Krebs mit gesunder Ernährung vorbeugen


Steigende Lebenserwartung, Zunahme der Krebserkrankungen weltweit und die verbleibende Unkalkulierbarkeit dieser Erkrankung führen dazu, dass Krebs als massive Bedrohung wahrgenommen wird. Fast jeder hat Freunde oder Verwandte, die an Krebs erkrankt sind. Somit hat die Prävention von Krebserkrankungen eine besonders wichtige Bedeutung.

Die Primärprävention von Krebserkrankungen konzentriert sich in erster Linie auf die Vermeidung und Modifizierung spezieller Risikofaktoren. Insbesondere bestimmte Ernährungs- und Lebensgewohnheiten zählen zu den Faktoren, die grundsätzlich von jedem selbst beeinflusst werden können. Fakt ist, dass Übergewicht, Rauchen, eine zu hohe Kalorienaufnahme mit geringem Anteil pflanzlicher Lebensmittel und Bewegungsmangel, das Risiko für Krebserkrankungen erhöhen können.

Nur ein verhältnismäßig geringer Anteil der Krebsfälle (5-10%) beruht auf einer ererbten genetischen Veränderung, wohingegen maligne Tumore überwiegend durch Umwelt- und Verhaltenseinflüsse verursacht werden. Die Entstehung von Krebserkrankungen ist zumeist jedoch nicht auf eine einzige Ursache, sondern auf ein Zusammenspiel einer Reihe unterschiedlicher Faktoren zurückzuführen.

Das amerikanische National Cancer Institut schätzt, dass ungefähr ein Drittel aller Krebstodesfälle mit der Ernährung zusammenhängen. Nationale und internationale Institutionen sind sich einig: Was man isst, kann sowohl schädigend als auch gesundheitsförderlich sein. Spezifische Inhaltsstoffe und Ernährungsformen werden in ihrer Wirkung kontrovers diskutiert. Klinische Beweise für die eine „Anti-Krebsdiät“  gibt es nicht.

Die allermeisten Studien, die sich mit Krebs und Ernährung beschäftigen, zeigen jedoch, dass eine Ernährung reich an pflanzlichen Lebensmitteln die richtige Richtung sein könnte. Um sein Krebsrisiko also zu senken, scheint man keine teuren Wunderpillen und -pulver zu benötigen. Ein Gang zum Wochenmarkt reicht völlig aus.

Viele der erhältlichen Lebensmittel enthalten krebshemmende Stoffe: Von Antioxidantien, die die schädigenden Wirkungen freier Radikale neutralisieren, bis hin zu kraftvollen Phytochemikalien, die erst im Ansatz erforscht sind. Es gibt nicht nur ein Element in einem bestimmten Lebensmittel, das am wirkungsvollsten ist. Das Beste, was man machen kann, ist jeden Tag mehrere Portionen Rohkost und eine Vielfalt an pflanzlichen Nahrungsmitteln zu essen. Einige werden hier vorgestellt.

Avocado

Avocados sind reich an Glutathion, ein starkes Antioxidans, das freie Radikale im Körper angreift durch die Blockierung der intestinalen Resorption von bestimmten Fetten. Zudem liefern Avocados noch mehr Kalium als Bananen und sind eine gute Quelle für Beta-Carotin.

Avocado schmeckt nicht nur in Salaten oder als Guacamole, sondern auch als Butterersatz auf Brot.

Beeren

Beeren sind reich an Vitamin C und Ballaststoffen – und sie schmecken einfach zu gut! Alle Beeren sind mit krebsbekämpfenden Phytonährstoffen vollgepackt. Himbeeren enthalten sehr hohe Mengen an Anthocyanen, sekundären Pflanzenstoffen, die das Wachstum prämaligner Zeller verlangsamen und die Bildung neuer Blutgefäße, die diese Zelle ernähren würden, verhindern. Eine Studie hat gezeigt, dass Heidelbeeren das Wachstum und die Ausbreitung von Brustkrebs verhindern können.

