Lebensmittelunverträglichkeiten auf der Spur


Lebensmittelunverträglichkeiten auf der Spur

Menschen mit einer Lebensmittelunverträglichkeit müssen manchmal schon nach dem Verzehr einer sehr geringen Menge eines Produktes mit heftigen Symptomen rechnen. Ein Schluck Milch, sogar ein Biss in einen Apfel oder der Verzehr einer Nuss können genügen, damit der Körper mit Übelkeit, Kopfschmerzen, Erbrechen und manchmal sogar mit einem Schock reagiert. Lebensmittelunverträglichkeit und Lebensmittelallergie sind jedoch nicht das gleiche.

Echte Allergien kommen deutlich seltener vor als Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Bei Forschungen an der Berliner Charité gaben zwar 35 % der Teilnehmer einer Untersuchung an, dass sie einige Nahrungsmittel nicht vertragen, doch nicht einmal 4 % von ihnen hatten tatsächlich eine Nahrungsmittelunverträglichkeit. Von diesen 4 % wiederum waren nur 2,5 % von einer Lebensmittelallergie betroffen. Neben Unverträglichkeit und Allergie gibt es auch noch die Pseudoallergien. Dann treten Symptome auf, ohne dass irgendeine Unverträglichkeit im Körper nachgewiesen werden kann.  

Unklare Begriffsverwendung

Betroffene, die nach dem Verzehr von bestimmten Nahrungsmitteln Beschwerden feststellen, verwenden fast immer den Begriff Lebensmittelallergie, auch wenn es sich eigentlich um eine Lebensmittelunverträglichkeit handelt. Tatsächlich werden alle Reaktionen auf Nahrungsmittel, die mit unangenehmen Symptomen wie Juckreiz, Übelkeit, Atemnot, Hautausschlag und Kopfweh einhergehen, unter dem Begriff Lebensmittelunverträglichkeiten zusammengefasst. Es besteht zudem die Möglichkeit, dass es sich um eine Vergiftung handelt. Leichte Symptome können spontan und einmalig auftreten. Nur wenn eine deutliche Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Lebensmitteln vorliegt, spricht man von Lebensmittelunverträglichkeit. Sie kann allergisch oder nicht allergisch bedingt sein.  

Nahrungsmittelallergien sind Immunreaktionen

Bei einer echten Nahrungsmittelallergie ist immer das Immunsystem beteiligt und es liegt eine genetische Neigung vor. Daneben gibt es auch psychosomatische Gründe, beispielsweise eine ausgeprägte Abneigung gegen ein bestimmtes Produkt oder eine Speise, die ähnliche Symptome hervorrufen können. Bei einer Allergie kam es irgendwann einmal zu einer nicht gewünschten Sensibilisierung des Körpers gegen den auslösenden Stoff. Daraufhin produziert der Betreffende Antikörper, das Immunglobulin E. Kommt es nun zu einem neuen Kontakt mit dem Nahrungsmittel, treten allergische Reaktionen wie Schwellungen im Mund- und Rachenraum, Augenrötungen und Atembeschwerden auf. Selbst ein lebensbedrohlicher, allergischer Schock kann sich daraus entwickeln. Oft reichen schon kleinste Mengen eines Lebensmittels, um allergische Symptome zu erzeugen.

Extremfall allergischer Schock

Der allergische Schock kommt meist als Reaktion auf Insektengifte, Medikamente oder Lebensmittel zustande und ist nie vorhersehbar. Die Freisetzung von großen Mengen des Botenstoffes Histamin bewirkt eine starke Erweiterung der Blutgefäße. Das wiederum führt zu einem extremen Abfall des Blutdrucks und schlimmstenfalls zum Tod. Da sich die allergische Reaktion steigert, sollte man bereits beim Auftreten der ersten Symptome schnell reagieren. Man muss umgehend den Notarzt verständigen. Bis der Notarzt eintrifft, muss der Betroffene die Schocklage einnehmen, also liegen und die Beine hoch lagern.  

Laktoseintoleranz ist keine Allergie

Die Laktoseintoleranz basiert auf einem Enzymdefekt und führt zur Unverträglichkeit von Milchprodukten. Als Verwertungsstörung ist sie nicht das gleiche wie eine Allergie. Auch die Fruktose-Malabsorption ist eine Verwertungsstörung. Glutenunverträglichkeit wiederum ist eine Autoimmunerkrankung und auch nicht mit einer Allergie zu verwechseln. Die betreffenden Lebensmittel zu meiden ist es die einzige sinnvolle Hilfe.  

Kinder und Lebensmittelallergie

Kinder sind von Allergien am häufigsten betroffenen. Oft zeigen sich schon den ersten Lebensmonaten Symptome. Weil das Immunsystem noch nicht ausgereift ist, reagiert der Körper sehr junger Menschen besonders stark. Kinder leiden in der Regel unter Allergien gegen Grundnahrungsmittel wie Milch, Eier, Nüsse und Weizen. Bei Säuglingen kommt die allergische Reaktion auf Kuhmilcheiweiß am häufigsten vor, bei Kleinkindern die Allergie auf Hühnerei und Soja. Erwachsene sind häufiger von Allergien auf Obst, Nüsse und Gemüse betroffen.  

Allergien - die Genetik spielt eine Rolle

Um eine echte Nahrungsmittelallergie im Erwachsenenalter zu entwickeln, muss eine erbliche Vorbelastung bestehen. Bei gefährdeten Personen kann im Prinzip jedes Nahrungsmittel allergische Reaktionen auslösen. Allergene sind hitzebeständig. Daher haben Kochen, Braten und Backen keinen Effekt auf die allergische Wirkung. Wenn ein Produkt in großen Mengen verzehrt wird, können selbst harmlose Lebensmittel eine Allergie auslösen. So kommt zum Beispiel die Erdnussallergie in Deutschland eher selten vor, ist aber in den USA stark verbreitet. Das hängt mit den Essgewohnheiten zusammen. In amerikanischen Familien wird einfach viel mehr Nussbutter verzehrt.  

Was tun bei Nahrungsmittelunverträglichkeit?

Sobald festgestellt wurde, auf welches Lebensmittel man allergisch reagiert, muss es vom Speiseplan gestrichen werden. Auch eine Diätberatung kann sehr sinnvoll sein. Das Aufspüren des Allergieauslösers ist oft sehr schwierig. Es lässt sich nicht ohne weiteres erkennen, in welchen Produkten sich die allergieauslösenden Stoffe verbergen. Gerade bei Kindern und bei Menschen, die von mehreren Unverträglichkeiten oder Allergien betroffen sind, ist die Beratung sehr sinnvoll.  

Vor der Behandlung steht die sichere Diagnose

Es macht keinerlei Sinn, Menschen, insbesondere Kinder, bei Verdacht auf eine Allergie oder Lebensmittelunverträglichkeit auf Diät zu setzen. Das kann unangenehme Mangelerscheinungen zur Folge haben. Gerade Kindern sollte man die Freude am Essen nicht voreilig verderben. Sinnvoll ist es, eine auf Allergien spezialisierte Ernährungsberatung in Anspruch zu nehmen. Denn trotz Meidung bestimmter Lebensmittel muss der Speiseplan möglichst ausgewogen sein.

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