Muttermilch – beste Nahrung gegen Allergien


Fritz Horak, Leiter des Allergiezentrums Wien West, weist darauf hin, dass Allergien und Asthmaerkrankungen in den meisten Fällen unterdiagnostiziert und untertherapiert sind. Meist würden frühe Feststellungen der Allergie verhindern, so dass es zu einer falschen und daher unwirksamen Behandlung der Symptome komme. Wenn nicht rechtzeitig meist mittels einer frühen Immuntherapie die Symptome behandelt werden würden, wären jährlich Kosten in Millionenhöhe zu erwarten, die dann alle Steuerzahler beträfen.

Immuntherapie früher ansetzen

Durch eine früh angesetzt Immuntherapie ließen sich Neuauftreten von Allergien verhindern und das Auftreten von Asthmaerkrankungen hinauszögern. Dies ist besonders interessant, wenn doch im Zehnjahres- Vergleich die Zahl der Kinder, die vom Asthma betroffen sind, um 30 Prozent zunehme. Selbst bei Heuschnupfen macht das Plus in diesem Zeitraum 20 Prozent aus. Mit rund 19 Prozent ist die Neurodermitis auf dem Vormarsch.
Verhindern ließen sich die Allergien neben der früheinsetzenden Immuntherapie durch sogenannte primäre Präventionsmaßnahmen wie z. B. Maßnahmen bei der Ernährung nicht. Andere Wissenschaftler sprechen von variierenden Zahlen abhängig vom Wohnort, Umwelteinflüssen und Alter des Patienten.
Die genaue Entstehung von Allergien ist noch nicht bekannt, somit sind die Ursachen des dramatischen Anstiegs der Krankheitsfälle auch nicht zufriedenstellend erklärbar. Als wichtigste Faktoren spielen eine genetische Veranlagung und der frühe Kontakt mit möglichen allergieauslösenden Stoffen eine essentielle Rolle.
Aufgrund der stetigen Zunahme von Erkrankungen durch Allergien in westlichen Ländern und Industrienationen ist eine gezielte Präventionsmittel zu entwickeln. Mit diesen Mittel könnte dann womit eine sonst einsetzende Nahrungsmittelsensibilisierung vermieden werden. Aufgrund dieses Fundament ist eine Argumentation zu entwickeln, die wissenschaftliche Studien nach sich ziehen. Anhand dieser wissenschaftlichen Korrelativdaten wären dann konkrete Empfehlungen zur richtigen Ernährung zur Vorbeugung von Allergien bei Säuglingen aussprechen.

Grundlage ist eine ausreichende Versorgung mit Muttermilch

Verschiedene Studien belegen, dass Muttermilch sowohl aus ernährungsphysiologischer Sicht als auch für die Vorbeugung von allergischen Erkrankungen die ideale Ernährung in den ersten Lebensmonaten darstellt. Muttermilch versorgt den Säugling mit den entwicklungsspezifischen Bedürfnissen, da es ein einzigartiges Nahrungsmittel darstellt. Muttermilch enthält körpereigenes Eiweiß, gegen die keine Allergie was ausrichten kann (jedoch ist auch Muttermilch nicht frei von Allergenen).

Muttermilch nicht frei von Allergenen – trotzdem ausreichend lang stillen

Spuren aller Lebensmittel, somit auch Allergene, können aus der Nahrung in die Muttermilch gelangen. Doch kann durch eine langsame Gewöhnung an fremde Eiweiße das Immunsystem des Säuglings langsam auf fremde Eiweiße vorbereitet werden. Denn durch die Muttermilch nimmt der Säugling Immunfaktoren auf, die zum Aufbau des frühkindlichen Immunsystems entscheidend beitragen. Insbesondere wird durch die Gabe von Muttermilch die Darmschleimhaut gefördert. Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass die Milch der Mutter günstig für Besiedlung durch Darmflora beim Kinde sei (Bifidusbakterien), die wiederum die natürlichen Abwehrmechanismen des Darms verstärken.
Somit ist bewiesen, dass nur Muttermilch einen optimalen Schutz vor Krankheit und Allergien bieten kann. Kinderärzte und Allergologen raten daher schon seit langem, Säuglinge – wenn möglich in den ersten vier bis sechs Monaten ausreichend zu stillen. Insbesondere bei Kindern, wo in der Familie eine Prädisposition für Allergien herrscht, muss von einer kurzen Stillzeit abgeraten werden.

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