Latexallergie – Wenn die schützenden Einmalhandschuhe zur Gefahr werden!


Medizinisches Personal leidet häufig an einer Latexallergie, da Sie vermehrt mit dem allergieauslösenden Stoff (Allergen) Latex in Kontakt kommen.
Eine unerkannte Latexallergie kann im Falle eines medizinischen Notfalls sowohl für die Mediziner, als auch für den Patienten gravierende Folgen haben.
Woher Latex eigentlich kommt, wie die Symptome entstehen, wo überall Latex enthalten ist, welche weiteren Reaktionen möglicherweise durch Latex auftreten und wie Sie sich auf eine Latexallergie testen lassen können, wird im Folgenden beschrieben.

 

 

Herkunft des Latex und der Allergie [1]

Naturlatex kann aus dem Baum Hevea basiliensis gewonnen werden. Aus diesem Baum wird der Milchsaft entnommen und aus diesem Latex hergestellt.
Eine Latexallergie wird zumeist bei einem Kontakt mit Handschuhen, Kondomen, Ballons und Kathetern aus Latex hervorgerufen.
Die ersten Fälle von einer Latexallergie wurden bereits 1927 in Deutschland festgestellt. Ursächlich dafür waren drei Gründe:

1. Weitverbreitete Nutzung von Latexhandschuhen
2. Einfachheit des Herstellungsprozesses
3. Zufuhr von Talkum-Puder mit Stärke zu den Latexprodukten

Latex wurde so zu einem großen Gesundheitsproblem. Alarmierend waren insbesondere die gehäuften allergischen Reaktionen während Operationen oder radiologischen Untersuchungen in 1990. Daraufhin wurden vorbeugende Maßnahmen getroffen. So wurde beispielsweise die Proteinzusammensetzung reduziert, um das allergische Potential zu verringern. Dies wurde durchgeführt, da ein Allergen aus einem ganz spezifischen Protein besteht. Dennoch besteht die Allergie weiterhin.

Symptome einer Latexallergie [1]

Die Hauptwege, wie das Latex in den Organismus gelangt sind über die Luft und die Haut. Dementsprechend fallen auch die Symptome einer solchen Reaktion aus.
Über die Haut kommt es zu den häufigsten allergischen Krankheitszeichen. Hier kann es zu trockenen Stellen (Ekzemen), Quaddeln bis hin zu Hautentzündungen kommen. Diese Symptome beschränken sich meist auf das Körperteil, das mit dem Latex in direkten Kontakt kommt – vorwiegend die Hände.
Bei den Atemwegen kann sich eine Latexallergie in einer Entzündung der Nasenschleimhäute und in Asthmaanfällen äußern. Asthma ist eine Verengung der unteren Teile der Atemwege (Bronchien), wodurch es zu dortigen Beschwerden kommt. Wird der Kontakt mit diesem Allergen fortgesetzt, kann es zu einer Lungenentzündung kommen. Hauptursache für die allergische Reaktion in der Lunge sind gepuderte Latexhandschuhe. Das Puder, welches ein Zusammenkleben der Latexhandschuhe verhindern sollte, gab beim An- und Ausziehen die Allergene an die Luft frei, da diese sich an das Pulver anheften. Diverse Aufklärungskampagnen und eine gesetzliche Austauschpflicht der Latexhandschuhe mit Puder durch geeignete andere Handschuhe oder puderfreie Latexhandschuhe führten zu einem starken Rückgang der gemeldeten Fälle.

Wo ist überall Latex enthalten?

