Schlafstörungen – Durchschlafen ist Luxus


Ist der nächtliche Schlaf gestört, beginnt auch der Morgen nicht mit einem frischen Lächeln im Gesicht. Schlaflosigkeit bzw. Schlafstörungen sind für beinahe ein Drittel der Deutschen zur ungeliebten Gewohnheit geworden [1]. Dabei ist die Regeneration in der Nacht so wichtig für Körper und Geist. Denn während der Nacht erholen sich die Zellen des Organismus, die Gedanken kommen zur Ruhe. So sollte es zumindest sein. Nicht zuletzt kann mangelnder Schlaf auch Krankheiten verursachen. Ein Zustand der Schlaflosigkeit sollte deshalb nicht einfach hingenommen werden.

Vielfältige Ursachen für Schlaflosigkeit

Jeder Mensch hat seine ganz eigenen Gründe, warum er in der Nacht nicht in den Schlaf fallen kann oder während des Schlafes immer wieder aufwacht. Der Eine sorgt sich um den Arbeitsplatz, der kann zwischen dem Spagat von Beruf und Familie einfach nicht einschlafen. Ein Dritter weiß nicht mehr, wie er den hohen Anforderungen als Führungsperson entsprechen soll. Tatsache ist: Immer weniger Menschen führen ein sorgenfreies Leben. Ängste und Gedanken werden mit ins Bett genommen und verursachen Schlaflosigkeit.

Melatonin – Die innere Uhr
Melatonin ist ein Hormon. Hormone sind im Allgemeinen Signal- und Botenmoleküle, die für die Regulation von verschiedenen Körperfunktionen zuständig sind. Die meisten Hormone werden aus Aminosäuren gebildet.
Aminosäuren sind die Bestandteile der Proteine (Eiweiße). Es gibt einige Aminosäuren, die nicht vom Körper selbst hergestellt werden können und über die Nahrung aufgenommen werden müssen (essentielle Aminosäuren). Andere Aminosäuren kann der Körper zwar selbst produzieren, benötigt von diesen in bestimmten Umständen, wie beispielsweise in Krankheit und im Wachstum, jedoch mehr und müssen aufgrund dessen ebenfalls über die Ernährung zusätzlich zugeführt werden (semi-essentielle Aminosäuren). Zuletzt gibt es in unserem Körper die Aminosäuren, die der Körper je nach Bedarf in beliebiger Menge produzieren kann (nicht-essentielle Aminosäuren).
Melatonin wird aus der essentiellen Aminosäure L-Tryptophan gebildet. Dies bedeutet, dass nur bei ausreichender Zufuhr dieser Aminosäure, Melatonin gebildet werden kann.
Hinzu kommt, dass Melatonin verstärkt bei Dunkelheit produziert wird. Das Tageslicht beispielsweise nimmt einen hemmenden Einfluss auf die Melatonin-Produktion dar. Im Allgemeinen nimmt der Melatonin-Spiegel im Alter ab. Zudem können lange Lichtaussetzungen während der Nacht ebenfalls den Melatonin-Spiegel reduzieren. Dies kann ebenfalls zu einer Erhöhung des Krebsrisikos führen [2].

Funktionen von Melatonin
Melatonin beeinflusst die Schlafregulation, die Stimmung und die Fortpflanzung. Besonders bei der Schlafregulation hat Melatonin eine schlafanstoßende Funktion. Dementsprechend ist die Melatonin-Konzentration in der Nacht wesentlich höher als tagsüber unter Lichteinfluss. Dies lässt die Vermutung zu, dass Melatonin dem Organismus essentielle Informationen über die Tageszeit zukommen lässt und eine Verschiebung des Melatonin-Gleichgewichts zu Schlafstörungen führen kann [2].

Der Melatonin-Test
Der cerascreen® Melatonin-Test zeigt Ihnen an, wie hoch Ihr derzeitiger Melatonin-Spiegel ist. Dieser Wert wird in Ihrem Speichel getestet, den Sie sich ganz einfach selbst abnehmen können. Nach Einsenden der Speichelprobe in unser humandiagnostisches Fachlabor, kann der Melatonin-Wert bestimmt werden. Neben dem Ergebnis, erhalten Sie einen umfassenden Ergebnisbericht mit wertvollen Gesundheitstipps und Informationen rund um das Thema Melatonin. Testen Sie den Spiegel des Schlaf-Hormons, um eine mögliche Ursache für Ihre Schlafproblematiken herausfinden zu können.

Bei Müdigkeit lauern Gefahren

Als direkte Folge der Schlaflosigkeit ist die Konzentrationsfähigkeit enorm eingeschränkt. Unter Müdigkeit Auto zu fahren oder zu arbeiten ist nicht nur schwierig, sondern auch gefährlich. Insbesondere dann, wenn lange Fahrten zu bewältigen sind, ist die Gefahr des Sekundenschlafes groß. Und natürlich leidet auch die Qualität der Arbeit unter der Schlaflosigkeit. Um leistungsfähig zu bleiben, greifen daher viele Menschen zu Schlafmitteln und laufen weiter Gefahr, von diesen Medikamenten abhängig zu werden.

Endlich zur Ruhe finden

Vor dem Griff zur Tablette hilft ein Spaziergang am Abend, um ein wenig frische Luft einzuatmen und dem Körper Ruhe zu gönnen. Hausmittel wie ein Glas warme Milch helfen nur wenigen Menschen. In jedem Falle hilft es, das Abendessen bis spätestens 19.00 Uhr einzunehmen und vor allem leicht aber dennoch sättigend zu essen. Ein knurrender Magen findet auch nicht leicht in den Schlaf. Es versteht sich von selbst, dass Kaffee oder schwarzer Tee nach 16.00 Uhr gemieden werden sollte. Auch beim Thema Schlaflosigkeit wird das Thema Bewegung wieder angesprochen. Wenn Sie sich körperlich auspowern, sind Sie am Abend müde und finden leichter in den Schlaf.

Nicht nur der Körper, auch der Geist muss vor dem Schlaf beruhigt werden. Schieben Sie Ihre Sorgen und Ängste bei einem guten Buch beiseite. Wenn Ihnen das nicht gelingt, helfen auch Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung oder autogenes Training abzuschalten. Solche Techniken sind insbesondere bei Schlaflosigkeit hilfreich, da sie nicht dem Risiko einer Medikamentenabhängigkeit unterliegen. Darüber hinaus ist der Schlaf nach autogenem Training sehr erholsam.

Literatur

1 Penzel et al. (2005). Gesundheitsberichterstattung des Bundes: Schlafstörungen. Robert Koch-Institut & Statistisches Bundesamt. Heft 27.

2 Ehlert & Känel (2011). Psychoendokrinologie und Psychoimmunologie. Springer-verlag Berlin Heidelberg.

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