Laktoseintoleranz - Probleme mit Milchzucker


Menschen mit einer Laktoseintoleranz vertragen den in der Milch enthaltenen Zucker Laktose nicht. Dies ist global betrachtet keine Ausnahme, weltweit sind rund 75% der Menschen von einer Laktoseintoleranz betroffen, in Asien sind es sogar 95%. In Europa ist die Zahl der Betroffenen mit 15% vergleichsweise gering.Ursprünglich konnten die Menschen nach dem Kindesalter natürlicher-weise keine Milch mehr vertragen, da jedoch Nahrung gerade im Winter knapp war, waren  im nördlichen Europa die Menschen auf eine Kalorienzufuhr durch Milch angewiesen, sodass sich mit der Zeit eine Laktosetoleranz  entwickelt hat. Viele Wissenschaftler vertreten die Theorie, dass demnach eine Genmutation Milch für einige Bevölkerungsgruppen verträglich gemacht hat.  

Eine Laktoseintoleranz kann angeboren oder erworben sein.  Die angeborene, sogenannte Primäre Laktoseintoleranz, hat eine genetische Ursache und besteht bereits im Säuglingsalter. Dies ist zum Glück jedoch sehr selten. Die weltweit häufigste Form ist der adulte Laktasemangel, welcher sich nach dem Säuglingsalter entwickelt. Es kommt bei dem Verzehr von Mich und Milchprodukten zu einer Reihe von Magen-Darm-Problemen, da das Enzym Laktase, welches zur Verdauung der Laktose benötigt wird, nicht ausreichend vorhanden ist.

In manchen Fällen kann eine Schädigung der Darmschleimhaut und damit der laktaseproduzierenden Zellen, zur sekundären Form der Laktoseintoleranz führen. Mögliche Ursachen der Schädigung können Infektionen und Erkrankungen des Dünndarms, aber auch hochdosierte Antibiotika-einnahmen, Darmoperationen und Strahlen/Chemotherapie sein. Die Laktaseproduktion ist bei dieser Form der Laktoseintoleranz oft nur vorübergehend eingeschränkt und nach der Darmregeneration reversibel.  

Symptome  

Wer an einer Laktoseintoleranz leidet, verspürt fast unmittelbar nach dem Verzehr von Milch und vielen Milchprodukten starke Verdauungsbeschwerden. Die typischen Symptome reichen von Blähungen und Krämpfen, bis hin zu Durchfallattacken und Übelkeit.

Zu diesen Symptomen kommt es, da im Dünndarm der betroffenen Menschen keine Laktase gebildet wird. Laktase ist ein Enzym, welches den Zweifachzucker Laktose in Glukose und Galaktose spaltet und somit verdaulich macht. Der Milchzucker kann mit unzureichender Laktaseproduktion unverdaut in den Dickdarm gelangen, wo er von Bakterien abgebaut wird. Durch Gärprozesse entstehen dabei Gase, welche den Bauch aufblähen und zur krampfartiger Flatulenz führen. Da Laktose zudem wasseranziehend ist, führt es zu Flüssigkeitseindringen in den Dickdarm. Dieses hat starke Durchfälle zur Folge.  

Diagnose  

Eine relativ simple Methode um erste Hinweise auf eine mögliche Laktoseintoleranz zu bekommen, ist das Führen eines Ernährungstagebuches. Hierbei sollten Sie genau protokollieren welche Lebensmittel verzehrt wurden und ob bzw. welche Symptome nach dem Verzehr auftreten. Da bei einer Laktoseintoleranz relativ zeitnah nach dem Verzehr Symptome auftreten, ist das Ernährungstagebuch eine gute Möglichkeit selbst aktiv zu werden. Jedoch ist es ratsam die Selbstdiagnose im zweiten Schritt ärztlich abzusichern.  

Der übliche Weg eine Laktoseintoleranz zu diagnostizieren ist der sogenannte H2-Atemtest. Dabei wird, nachdem der Patient eine Milchzuckerlösung getrunken hat, die Wasserstoffkonzentration beim Ausatmen gemessen. Der Wasserstoff entsteht durch die Vergärung der Laktose im Dickdarm, geht teilweise ins Blut über und wird ausgeatmet. Wenn neben den typischen Beschwerden der Wasserstoffunterschied vor und nach dem Trinken der Laktoselösung 20 ppm beträgt, kann von einer Laktoseintoleranz ausgegangen werden.  

Eine weitere Möglichkeit um eine Laktoseintoleranz zu diagnostizieren, ist der Blutzucker, oder Laktosebelastungstest. Hierbei trinkt der Patient unter ärztlicher Aufsicht, wie bei dem Wasserstoffatemtest, eine Laktoselösung. Anschließend wird der Blutzuckerspiegel gemessen. Bei einer Laktoseintoleranz ist der Spiegel nicht erhöht, da der Milchzucker nicht gespalten und verdaut wird.  

Um die primäre, also die genetische Laktoseintoleranz nachzuweisen, ist ein Gentest eine einfache, für den Patienten nicht belastende labordiagnostische Alternative. Hierbei wird  die Blutprobe oder der Wangenabstrich des Patienten im Genlabor ausgewertet.  

Lösungen  

Es gibt viele Möglichkeiten mit einer Laktoseintoleranz zu leben. Neben der Meidung von laktosehaltigen Milchprodukten, kann auf  laktosefreie Produkte zurückgegriffen werden. Viele Produkte werden mittlerweile in einer laktosefreien Form angeboten. Diesen Produkten wurde das Enzym Laktase zugesetzt, sodass die Laktose bereits gespalten und sozusagen "vorverdaut" wurde. Da dem Körper nun dieser Prozess abgenommen wurde, können diese Lebensmittel problemlos verdaut werden. Alternativ gibt es neben der tierischen Milch eine Reihe von pflanzlichen "Milchsorten", welche natürlicherweise kein Milchzucker enthalten. Neben Bioläden, werden heutzutage auch in vielen Supermärkten Soja,-Reis- und "Milch" aus verschiedenen Nusssorten angeboten.

In Ausnahmefällen kann vor dem Essen eine Laktasetablette eingenommen werden. Durch die Einnahme des Enzyms, können laktosehaltige Mahlzeiten vertragen werden. Da viele jedoch nicht genau wissen wie viel Laktase ihr Darm produziert, muss durch Ausprobieren herausgefunden werden, ob die Tabletten wirken, bzw. wie viele eingenommen werden müssen. Laktasetabletten sind nicht dazu gedacht eine Ernährungsumstellung zu ersetzten.  Damit der Darm sich erholen kann und entlastet wird, sollten Betroffene auf eine laktosearme bis -freie Ernährung umsteigen.

Blog-Lebensmittelallergie  

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