Muskeln wiegen mehr als Fett


Jeder, der schon mal für eine längere Zeit eine Diät befolgt hat, weiß, dass das Gewicht nicht Woche für Woche kontinuierlich nach unten geht. Es wird immer Wochen geben, in denen die Gewichtsabnahme etwas ins Stocken gerät. Manchmal nimmt man sogar ein bisschen zu. Angesichts dieser frustrierenden Lage ist die häufig genannte Ausrede „Muskeln wiegen mehr als Fett“.

 

Somit sei es unser intensives Trainingsprogramm, das für das Fehlen des erhofften Gewichtsverlustes verantwortlich ist. Ist das wirklich der Fall? Bevor diese Frage beantwortet wird, sollen erst einmal einige Vorteile von Muskelwachstum dargestellt werden.

 

 

Vorteile von Muskelzuwachs

Wer noch nicht einem Trainingsplan folgt, der dazu ausgelegt ist Muskeln aufzubauen, verpasst was. Vorteile von Muskelzunahme sind unter anderem:

– Verbesserte Figur, einschließlich strafferer Arme, Beine und festerem Po.

– Man wird sich stärker fühlen und seine Gelenke sind besser vor Verletzungen geschützt.

– Es verbessert die Haltung, man fühlt sich selbstbewusster und sieht attraktiver aus.

– Muskelgewebe verbrennt mehr Kalorien als Fett. Das heißt, man kann mehr essen, ohne zuzunehmen.

 

Allerdings: An Muskelmasse zunehmen bedeutet Arbeit

Wer zu denen gehört, die an Gewicht zugenommen haben und glauben das sei, weil Muskeln mehr als Fett wiegen, der glaubt, dass Muskelwachstum schnell und einfach geschieht. Das stimmt nicht.

Der Prozess ist komplex. Um große Mengen an Muskelmasse zu gewinnen, muss man nicht nur progressives und intensives Krafttraining durchführen, sondern sich auch an eine gesunde, eiweißreiche Ernährung halten (oder viel essen).

Die traurige Wahrheit ist, dass die meisten Menschen, die trainieren, vor allem Frauen, kein Krafttraining auf diesem Niveau durchführen, geschweige denn sich an eine Diät halten, die den Muskelaufbau unterstützt. Zu viele Frauen haben noch immer Angst davor Krafttraining zu machen, weil sie denken, dass sie dann schnell ihre weiblichen Kurven verlieren. Erstens haben Frauen aber gar nicht die richtigen Hormonkonzentrationen, um so schnell viel Muskelmasse aufzubauen. Zweitens müssen die Umstände richtig sein. Ohne das richtige Training und eine entsprechende Ernährung braucht es sehr lange bis Muskeln aufgebaut werden.

Wer also in einer Woche die Zahl auf der Waage wieder nach oben springen sieht, der hat wahrscheinlich kein signifikantes Muskelwachstum zu verzeichnen. Es ist wahrscheinlicher, dass die Gewichtszunahme durch Wassereinlagerungen, Verstopfung oder Diätausrutscher ausgelöst wurde.

 

Muskeln wiegen mehr als Fett

Es ist nicht zu leugnen, dass ein Kilo Fett genauso viel wiegt wie ein Kilo Muskelmasse. Ebenso wie auch ein Pfund Federn so viel wiegt wie ein Pfund Wackersteine.

Wenn man allerdings das gleiche Volumen an Muskeln und Fett nehmen würde und diese wiegen würde, dann wird der Muskel mehr wiegen. Der Unterschied hier liegt in der Dichte. Nach Volumen ist ein Kilo Fett klumpig, flauschig und nimmt viel mehr Raum im Körper ein als ein Kilo Muskeln. Tatsächlich nimmt ein Kilo Fett fast viermal den Platz von Muskelgewebe ein. Somit ist es möglich schlanker auszusehen, ohne an Gewicht zu verlieren.

 

Bedenke: Fett wird nicht in Muskeln umgewandelt

Man kann Fettmasse nicht in Muskelmasse umwandeln. Auch wenn man gleichzeitig Muskeln aufbauen und Fett abbauen kann. Die Umwandlung von Fett in Muskeln ist einfach nicht möglich. Denn die Gewebe sind ganz unterschiedlich aufgebaut.

Jedoch kann man leider auch gleichzeitig Fett und Muskelmasse abbauen. In der Tat passiert genau dies bei den meisten Diäten. Insbesondere dann, wenn eine kalorienarme Diät mit viel Cardio-Einheiten kombiniert wird.

Ein wesentlich besseres Ziel als simple Gewichtsabnahme ist Kraftaufbau. Der Gewichtsverlust dauert so zwar länger, man bleibt aber auch wesentlich länger in Form und der gefürchtete Jojo-Effekt bleibt aus. Ein kleines bisschen mehr Muskeln kann nicht nur das Aussehen, sondern auch das Selbstwertgefühl enorm verbessern.

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