Haarausfall und Vitamin D


Wer unter Haarausfall leidet, hat häufig schon vieles versucht und ausprobiert. Neben ausgefallenen Behandlungen und teuren Haarwuchs-Pillen scheint das aktuellste Heilmittel so simpel, dass man es fast nicht glauben kann: Vitamin D.

Der essentielle Nährstoff ist neustes Studienthema der Haarausfall-Wissenschaft und wird begeistert gefeiert. Denn im Gegensatz zu anderen Mitteln am Markt können innovative Behandlungsmethoden, die auf die Vitamin D-Rezeptoren abzielen, Menschen helfen, die bereits eine Glatze haben.

Wie passend, dass jetzt endlich wieder die Sonne scheint! Bevor man jetzt stundenlang zum Sonnenanbeter wird (Vorsicht: Nicht verbrennen!) oder die Tausender Packung Vitamin D-Kapseln kauft, erst mal die Fakten:

Jahrelang wurde Haarausfall vor allem oberflächlich behandelt, das Problem muss aber wortwörtlich an der Wurzel behandelt werden. Der erste Schritt, um Haarausfall erfolgreich zu behandeln, ist, den Grund herauszufinden. Klingt logisch, Wissenschaftler sind sich aber erst in letzter Zeit ziemlich sicher diesen Teil der Gleichung im Griff zu haben.

Jeder Follikel folgt einem ganz eigenen Haarzyklus, der gegenüber den benachbarten Follikeln zeitlich versetzt abläuft. Dadurch merken wir auch nicht, wenn uns Haare auf ganz natürliche Weise ausfallen. Ein Haar befindet sich für etwa 2 bis 6 Jahre in der Wachstumsphase bevor in einer zweiwöchigen Übergangsphase die Zellproduktion langsam eingestellt wird und sich der gesamte Follikel zurückbildet. In der anschließenden Phase, der sogenannten Telogenphase ruht das Haar für bis zu 6 Monate bis der Zyklus von neuem beginnt. Bei Glatzenbildung wachen die Haare einfach nicht mehr aus ihrem „Schönheitsschlaf“ aus. Statt neuen Haarzellen werden normale Hautzellen gebildet. Der Schlüssel, um solche Zellen wieder in die „richtige Richtung“ zu lenken, sind die Vitamin D-Rezeptoren.

Ein Forschungsteam der Universität zu San Francisco entdeckte vor kurzem ein Molekül, genannt MED, welches die Vitamin D-Rezeptoren daran hindert Haare zu produzieren. Weiterhin konnte Mäusen mehr Fell wachsen, wenn man MED blockierte.

Eine weitere Forschungsgruppe der Harvard Medical School fand ein weiteres Molekül, welches im Gegensatz zu MEB die Vitamin D-Rezeptoren aktiviert.

Am Erfolgversprechendsten arbeitete ein japanisches Team, welches im Endstadium der Wachstumsphase Vitamin D in Stammzellen injizierte und es so schaffte, dass sich diese Zellen in Haarfollikel umwandelten.

Die meisten Studien beschäftigen sich vorrangig mit dem Thema, wie Vitamin D an den Haarzellen wirkt und nicht damit, ob hohe Mengen an Vitamin D Haarausfall verhindern könnten. Erst einige wenige Tests, die an Mäusen durchgeführt wurden, befassen sich konkret mit Vitamin D-Gaben.

Ein Artikel in dem medizinischen Journal  “Endocrinology” berichtet über die Ergebnisse einer Studie, die an genetisch haarlosen Mäusen durchgeführt wurde.  In der Studie, „Vitamin D3 Analogs Stimulate Hair Growth in Nude Mice“ ,beobachteten die Wissenschaftler, dass durch Vitamin D3-Gabe das Wachstum der Haarfollikel der nackten Mäuse angeregt werden konnte. Die Wissenschaftler folgerten, dass die Vitamin D3-Verbindungen die Bildung normaler Haarfollikel bei den nackten Mäusen, denen andernfalls kein Fell wachsen würde, stimulieren.

Fazit

Der Einfluss von Vitamin D auf das Haarwachstum ist ein sehr interessantes Forschungsfeld. Ob ein hoher Vitamin D-Spiegel tatsächlich einen positiven Einfluss auf das menschliche Haar hat, scheint naheliegend, ist jedoch leider noch nicht bewiesen.

Fakt ist, dass sich viele an ihren kahlen Stellen stören. Fakt ist auch, dass die meisten Leute in Europa bereits einen Vitamin D Mangel haben. Das Zeug ist allerdings ziemlich gut für dich! Unser Körper braucht Vitamin D. Vielleicht weiß sich der Körper in unserer Drinnen-sitzen-Büro-Kultur zu helfen, indem er Wege findet mehr Hautoberfläche zu bilden, um die Vitamin D-Produktion etwas anzukurbeln. Und wo ergibt das mehr Sinn, als auf dem gen Sonne ragenden Kopf?

Also immer schön raus ins Freie! Wer es nicht schafft, genügend in der Sonne zu sein, für den eigenen sich Vitamin D-Präparate.

2 Kommentare

  • Stella

    Hallo Marco,

    und jetzt nach einem halbem Jahr, merkst Du schon Erfolg?
    Werde ab heute auch Vigantoletten 1000I.E. nehmen!

    mfg
    Stella

  • Marco

    Hallo,

    interessanter Artikel. Bin auch grad auf der Suche nach Vitamin D Preparaten…

    Gruß

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