Man sollte sich nicht auf eine Sorte festlegen, sondern versuchen verschiedene Beeren in seine Ernährung einzubauen. Beeren sind lecker pur und passen toll zu Müsli, Joghurt oder Eis.

Dunkel grünes Gemüse

Diese Art von Gemüse enthält neben anderen Stoffen Beta-Carotin, Lutein und Zeaxanthin – kraftvolle Antioxidantien, die frühe Krebsentstehung blockieren können. Außerdem sind sie reich an Folat. Besonders reich an diesen Stoffen ist beispielsweise Mangold.

Folat

Folat umfasst die Summe der folatwirksamen Verbindungen, die natürlicherweise in Lebensmitteln vorkommen. Die Krebs-Folat-Beziehung ist sehr komplex. Menschen, die wenig Folat zu sich nehmen, scheinen ein höheres Risiko für Krebserkrankungen zu haben. Da Folat sehr empfindlich ist, werden heute einige Lebensmittel mit der verwandten Folsäure angereichert. Grünes Blattgemüse, Spargel, Bohnen, Erbsen und Linsen sind natürlicherweise reich an Folat. Sie sollten nicht zu lange gelagert werden, sondern möglichst frisch verzehrt werden.

Grüner Tee

Jeden Tag einen Liter grünen Tee trinken! Heiß oder kalt, grüner Tee hat nut ein Drittel soviel Coffein wie Kaffee. Grüner Tee enthält Epigallocatechingallate (EGCG) und Catechine, die so hart gegen Krebs vorgehen wie sie auszusprechen sind.

Ingwer und Kurkuma

Ingwer besitzt entzündungshemmende Verbindungen und kann das Krebswachstum verlangsamen. Kurkuma oder Gelbwurz, die Basis vieler Curries, enthält Curcumin, welches im Petrischalen-Versuch Krebszellen regelrecht abtöten kann.

Ingwer und Kurkuma verbessern den Geschmack vieler Gerichte und kommen mit einer langen Liste gesundheitsförderlicher Eigenschaften. Wer nicht so gerne stark gewürzte Gerichte mag, kann sich einen frischen Ingwertee mit Honig zubereiten.

Karotten

Gerne gegessen und enthalten viele Ballaststoffe und Beta-Carotin.

Kiwi

Kleine Frucht mit großer Wirkung: Eine Kiwi enthält mehr Vitamin C als eine Orange und deckt schon 94 Prozent des Tagesbedarfs. Im Gegensatz zu den meisten anderen Früchten enthalten Kiwis Vitamin E (neutralisiert freie Radikale und hält die Haut weich).

Knoblauch

Knoblauch enthält immunverstärkende Allium-Verbindungen, welche die Aktivität von Immunzellen erhöhen, die im Kampf gegen Krebs und indirekt krebserregenden Substanzen zu helfen scheinen. Diese Substanzen helfen außerdem das Eindringen von Karzinogenen in die Zellen zu blockieren und Tumorentstehung zu verlangsamen. Menschen, die regelmäßig Knoblauch verzehren, haben laut Studienergebnissen ein weit geringeres Risiko für einige Krebserkrankungen. Weiterhin hat Knoblauch antibakterielle Wirkungen.

Kohl

Kohl ist ein Kreuzblütler, die das Risiko an Dickdarm-und Mastdarmkrebs zu erkranken reduzieren. Plus – Kohl ist reich an Ballaststoffen und hat fast 50 Prozent der empfohlenen Tagesdosis an Vitamin C. Kreuzblütler sind dieGemüsesorten der Senf oder Kohl-Familie. Leider gibt es in den meisten Supermärkten nur ein paar Sorten: Kohl, Brokkoli, Grünkohl und Kohl. Ein guter asiatischer Markt führt häufig eine ganze Reihe.  Diese Gemüse sind, in unterschiedlichem Ausmaß, reich an „Anti-Krebs-Stoffen“ wie Diindolylmethane, Sulforaphan und Selen.

