Richtig sonnen diesen Sommer!


Der Sommer ist für viele die schönste Jahreszeit überhaupt. Klar, denn in Deutschland sind wir ja schließlich nicht besonders sonnenverwöhnt. Da die Sonne aber auch erhebliche Schäden anrichten kann, sollte stets darauf geachtet werden, sich richtig zu sonnen. Durch häufiges, ungeschütztes Sonnenbaden erhöht sich das Risiko für vorzeitige Hautalterung und Hautkrebs! Vorsicht ist hier definitiv besser als Nachsicht.

 

Beste Vitamin-D-Quelle: Sonnenlicht

Das Sonnenlicht ist der beste und natürlichste Lieferant für Vitamin D. Durch Vitamin D werden zahlreiche Funktionen im Körper beeinflusst und es wirkt sich erheblich auf unser Wohlbefinden aus. Studien konnten beispielsweise beweisen, dass es einen Zusammenhang zwischen Vitamin D und Depressionen gibt. Und auch auf die Haut und die körperliche und mentale Leistungsfähigkeit kann Vitamin D einen positiven Einfluss nehmen.

 

Sonnenschutz und Vitamin-D-Bildung

Wie finde ich also einen guten Kompromiss zwischen Sonnenschutz, Vitamin-D-Bildung und – nicht zu vergessen – einer schönen Sommerbräune?

Damit Sie diesen Sommer entspannt genießen können, möchten wir einige Tipps für Sie zusammentragen.

Wenn wir unsere Haut der Sonne aussetzen, werden große Mengen Vitamin D3 gebildet (Cholecalciferol). Je mehr Haut von der Sonne erreicht wird, desto mehr Vitamin D wird von unserem Körper produziert. Im Sommer, ohne Sonnencreme und Badekleidung kann dann sogar eine Menge an Vitamin D gebildet werden, die in etwa der Einnahme von 10.000 bis 20.000 IE aus Supplementen entspricht. Dies kann jedoch nur geschehen, wenn keine Sonnenschutzmittel aufgetragen werden.

 

Nun sollte sich aber natürlich niemand stundenlang und ohne Sonnenschutz in die Sonne legen. Vor allem der typische helle Hauttyp, der in Deutschland so oft vorkommt, kann bereits nach etwa 20 Minuten ohne Sonnencreme verbrennen. Glücklicherweise muss man aber keinen Sonnenbrand riskieren um von der Vitamin-D-Produktion durch die Sonne zu profitieren. Bereits 20 bis 25 Minuten in der Sonne können bei hellen Hauttypen für die Bildung von etwa 2.000 IE ausreichen. Das Gute ist nämlich: je heller der Hauttyp, desto schneller bildet der Körper Vitamin D! Eine dunkelhäutige Person benötigt demnach bis zu eine Stunde, um die gleiche Menge Vitamin D zu bilden. Dies liegt an dem in der Haut befindlichen Melanin. Melanin ist eine Substanz, die beeinflusst wie hell oder dunkel unsere Haut ist. Je mehr Melanin, desto dunkler die Haut und desto länger benötigt der Körper um Vitamin D zu produzieren. Melanin beschützt uns zudem vor Sonnenbrand, deshalb haben dunklere Hauttypen auch eine längere Toleranz gegenüber der Sonne, bevor ein Sonnenbrand entsteht.

 

Wie viel Sonne vertragen die unterschiedlichen Hauttypen?

In der Tabelle ist dargestellt wie viel Sonne die unterschiedlichen Hauttypen für die Vitamin-D-Bildung benötigen. Diese Zeiten beziehen sich jedoch nur auf den Sommer und während der Mittagszeit, sowie liegend und in Badebekleidung oder kurzer Kleidung.

 

Hauttyp

Zeit für die Bildung von 2.000 IE

Hauttyp I: blasse Haut mit hellblonden oder roten Haaren und Sommersprossen (Nordeuropa)

5 - 10 Minuten à dann Sonnenschutz!

Hauttyp II: helle Haut mit blonden Haaren und oftmals Sommersprossen (Nordeuropa)

10 - 15 Minuten à dann Sonnenschutz!

Hauttyp III: hellbraune Haut mit dunkelblonden Haaren und keinen Sommersprossen (Europa- und Mittelmeerraum)

15 - 20 Minuten à dann Sonnenschutz!

