blog-Lebensmittelallergie  

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