Macht Laktose krank?


Allgemein

„Kaffee mit Milch und Zucker?“
„Schwarz bitte, Milch vertrage ich leider nicht!“
Wer hat das noch nicht mal im Alltag von einem Kollegen, Bekannten oder sich selber sagen gehört. Menschen, die den Kaffee gezwungenermaßen schwarz oder mit einer Milchalternative trinken, vertragen die enthaltene Laktose nicht. Sie sind damit „laktoseintolerant“.

Laktose bezeichnet dabei einen Zweifachzucker, der im allgemeinen Sprachgebrauch auch unter dem Namen „Milchzucker“ bekannt ist. In Deutschland leiden rund 17% der Bevölkerung an einer diagnostizierten Unverträglichkeit gegen eben diesen Milchzucker, wobei die Dunkelziffer von Erkrankten sogar noch deutlich höher liegt. Je nach Schweregrad der Erkrankung macht sich die Unverträglichkeit gegenüber Laktose zunächst in Form von Blähungen, Bauchschmerzen und Unwohlsein bis hin zu krampfartigen Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen bemerkbar. Darüber hinaus klagen Betroffene auch oft über unspezifische Beschwerden, wie körperliche Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Schlafstörungen. Prinzipiell kann beim Menschen in jedem Lebensabschnitt, seit dem Zeitpunkt der Geburt bis zum Tod, eine Laktoseintoleranz entwickelt werden. Häufiger tritt aber die Krankheit erst im Jugendalter auf. Zudem besteht auch die Möglichkeit die Laktoseintoleranz wieder zu verlieren.
Enthalten ist Laktose, wie die Bezeichnung Milchzucker schon erahnen lässt, vor allem in Milchprodukten wie Kuhmilch, Käse und Joghurt. Aber auch einige Produkte, die zunächst nicht den Anschein machen, laktosehaltig zu sein, weisen einen geringen Anteil an Laktose auf. Darunter fallen z.B. Fertigsuppen oder auch Medikamente. Daraus leitet sich wiederum der erste und wichtigste Ansatzpunkt zur Behandlung der Milchzuckerunvertäglichkeit ab: Die Umstellung der Ernährung. Das heißt, es sollte auf laktosehaltige Lebensmittel verzichtet werden und durch andere Lebensmittel, wie z.B. Sojamilch oder Sojajoghurt ersetzt werden. Eine weitere Möglichkeit der Behandlung stellt zudem die Einnahme von sogenannten Laktasetabletten dar, die einen beschwerdefreien Verzehr von Milchprodukten ermöglichen.

Laktose –Was ist das?

Chemisch gesehen ist Laktose ein Zweifachzucker (Disaccharid), bestehend aus den Zuckerbausteinen Glukose und Galaktose (Monosaccharide). Funktionell werden diese Bausteine, nach Abbau des Zweifachzuckers im Magen-Darm-Trakt u.a. zur Energiegewinnung und als Baustein für die Zellmembranen  verwendet.

Abbau der Laktose im Magen-Darm-Trakt

Normalerweise erfolgt der Abbau des verzehrten Milchzuckers an der Darmschleimhaut mittels des sogenannten Enzyms Laktase, da letztendlich nur die Zuckerbausteine Glukose und Galaktose vom Körper aufgenommen und verwertet werden können. Das Enzym wird von den Schleimzellen des Dünndarms produziert und bei Bedarf an den Nahrungsbrei abgegeben. Kommt nun das Enzym Laktase mit dort enthaltender Laktose in Kontakt, „zerschneidet“ das Enzym den Zweifachzucker in die beiden Einfachzucker: Galaktose und Glukose, welche dann vom Darm ins Blut gelangen können. Über das Blut werden die Einfachzucker schließlich zu den Zielorten im Körper transportiert, sprich zu Orten, wo der Körper diesen fundamental für den eigenen Aufbau und Aufrechterhaltung von Vitalfunktionen benötigt.

Laktoseintoleranz- Was ist das?

Bei der Laktoseintoleranz ist ein allgemeiner Mangel am Enzym Laktase vorhanden, wodurch der Milchzucker nur unzureichend oder gar nicht an der Dünndarmschleimhaut gespalten werden kann. Folglich werden die enthaltenden Bausteine auch nicht über die Dünndarmschleimhaut ins Blut aufgenommen. Die Laktose wandert als Ganzes in den Dickdarm. Dort angekommen, wird er von bestimmten dickdarmspezifischen Bakterien als Nahrung verwendet und abgebaut. Bei diesem als Vergärung bezeichneten Prozess entstehen Gase wie Wasserstoff oder Kohlendioxid. Sind diese in größeren Mengen im menschlichen Dickdarm vorhanden, führen sie beim Menschen zu den klassischen Symptomen der Laktoseintoleranz: Bauchschmerzen oder Blähungen. Als weitere Abbauprodukte bei diesem bakteriellen Abbauprozess entstehen außerdem Stoffe wie Milchsäure und kurzkettige Fettsäuren, welche schlussendlich wasserziehend und damit den Laktose bedingten heftigen Durchfall bewirken.

Formen der Laktoseintoleranz

Wurde bei einer Person eine Laktoseintoleranz festgestellt, unterscheidet man wiederum je nach Ursache zwischen primärer, sekundärer und angeborener Laktoseintoleranz. Erstere, die weltweit häufigste Form der Laktoseintoleranz, tritt erst im Kindes-und Jugendalter auf. Der Hauptgrund hierfür ist, dass die Effektivität des Enzyms im Laufe der Lebensjahre abnimmt.

