Jodmangel in der Schwangerschaft und Stillzeit


Selbst bei guter Ernährung ist die Versorgung mit Jod insbesondere in der Schwangerschaft und Stillzeit nur unzureichend. Jod ist ein natürliches Spurenelement und dient der Schilddrüse zum Aufbau von Schilddrüsenhormonen. Diese Hormone übernehmen in unserem Körper eine wichtige Aufgabe bei der Stoffwechselregulation und sind notwendig für das Wachstum und eine gesunde Entwicklung der inneren Organen, des Nervensystems, der Kreislauforganen und der Muskulatur. Dies gilt bereits schon vor der Geburt. Denn bereits in der 12. Schwangerschaftswoche fängt die Schilddrüse des Fetus an, diese Hormone selbst zu bilden. Und dazu bedient sich das Ungeborene am Jodspeicher seiner Mutter.
So wird klar, dass Schwangere und auch Stillende einen erhöhten Jodbedarf haben. Jodmangel kann in der Schwangerschaft zu körperlicher und geistiger Behinderung des Kindes führen und gefährdet bzw. verzögert dessen geistige Entwicklung. Das Bundesinstitut für Risikobewertung schätzt deshalb den täglichen Jod-Bedarf von Schwangeren auf 230 µg, den Bedarf von Stillenden sogar auf 260 µg. Nach Rücksprache mit dem Arzt wird daher die zusätzliche Einnahme von 100 bis 150 µg Jodid empfohlen.

Doch Ärzte und Gynäkologen sprechen nur selten Schwanger oder Frauen mit Kinderwunsch auf die Folgen dauerhaften Jodmangels für die fetale Entwicklung an. Denn in den Änderungen der Mutterschaftsrichtlinien von 1995 wurde lediglich der Hinweis aufgenommen, dass Schwangere im Rahmen der obligatorischen Ernährungsberatung durch ihren Arzt auf eine ausreichende Jodzufuhr hinzuweisen seien.So verwundert es kaum, dass schätzungsweise nur etwa 25 Prozent der Schwangeren regelmäßig und weitere 25 Prozent nur unregelmäßig Jodtabletten einnehmen (Bundesinstitut für Risikobewertung 2006). Das ist problematisch, denn nicht alle Frauen verfügen über das notwendige Wissen über diesen Spurenelement und die Folgen eines Mangels.

Zu den wichtigsten Jod-Lieferanten zählen Seefisch, jodiertes Salz und Milch. Wer unsicher ist, sich vegan ernährt oder eine Unverträglichkeit gegen Milch besitzt, sollte daher dringend auch auf eigene Initiative mit dem behandelnden Gynäkologen abklären, inwiefern eine zusätzliche Einnahme von Jodid angeraten ist und welches Nahrungsergänzungsmittel dazu sinnvoll ist. Wahrscheinlich wird er zu Kombi-Präparaten raten.

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