Migräne – Vielleicht nur ein hormonelles Serotonin - Problem?


Mehr als 21 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Migräne. Frauen leiden im Schnitt doppelt so häufig (12 – 14%) an Migräne als Männer (6 – 8%). Der durchschnittliche Migräne-Patient leidet an ein bis zwei Attacken pro Monat [1]. Die Migräne tritt am Häufigsten zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr auf. Glücklicherweise nimmt mit zunehmendem Alter das Auftreten von Migräneattacken wieder ab. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) listet die Migräne an 19. Stelle aller Erkrankungen, die Behinderungen im Arbeitsleben mit sich bringen. Dies resultiert aus der steigenden Anzahl an Tagen der Arbeitsunfähigkeit, die durch Migräneverursacht werden. Diese liegen zwischen 12 und 40 Tagen pro Jahr.

Die Migräne wird definiert als eine Erkrankung mit immer wieder auftretenden Kopfschmerzattacken. Begleiterscheinungen des vegetativen Nervensystems gehen oftmals mit den Kopfschmerzen einher. Das vegetative Nervensystem ist für automatisch ablaufende, biologisch festgelegte innerkörperliche Prozesse notwendig und beeinflusst diese. Somit werden durch das vegetative Nervensystem selbstständige (autonome) Vorgänge im Körper angesprochen. Zu diesen zählen lebensnotwendige Funktionen wie Atmung und Verdauung.

Serotonin hat verschiedenste Funktionen in unserem Körper. Zum einen ist es an der Regulierung des Magen-Darm-Traktes beteiligt. Eine erhöhte Serotoninausschüttung kann zu Übelkeit und Erbrechen führen. Ein erniedrigter Serotoninspiegel kann wiederum zu Heißhungerattacken auf beispielsweise Süßes wie Schokolade, führen [2]. Diese Faktoren werden ebenfalls häufig mit Migräne in Zusammenhang gebracht. So beginnt eine Migräne häufig mit Heißhungerattacken auf verschiedene Lebensmittel – hauptsächlich energiereiche Nahrungsmittel – und endet mit Übelkeit und Erbrechen durch die starken Kopfschmerzen [3].

Die Mechanismen der Migräne sind immer noch nicht vollständig durch die Wissenschaft geklärt. Ein Ansatz des Migräneverständnisses befasst sich mit der Theorie der Entzündung. Über die Aktivierung von serotoninempfindlichen Nerven kommt es im Gehirn zunächst zu einer Gefäßverengung (Vasokonstriktion) und durch die Freisetzung von Entzündungsstoffen (zum Beispiel Histamin) kommt es zu einer Entzündung. Anschließend kommt es zu einer Gefäßerweiterung (Vasodilatation), welche letztendlich zum Schmerz führt. Diese Gefäßerweiterung geht mit einem Serotoninmangel in den Nerven vonstatten. Aufgrund dessen ist eine Form der Migränebehandlung die medikamentöse Therapie mit Triptanen. Die Triptane sind „Serotoninunterstützer“ (Serotoninagonisten) und führen über verschiedene serotoninabhängige Rezeptoren zu einer Hemmung der gefäßerweiterten Stoffe. Dadurch wird eine Schmerzlinderung erzielt. Leider haben Triptane eine große Fülle an Nebenwirkungen. Folglich sollten Triptane nur unter Anweisung eines Arztes eingenommen werden. Zudem sollten Triptane beispielswese weder während der Schwangerschaft noch bei einer bestehenden Herz-Erkrankung eingenommen werden [4].

Nutzen Sie unseren Serotonintest für die Prüfung Ihres Serotoninspiegels. Am besten Testen Sie den Spiegel direkt nach einer Migräneattacke. Sollte Ihr Serotoninspiegel erniedrigt sein, könnten die Triptane für Sie die richtige Wahl zur Migränetherapie sein.

 

Literatur

1 Göbel, H. (2012). Migräne Diagnostik- Therapie- Prävention. Berlin Heidelberg: Springer- Verlag.

2 El-Merahbi et al. (2015). The roles of peripheral serotonin in metabolic homeostasis. FEBS Letters. 589: 1728-1734.

3 Göbel, H. (2014). Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne. Kiel: Springer-Verlag.

4 Beubler, K. (2011). Kompendium der Pharmakologie (3. Auflage).Springer WienNewYork.

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