Naturlatex befindet sich nicht nur in medizinischen Gerätschaften, wie EKG-Zubehör, Stethoskope, Fingerlinge, Handschuhe, Stauschläuche, Beatmungsmasken, Kathetern, Masken für Reanimationsübungen in Erste-Hilfe-Kursen und vielem mehr, sondern auch in Gegenständen des alltäglichen Gebrauchs. Dazu zählen beispielsweise: Haushaltshandschuhe, Babyflaschen, Babyschnuller, Karnevalsmasken, Heftpflaster, Kaugummi, Luftballons, Moosgummi, Anti-Rutsch-Socken, Gummibündchen von Socken oder Strümpfen, Gummistiefel, gummierte Beschichtung an wasserfesten Jacken, Gummitierchen, Kinderspielzeug, Luftmatratzen, Latexmatratzen, Kondome, Radiergummis, selbstklebende Briefumschläge, Kompressionsstrümpfe, Dichtungen an Türen und Fenstern, Autoreifen und Ohrstöpsel. In den Bereichen Sport und Freizeit findet sich ebenfalls reichlich latexhaltiges Material, wie zum Beispiel in Skibrillen, Schwimmbrillen, Tauchausrüstung, Bademützen, Schlauchbooten, Gymnastikmatten und nicht zuletzt Turnschuhen.

Kreuzreaktion [2]

Eine Kreuzreaktion oder in diesem Fall eine latexassoziierte Nahrungsmittelallergie entsteht aufgrund der Strukturnähe und gemeinsamen Merkmalen zu anderen Allergenen. Das Immunsystem reagiert dann auch auf Allergene, die dem Allergen ähnlich sind, auf welches bereits eine Reaktion erfolgt. So besitzen je nach Obst- oder Gemüseart bis zu 45% der Latex-Allergiker kreuzreaktive Sensibilisierungen (positive IgE Werte) gegen Nahrungsmittel wie Bananen, Avocados, Kartoffeln, Karotten, Tomaten, Sellerie, Zucchini, Äpfel, Birnen, Melonen, Kiwis, Papayas, Feigen, Passionsfrucht (Maracuja), Acerola oder Esskastanien. Allerdings führt dies nur bei einem kleinen Teil der Latex-Allergiker zu behandlungswürdigen Symptomen, welches Latex-Frucht-Syndrom (LFS) genannt wird. Die Symptome äußern sich durch Rötungen und Bläschenbildung im Mundbereich, dem sogenannten oralen Allergie-Syndrom. Es können Hautsymptome, Atemwegsbeschwerden und Kreislaufprobleme entstehen. Pflanzen können ebenfalls Auslöser von Kreuzreaktionen sein. Dazu gehören unter anderem: der Ficus benjamini (Birkenfeige), der Gummibaum, der Christusdorn, Immergrün, der Oleander, der Maulbeerbaum und der Weihnachtsstern. Dabei kann es aufgrund der Freisetzung der Allergene in die Luft nach Einatmung zu schweren allergischen Reaktionen kommen.

Testung der Latexallergie

Mit dem cerascreen® Latexallergie-Test können Sie ganz einfach herausfinden, ob Sie an einer solchen leiden. Bei diesem Test ist es durch neuste Technologien möglich aus ca. 5 – 8 Tropfen Blut Ihre Antikörper zu testen und somit eine genaue Aussage geben zu können, ob eine Allergie vorliegt. Hierzu wird Ihr Blut, welches Sie sich selbst aus dem Finger abnehmen, auf das Vorhandensein von Immunglobuline der Gruppe E getestet. Immunglobuline sind Eiweißmoleküle (Antikörper), die vom Körper gebildet werden als Abwehrreaktion auf von ihm als fremd anerkannte Stoffe. Diese Antikörper sind für jedes Allergen spezifisch, weshalb diese der jeweiligen Allergie genau zugeordnet werden können. Neben dem Testergebnis erhalten Sie einen umfassenden Ergebnisbericht mit Informationen und Gesundheitstipps rund um das Thema Latex.

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Literatur

1 Cabañes et al. (2012). Latex Allergy: Position Paper. Journal of Investigational and Clinical Immunology. 22 (5): 313-330.

2 Ballmer-Weber, B. (2014). Latex-Frucht-Syndrom. Mein Allergie Portal online (2014).

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