Kreuzblütler wirken immer besser je mehr man sie kaut (oder püriert). Außerdem ist es wichtig, dieses Gemüse nicht zu überkochen.

Kürbiskerne

Kürbiskerne sind eine leckere Zugabe zu Salaten, Brötchen, Müsli oder im Joghurt. Sie sind reich an der Aminosäure Tryptophan und enthalten Phytosterole, die möglicherweise den Cholesterinspiegel senken und manche Krebsarten bekämpfen können.

Rosmarin

Rosemarin kann dazu beitragen, die Aktivität der entgiftenden Enzyme zu steigern. Ein Extrakt aus Rosmarin, als Carnosol bezeichnet, hemmt die Entwicklung von Brust-und Haut-Tumoren bei Tieren. Rosmarin kann als Gewürz verwendet werden. Es kann auch als Tee konsumiert werden: Verwenden Sie 1 TL. getrocknete Blätter pro Tasse mit heißem Wasser; 15 Minuten ziehen lassen; genießen.

Süßkartoffel

Süßkartoffeln enthalten viele „Anti-Krebs-Verbindungen“, einschließlich Beta-Carotin. Dieses kann die DNA im Zellkern vor krebserregenden Chemikalien schützen.

Tomaten

Dieses Obst / Gemüse ist der Inbegriff eines „Superfoods“. Tomaten enthalten Lycopin, die antioxidative Phytochemikalie, sollen Herzerkrankungen verhindern und sind eine gute Quelle für die Vitamine A, C und E – alles Feinde der krebsfreundlichen freien Radikale.

Und jetzt im Sommer: Wassermelone enthält sogar noch mehr Lycopin als Tomaten. Wenn der Winter kommt, dann wieder täglich Tomaten essen.

Vitamin D3

Niedrige Vitamin D3-Konzentrationen (das Vitamin, welches wir mithilfe von Sonnenlicht in der Haut herstellen)können das Risiko an Brustkrebs zu erkranken um 70 Prozent erhöhen. Eine Studie ergab, dass ein zu niedriger Vitamin D3-Spiegel zu einem 200 Prozent höheren Risiko für bösartige Tumore führt. Lassen Sie ihren Vitamin D-Spiegel jetzt testen!

Um eine ausreichende Vitamin D-Konzentration im Blut zu erreichen muss man täglich für 30 Minuten 50 Prozent seiner Haut der Sonne aussetzen.

Zwiebeln

Zwiebeln bieten die dreifache Wirkung: Fructane, Flavonoide und Organosulfur. Fructane unterstützen das Wachstum der gesunden Darmflora. Flavonoide schützen vor DNA-Schäden, die zu Krebs führen können. Und Organosulfur kann Blutgerinnsel in Schach halten.

Stärkere, geschmacksintensive Zwiebeln sollten bevorzugt werden. Und keine Sorge, sie müssen nicht roh gegessen werden. Braten, Kochen, Dünsten, Grillen – das halten die Stoffe aus.

Was besser nicht so häufig auf dem Tisch stehen sollte: verarbeitetes Fleisch (wie Würstchen oder Salami), tierisches Fett, Alkohol und raffinierter Zucker.

Es gibt Lebensmittel, die mit einem geringeren Krebsrisiko in Verbindung gebracht werden. Während das positive Nachrichten sind, sollte man nicht vergessen, dass dies lediglich auf Petrischalen, Studien an Nagern oder menschlichen epidemiologischen Studien gestützt ist. Letzteres bedeutet, dass man Menschen, die X, Y oder Z aßen, mit Drückebergern, die nichts dergleichen taten, verglichen hat.

Auch wenn die Ergebnisse der Studien auf den Verzehr bestimmter Lebensmittel hinweisen, gibt es keine Garantien. Trotzdem kann es natürlich nicht schaden diese und andere pflanzliche Lebensmittel in seine tägliche Ernährung zu integrieren.

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