Die sekundäre Laktoseintoleranz beschreibt das Unvermögen von Menschen, die Laktose ausreichend im Darm zu spalten. In diesem Falle stellen vorhandene Erkrankungen des Magen-Darms-Trakts, Nebenwirkungen von Medikamenten oder auch allgemeine Nährstoffmangelzustände die Ursache der sekundären Milchzuckerunverträglichkeit dar. Diese verringern/verhindern durch Schädigung der Dünndarmschleimhaut die ausreichende Bereitstellung des Enzyms Laktase. Die mit der Nahrung aufgenommene Laktose wird nur unzureichend verdaut und führt im Dickdarm zu den beschriebenen Gesundheitsbeschwerden.

Die angeborene Laktoseintoleranz ist eine besonders gravierende Form, da bereits die Stillung des Neugeborenen mit Muttermilch nicht möglich ist. Beim Stillen eines Laktose intoleranten Säuglings mit Muttermilch würde die Laktose ohne Umwege ins Blut des Babys gelangen und dort zu schwerwiegenden Vergiftungssymptomen führen.

Symptome

Typische Symptome, die wenige Minuten bis Stunden nach Verzehr von milch-und milchzuckerhaltigen Lebensmitteln auftreten, sind:

  • Blähbauch
  • Laute Darmgeräusche
  • Blähungen
  • Bauchschmerzen bis hin zu Bauchkrämpfen
  • Schmerzhafter Stuhlgang
  • Übelkeit bis hin zum Erbrechen
  • Durchfall
  • Allgemeinbeschwerden wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Konzentrationsstörungen

Nichtsdestotrotz können jene Beschwerden auch im Zusammenhang mit anderen Nahrungsmittelunverträglichkeiten auftreten oder auch ganz einfach, eine Folge eines Magen-Darm-Infekts sein. Daher sollte ein Test zur eindeutigen Klärung, ob eine Laktoseintoleranz vorliegt, durchgeführt werden.

Diagnose Laktoseintoleranz

Zunächst einmal sollten Menschen, die bei sich oder anderen Personen eine Laktoseintoleranz vermuten, die Reaktionen des Körpers nach Aufnahme von Milchprodukten beobachten. Treten eine oder mehrere der typischen Beschwerden auf? Und wenn ja, wie stark ist die Reaktion? Könnten auch andere Lebensmittel, die gleichzeitig verzehrt wurden, zu den Beschwerden geführt haben? Um diese Fragen zu beantworten, ist es oftmals hilfreich ein Ernährungstagebuch zu führen. Dort kann die betroffene Person individuell notieren, wann was, in welchen Mengen gegessen wurde und zusätzlich, ob und wie sehr Beschwerden aufgetreten sind.
Eine aussagekräftige Methode um den Verdacht einer Laktoseintoleranz zu bestätigen oder zu wiederlegen ist zudem die Durchführung eines H²-Atemtests. Diesen können sie unter anderem bei unserem Unternehmen Cerascreen® erwerben und ganz bequem von zuhause aus durchführen, sodass zeitaufwendige und nervenaufreibende Arztbesuche Ihnen erspart bleiben.

H²-Atemtest durch das Testkit Laktose von der Firma Cerascreen®

Zur eigenständigen und unkomplizierten Testung auf Laktoseintoleranz ist bei unserem Unternehmen Cerascreen® das Testkit Laktoseintoleranz erhältlich. Das Paket beinhaltet den auch von Ärzten am häufigsten angewandten Routinetest und damit Goldstandard zur Testung auf Laktoseintoleranz: Den H2- Atemtest. Dieser wird in abgeänderter Form auch zur Prüfung einer Fruktose-und Sorbitintoleranz verwendet (siehe Artikel Fruktose und Sorbit).
Bei Verdacht einer Milchzuckerunverträglichkeit und damit Anwendung des Laktoseintoleranztestkits trinkt die Testperson Milchzucker in einer bestimmten Menge Wasser gelöst. Die Lösung muss dabei auf leeren Magen und innerhalb von 4 Minuten getrunken werden. Bei einer bestehenden Milchzuckerunverträglichkeit gelangt der aufgenommene Milchzucker unverdaut weiter in den Dickdarm. Bei dem dort stattfindenden Abbau der Laktose durch Bakterien entsteht u.a. Wasserstoff. Dieser wird vom Menschen wieder abgeatmet und kann somit selbstständig durch ? oder durch einen Arzt gemessen werden. Liegt der Wert über 20 ppm, ist das ein starkes Anzeichen, dass eine Milchzuckerunverträglichkeit vorliegt

Laktose in Nahrungsmitteln

Konnte eine Laktoseintoleranz eindeutig bestätigt werden, sollte die betroffene Person austesten, welche Lebensmittel aufgrund des hohen Laktosegehalts in Zukunft gemieden werden sollten und welche weiterhin ohne Probleme konsumiert werden können. Erste Abhilfe im Wirrwarr von mehr oder minder übersichtlichen und informativen Websites, Büchern und Blogs zu dem Thema schafft hierbei die nachfolgende Tabelle. Es werden hierbei die Laktosegehalte ausgewählter Lebensmittel aufgelistet. Diese gelten nach der Lebensmittelverordnung als „laktosefrei“, wenn ein Restgehalt von weniger als 0,1g Laktose pro 100g Lebensmittel enthalten ist.

Blog laktose Tabelle

Leben mit Laktoseintoleranz

Auch wenn eine Laktoseintoleranz vorliegt, sollte die betroffene Person nicht sofort verzweifeln: Es besteht weder in keinsterweise Gefahr das ein lebensbedrohlicher Zustand eintritt, noch das das Leben aufgrund der Unverträglichkeit drastisch verkürzt wird. Ernährt sich die betroffene Person generell laktosefrei beziehungsweise nimmt Laktasetabletten ein, kann davon ausgegangen werden, dass die Person weiterhin den normalen Alltag, ohne jegliche unangenehmen Beschwerden oder Symptome, bewältigen kann.

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