Migräne – Nur ein Symptom einer Lebensmittelunverträglichkeit?


In Deutschland leiden ca. 21 Millionen Menschen an Migräne. Hierbei sind fast doppelt so viele Frauen (12 - 14%) wie Männer (6 - 8%)  betroffen. Viele der Betroffenen klagen über ein bis zwei Attacken pro Monat (1). Zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr, tritt die Migräne am Häufigsten auf. Mit zunehmendem Alter nimmt das Auftreten glücklicherweise wieder ab. Aufgrund von Migräne kommt es zu 12 bis 40 Tagen Arbeitsunfähigkeit im Jahr, weshalb die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Kopfschmerzerkrankung auch an 19. Stelle aller Erkrankungen auflistet, die Behinderungen im Arbeitsleben mit sich ziehen.

Die Migräne ist eine Erkrankung mit immer wieder auftretenden Kopfschmerzattacken. Diese Kopfschmerzen gehen meist mit Begleiterscheinungen des vegetativen Nervensystems einher. Das vegetative Nervensystem ist für biologisch festgelegte, automatisch ablaufende innerkörperliche Prozesse notwendig und beeinflusst diese. Es werden somit Vorgänge im Körper angesprochen, die selbstständig (autonom) ablaufen. Dabei werden lebenswichtige Funktionen wie Atmung und Verdauung beeinflusst.

Migräne wird durch verschiedene Auslöser (Triggerfaktoren), sei es Hunger, wenig Schlaf oder Stress ausgelöst. Bereits in den 1930er Jahren wurden weitere Trigger untersucht, darunter auch bestimmte Nahrungsmittel (2). Diskutiert werden bestimmte Nahrungs- und Genussmittelgruppen. Dazu zählen unter anderem Alkohol, Käse, Schokolade, biogene Amine (z.B. in Wein), Koffein, Natriumglutamat (Geschmacksverstärker), Aspartam (Süßstoff), Nitrite und Nitrate (z.B. in Wurst und Wurstwaren), Obst und Gemüse, sowie Lebensmittelallergien.

Der Nachweis von IgG-Antikörpern im Blut der Patienten wird als Beleg der Allergiehypothese herangeführt (3). IgG-Antikörper sind Immunglobuline, die das Immunsystem bildet, wenn ein körperfremder oder gefährlicher Stoff in den Körper gelangt (normalerweise Würmer oder Parasiten). Bei einer allergischen Reaktion ist dies eine Überreaktion des Immunsystems auf einen an sich harmlosen Inhaltsstoff (Antigen) in einem Lebensmittel. Die IgG-Antikörper gelten als Trigger für entzündliche Erkrankungen oder untypische Symptome durch Nahrungsmittel (3).

Alpay und seine Kollegen (2010) untersuchten daraufhin bei 30 Patienten die IgG-Antikörper gegen insgesamt 266 Lebensmittelantigene, um einen möglichen Zusammenhang mit der Migräne zu ermitteln. In dieser Studie wurde sowohl mit einer Eliminations- als auch mit einer Provokationsdiät gearbeitet. Die Eliminationsdiät beinhaltet das Weglassen aller Lebensmittel, die auf IgG-Antikörper positiv reagiert haben. In der Provokationsdiät hingegen wurde das Immunsystem mit den positiv getesteten Lebensmitteln provoziert. Als Ergebnis wurde festgestellt, dass durch die Eliminationsdiät die Anzahl der Kopfschmerztage signifikant gesenkt wurde (2).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es sich lohnt einmal über den Tellerrand zu blicken und sich seine Ernährung genauer anzusehen, besonders in Hinblick auf eine Verbesserung der Migräneproblematik. Nahrungsmittelunverträglichkeiten basierend auf IgG-Antikörper sollten untersucht werden, um mögliche Auslöser für Migräne identifizieren und eliminieren zu können. Nutzen Sie den Basic-Test von cerascreen®. Bei diesem werden 95% der häufigsten Allergene abgedeckt – unter anderem auch IgG4-Antikörper.

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Literatur

  1. Göbel, H. (2012). Migräne Diagnostik- Therapie- Prävention. Berlin Heidelberg: Springer- Verlag.
  2. Alpay et al. (2010). Diet restriction in migraine, based on IgG against food: A clinical double-blind, randomised, cross-over trial. Cephalalgia. 829-837.
  3. Mitchell et al. (2011). Randomised controlled trial of food elimination diet based on IgG antibodies fort he prevention of migraine like headaches. Nutrition Journal. 10:85.

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