Hauttyp IV: braune Haut mit braunen oder schwarzen Haaren (Südeuropa, Asien)

10 - 20 Minuten à dann Sonnenschutz!

Hauttyp V: dunkle Haut mit schwarzen Haaren (Nordafrika, Indien, Pakistan)

30 - 40 Minuten à dann Sonnenschutz!

Hauttyp VI: dunkle bis schwarze Haut mit schwarzen Haaren (Zentralafrika)

40 - 45 Minuten à dann Sonnenschutz!

 

 

Wie sieht der richtige Umgang mit der Sonne aus?

 

  • Den Eigenschutz der Haut beachten!
    Eine allgemeine Formel mit der sich der Eigenschutz der Haut ermitteln lässt, gibt es leider nicht, da der Eigenschutz auch immer von der Gewöhnung an die Sonne abhängig ist und durch die Bräune beeinflusst wird. Der jeweilige Hauttyp ist aber bereits eine gute Richtlinie. Während der Eigenschutz-Zeit (auch bezeichnet als minimale Erythemdosis) ist die Haut optimal gegen Sonnenschäden geschützt. Danach können jedoch Sonnenschäden entstehen – also Sonnencreme auftragen!
  • Langsame und vorsichtige Gewöhnung an die Sonne
    Am besten beginnt man bereits im Frühling mit regelmäßigen Sonnenbädern (sofern das Wetter es zulässt...) Dadurch wird die Eigenschutz-Zeit der Haut bereits rechtzeitig erhöht und Sonnenschäden entstehen weniger schnell.
  • Regelmäßig sonnen
    Auch hier macht leider das Wetter oftmals einen Strich durch die Rechnung. Schönes Wetter sollte jedoch immer ausgenutzt werden um die Vitamin-D-Produktion anzukurbeln (und ganz nebenbei leicht sommerlich gebräunt auszusehen).
  • Keine Sonnencreme – solange der Eigenschutz der Haut gegeben ist
    Wie bereits erwähnt kann ansonsten kein Vitamin D gebildet werden. Nach der Eigenschutz-Zeit sollte dann natürlich unbedingt Sonnencreme aufgetragen werden.
  • So viel Haut wie möglich besonnen
    Je mehr Haut von der Sonne erreicht wird, desto schneller wird Vitamin D auch gebildet. Dadurch kann die Sonnenzeit ohne Sonnencreme so kurz wie möglich gehalten werden und man profitiert trotzdem von allen Vorteilen!

Vitamin-D-Versorgung im Sommer

Wie man an der Grafik erkennen kann, ist Vitamin D ein Ganzjahresproblem. Selbst im Sommer befinden sich viele Personen in einem Mangel-Bereich.

Die Lösung: Regelmäßige Testung des Spiegels mit anschließendem Ausgleich des Mangels.

Fazit fürs richtige Sonnen

Trotz zahlreichen Vitamin-D-Supplementen auf dem Markt ist die Sonne noch immer unsere wichtigste Quelle für Vitamin D. Daher sollte der Sommer auch unbedingt ausgenutzt werden. Da der heutige Lifestyle und Büroarbeit regelmäßiges Sonnen natürlich erschweren, sind Vitamin-D-Präparate trotzdem eine gute Alternative.

 

 

Quellen

  • Reichrath, J. (2006). The challenge resulting from positive and negative effects of sunlight: how much solar UV exposure is appropriate to balance risks of vitamin D deficiency ad skin cancer? In: Progress in biophysics ad molecular biology 1:92, S. 9-19.
  • Rotter, D. Sonnenlicht und Vitamin D. URL: http://www.vitamind.net/sonne/ (Zugriff am: 20.06.2017)
  • Webb AR et al. (2011). The vitamin D debate: translating controlled experiments into reality for human su exposure times. In Photochemistry Photobiology 87(3). S. 741.745.
  • Krebsgesellschaft NRW (2007). Hauttypen-Tabelle. URL: http://www.krebs-check-nrw.de/a_vorbeugung/f_sonne/Hauttypen-Tabelle.pdf (Zugriff am 20.06.2017).

 

0 Kommentare

  • Keine Kommentare vorhanden

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Bitte beachten Sie, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen