Östrogen in den Wechseljahren


Eine Zeit des Umschwungs

 

Sie erinnern Sich sicherlich noch an die Zeit Ihrer pubertierenden Kinder oder womöglich an Ihre eigene, wo Sie täglich patzige Antworten an den Kopf geworfen bekommen haben? Die Launen wechselten ständig ohne Vorwarnung und Ihre Familie musste das mehr oder weniger stillschweigend ertragen? Die Aussage: „ Ihr versteht mich einfach nicht!“ gehörte anstelle des abendlichen „Gute-Nacht-Kusses“ quasi zur Tagesordnung?
Im Alter zwischen 45 und 55 Jahren folgt eine erneute Phase des Umschwungs: Die Wechseljahre!
Betroffene Frauen fühlen sich häufiger gestresst, unausgeglichen, können nicht richtig durchschlafen und Ihre allgemeine Stimmungslage hat sich nach Ihrem Empfinden zu früher verschlechtert. Zudem tritt Ihre Periode immer unregelmäßiger auf als im Vergleich zu all den Jahren zuvor.

Wechseljahre, was ist das eigentlich?
Diese Periode umfasst ungefähr eine Zeit von 10 Jahren und wird von Medizinern als die Übergangsphase beschrieben von der Zeit der Geschlechtsreife bis hin zum vollständigen Erlöschen der hormonellen Hormonproduktion in den Eierstöcken (Klimakterium). (1)
Bei dem Durschnitt der Frauen setzen die Wechseljahre um das 42 Lebensjahr herum ein, manche jedoch bemerken aber schon als Mittdreißiger beziehungsweise „Fastvierziger“ eine verringerte Monatsblutung. Wiederum andere erfreuen sich noch weit über das 50. Lebensjahr hinaus an der vollständigen Geschlechtsreife und sexuellem Verlangen. (2)

Östrogen und die Wechseljahre
Nichtsdestotrotz kommt jede Frau ganz natürlich irgendwann in die Phase eben jener Wechseljahre, wo sich die Produktion der Geschlechtshormone Östrogen und Gestagen langsam verringert. Ersteres stellt sogar insgesamt das wichtigste weibliche Geschlechtshormon dar. Produziert wird dieses in bestimmten Zellen der Eierstöcke und hat zahlreiche wichtige Funktionen im Körper inne. Zu den wichtigsten zählen dabei die Regulation des Menstruationszyklus und des Eisprungs. Dadurch erklären sich auch zwei „prominente“ Auswirkungen eines verringerten Östrogenspiegels: Ausbleiben der Periode und Unfruchtbarkeit.

Daneben beeinflusst es:

  • Den weiblichen Klang der Stimme
  • Das Wachstum der weiblichen Brust
  • Die Bildung vom Unterhautfettgewebe
  • Die Gebärmutter und dort den Auf-und Abbau der Schleimhaut
  • Geschmeidigkeit der weiblichen Geschlechtsorgane
  • Knochenbildung- und Stabilität
  • Weitstellung und Geschmeidigkeit der Blutgefäße(3)

Aus diesem vielfältigen Repertoire an Wirkungsbereichen-und Orten des Östrogens können dementsprechend die Symptome eines Östrogensmangels, z.B. ganz klassisch in der Zeit der Wechseljahre, abgeleitet werden. Am häufigsten klagen betroffene Frauen über:

  • Hitzewallungen und Schweißausbrüche
  • Herzrasen
  • Schlaflosigkeit
  • Nervosität
  • Depressionen
  • Kopfschmerzen
  • Trockene Scheide, Augen, Haut

Östrogenmangel behandeln, aber wie?

Doch verzweifeln Sie nicht, dem Östrogenmangel in den Wechseljahren und die damit verbundenen Symptome und Beschwerden kann man relativ einfach den Kampf ansagen. Dafür kommen prinzipiell drei Möglichkeiten in Frage:

  1. Leichte Beschwerden wie Nervosität, Schlafstörungen und depressive Verstimmungen können sie zum Beispiel durch Einnahme von Johanniskraut, einer beruhigend wirkenden Heilpflanze, entgegenwirken.
  2. Bei lokalem Östrogenmangel und damit verbundenen trockenen Körperregionen hat sich die Anwendung von östrogenhaltigen Cremes bewährt. Diese wirken an Ort und Stelle und können ohne Bedenken über einen längeren Zeitraum hinweg angewendet werden.
  3. Sind die Beschwerden sehr stark ausgeprägt, kann auch eine Hormonersatztherapie Abhilfe schaffen und den Östrogenmangel ausgleichen. Diese verschreibungspflichtigen Medikamente in Form von Pflastern oder Tabletten enthalten Östrogen als alleiniges Präparat oder in Kombination mit anderen Geschlechtshormonen. Je nach Ausprägung der individuellen Symptome können sie in unterschiedlicher Dosierung eingenommen werden. Gemäß aktueller Behandlungsleitlinien sollte aber die Einnahme 5 Jahre nicht überschreiten von einem Frauenarzt therapeutisch begleitet werden.

Insgesamt können Sie daher, im Gegensatz zu den pubertierenden Anwandlungen Ihrer Kinder die Beschwerden der Wechseljahre mit den geeigneten Maßnahmen ganz einfach in den Griff bekommen und Ihre Lebensqualität noch deutlich verbessern. (4)

 

 

 

Literaturverzeichnis

  1. Panke-Kochinke, Birgit. Die Wechseljahre der Frau: Aktualität und Geschichte. Heidelberg/Berlin : Springer-Verlag, 2013.
  2. Seemann, Regine. Ratgeber Wechseljahre.: Die typischen Symptome und Beschwerden ... und was man dagegen tun kann. München : neobooks, 2013.
  3. Schaudig, Katrin, Schwenkhagen. Kompass Wechseljahre: Von Hitzewallungen bis Gewichtszunahme: Hormontherapie - ja oder nein? Stuttgart : Georg Thieme Verlag, 2014.
  4. Marbach, Eva. Gesundheitsratgeber Wechseljahre: Wechseljahrsbeschwerden mit Naturheilkunde und Schulmedizin erfolgreich . Nürnberg : Books on Demand, 2010.

 

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