HbA1c-Wert – Risiko des Schwangerschaftsdiabetes


Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (2010) entwickeln bis zu 20% der Frauen in Deutschland während der Schwangerschaft einen Schwangerschaftsdiabetes. Erkannt und damit behandelt wird aber nur jeder 10. Fall (1)! Und dies obwohl die Folgen für Mutter und Kind erschreckend sind.

Was sind die Folgen eines Schwangerschaftsdiabetes?

Unbehandelt ist das Risiko für angeborene Fehlbildungen beim Kind, das Auftreten von Präeklampsie bei der Mutter während der Schwangerschaft (erhöhter Blutdruck, Wassereinlagerungen, vermehrte Eiweißausscheidung über den Urin) und auch das Risiko, dass das Kind kurz nach der Geburt verstirbt, erhöht. Unbehandelt entwickelt außerdem 50% der betroffenen Mütter nach 10 Jahren ein Diabetea (2).

Was bedeutet Schwangerschaftsdiabetes?

Der sogenannte Schwangerschaftsdiabetes stellt die häufigste Stoffwechselstörung bei Schwangeren dar. Dabei kommt es bei Beginn der Schwangerschaft zu erhöhten Blutzuckerwerten aufgrund einer Insulinresistenz (ähnlich wie bei Diabetes Typ2) (3). Nach der Schwangerschaft flacht dieser meistens wieder ab.

So erkennen Sie den Diabetes!

Wenn Sie planen Schwanger zu werden oder bereits Schwanger sind, sollten Sie Ihren HbA1c-Wert im Auge behalten! Bislang ist diese Messung noch nicht im Vorsorgekatalog für Schwangere enthalten.

Der HbA1c-Wert zeigt Ihnen Ihren Blutzuckerspiegel der letzten drei Monate an – und das alles mit nur einem Test. Ein handelsüblicher Blutzuckertest zeigt hingegen nur eine Momentaufnahme des aktuellen Blutzuckerspiegels welcher sich nach jeder Mahlzeit ändern kann.

Mit einem HbA1C-Test kann ein Diabetes entdeckt und geeignete Behandlungsoptionen angesteuert werden (4).

Die Zahl der an Schwangerschaftsdiabetes erkrankten Frauen nimmt Jahr für Jahr zu! Dies liegt auch besonders daran, dass Frauen immer älter Schwanger werden und sich dadurch auch das Risiko einer Schwangerschaftsdiabetes erhöht (3).

Obwohl laut der DGE bis zu 20% der Schwangeren an einem Schwangerschaftsdiabetes leiden, wurde im aktuellen Gesundheitsbericht (2016) nur bei 4,4 % der Schwangeren in Deutschland ein Schwangerschaftsdiabetes diagnostiziert. Herr Dr. Kleinwechter und Frau Dr. Schäfer-Graf kritisieren, dass ein Schwangerschaftsdiabetes in Deutschland häufig übersehen wird (4).

Verschiedene Studien zeigen, dass die Geburtskomplikationen durch eine gezielte Behandlung von Diabetes in der Schwangerschaft stark gesenkt werden können (2).

Es ist daher von enormer Wichtigkeit eine solche Form des Diabetes in der Schwangerschaft so früh wie nur möglich nachzuweisen.

Was bedeutet HbA1C?

Bestimmt haben Sie schon mal etwas von Hämoglobin gehört. Es handelt sich um ein Protein welches die rote Farbe in unsere roten Blutkörperchen bringt und mit dem der Sauerstoff im Körper transportiert werden kann. Wenn Zucker mit der Nahrung aufgenommen wird, bindet sich ein Teil davon an Hämoglobin. Je mehr Zucker wir aufnehmen und je höher der Blutzuckerspiegel über eine längere Zeit ist, desto mehr Zucker bindet an das Hämoglobin.

Der Langzeit-Blutzucker-Test von cerascreen

Auch wir von cerascreen sind uns der Wichtigkeit eines solchen Tests bewusst und unterstützen die Diagnose von Schwangerschaftsdiabetes. Wir wünschen uns, dass jede Betroffene eine angemessene Therapie erhält und dadurch ihr Kind und sich selbst vor den Folgen dieser Erkrankung schützen kann. Unser Langzeit-Blutzucker-Test ist einfach von Zuhause aus durchzuführen – mit ein paar Tropfen Blut aus dem Finger. Das Blut wird dann in unser Labor geschickt. Bitte beachten Sie bei der Durchführung des Tests die Gebrauchsanweisung!


Literaturangaben

  1. DGE. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (2010). Diabetes in der Schwangerschaft bringt Risiken für Mutter und Kind. https://www.dge.de/presse/pm/diabetes-in-der-schwangerschaft-birgt-risiken-fuer-mutter-und-kind/, Stand 19.10.2016.
  2. Deutsche Diabetes-Hilfe und Deutsche Diabetes Gesellschaft (2016). Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2016, Kirchheim Verlag, S.152-159. 
  3. Farra (2016). Hyperglycemia in pregnancy: prevalence, impact, and management challenges. Int J Womens Health. 8: 519–527. 
  4. Kleinwechter H., Schäfer-Graf U. (2016). Diabetes und Schwangerschaft. Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes, Kirchheim Verlag, S.152. 
  5. Little, R.R., Sacks, D.B. (2009). HbA1c: how do we measure it and what does it mean? Curr Opin Endocrinol Diabetes Obes. ;16(2):113-8.

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