Laktosefrei - Lohnt sich der Kauf der Produkte?


Wer von einer Laktoseintoleranz betroffen ist, der verträgt keinen oder nur wenig Milchzucker. Die Betroffenen müssen täglich auf bestimmte Milchprodukte und andere Lebensmittel verzichten oder auf laktosefreie Produkte zurückgreifen.Diese sind jedoch im Schnitt um 150 Prozent teurer als vergleichbare, laktosehaltige Produkte.

Da stellt man sich als Verbraucher die Frage: Lohnt sich der Kauf spezieller laktosefreier Produkte überhaupt oder handelt es sich um überteuerte Lifestyle-Produkte auf die man verzichten kann?

Persönliche Toleranzgrenze

Nach der Diagnose durch einen Facharzt glauben viele Betroffene irrtümlich, dass jetzt gänzlich auf Laktose verzichtet werden müsse. Jeder Mensch hat jedoch seine ganz persönliche Toleranzgrenze.

Kleinste Mengen an Laktose werden meist vertragen. Kommt Laktose zum Beispiel als Trägerstoff von Geschmacksverstärkern oder Aromen zum Einsatz, sind die Mengen so gering, dass sie von den meisten Menschen unbedenklich verzehrt werden können. Auch Nahrungsergänzungsmittel und Pillen mit Laktose-Zusatz werden normalerweise gut vertragen.

Mit welchen Mengen der Körper gut umgehen kann, testet jeder am besten selbst aus.

Angaben der Hersteller

Leider ist nicht nur in Milchprodukten Laktose enthalten. Neben Milch, Sahne und Co. sowie den typischen „Laktoseträgern“ Milchschokolade, Cremes, Puddings und Kekse enthalten auch viele weitere Lebensmitteln Laktose. Gerade bei stark verarbeiteten Produkten ist Vorsicht geboten. Neben dem Käse auf der Pizza, wird Laktose auch fertigem Kartoffelpüree, vielen Süßspeisen oder einigen Panaden eingesetzt.

Wenn in der Zutatenliste keine „Laktose“ oder „Milchzucker“ steht, dann muss das nicht heißen, dass keine Laktose enthalten ist. Die Hersteller sind nicht in der Pflicht den genauen Laktose-Gehalt anzugeben. Steht Milch, Sahne, Milcheiweiß, Quark oder Süßmolkenpulver in der Zutatenliste, dann ist Laktose in dem Produkt enthalten – der Hersteller muss aber nicht explizit aufzeigen, dass dem so ist.

Die Herstellerhinweise „kann Spuren von Laktose enthalten“ oder „kann Spuren von Milch enthalten“ sind ein wichtiger Hinweis dafür, dass das Lebensmittel bei einer Intoleranz gut vertragen wird. Der Allergikerhinweis „kann Spuren von…“ ist ein sicheres Zeichen, dass das Lebensmittel entweder frei von entsprechendem Stoff ist oder für Intoleranz-Betroffene generell nur unbedenkliche Mengen enthalten kann.

Der Hinweis „laktosefrei“ bedeutet dagegen nicht, dass keine Laktose in dem Produkt enthalten sind. Leider ist es den Herstellern erlaubt, auch bei einem Laktose-Gehalt von 100mg/ 100 g Lebensmittel ihr Produkt als „laktosefrei“ auszuloben. Von den meisten Betroffenen werden diese Mengen allerdings auch vertragen.

Laktosefrei – große Hilfe oder bloß Marketingkonzept?

Tatsache ist: Die Umsätze der Branche wachsen Jahr für Jahr.Im Supermarkt gibt es mittlerweile ganze Regale voll laktosefreier Produkte und bei vielen Kunden wächst der Glaube, dass „laktosefrei“ gesünder sei.

Man kann nicht sagen, dass laktosefreie Produkte generell gesünder sind. Aber für Personen mit einer Laktose-Intoleranz stellen sie eine verträgliche Alternative für einige Lebensmittel dar.

Aufgrund der horrenden Preise sollte man jedoch zweimal überlegen, ob sich der Kauf laktosefreier Produkte jedoch wirklich lohnt:

  • Milch und Sahne werden von den Betroffenen nicht vertragen und der Kauf laktosefreier Milch und Sahne lohnen sich somit auf jeden Fall.
  • Butter ist dagegen von Natur aus arm an Laktose und es kann ausgetestet werden, welche Mengen individuell vertragen werden.
  • Bei Käse lohnt sich ein genauer Blick auf die Sorte. Viele Hartkäsesorten, enthalten generell nur sehr geringe Mengen an Laktose und werden in der Regel gut vertragen. Gerade wenn ein Käse lange gereift ist, ist auch der Laktose-Gehalt niedrig. Bei den beliebten Käsesorten Gouda, Emmentaler, Tilsiter, Parmesan und Butterkäse müssen nicht die als „laktosefrei“ ausgelobten Produkte gekauft werden.
  • Laktose in Wurst? Tatsächlich ist in einigen, wenigen Wurstprodukten (z.B. Streichwurst) Laktose enthalten. Wer nicht immer das Kleingedruckte auf der Verpackung lesen möchte, für den bietet sich der Kauf laktosefreier Wurst an. Allerdings sind Kochschinken, Schinken, Puten- oder Hühnchen-Brust laktosefrei.
  • Auch wenn es bereits Brot-„laktosefrei“ im Supermarkt gibt, kann man die meisten anderen Brotsorten ganz unbedenklich kaufen. Es ist nicht üblich, dass Brot Laktose enthält. Das Gleiche gilt für Knäckebrot.
  • Die meisten Betroffenen können eine individuelle Menge an Laktose vertragen. Daher können einige moderate Mengen an Naturjoghurt essen, weil die enthaltenden Milchsäurebakterien die Laktose zum Großteil abgebaut haben. Fruchtjoghurts werden dagegen nicht so gut vertragen, da diese meist erhitzt werden und so die Milchsäurebakterien abgetötet werden.

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