Sind ganze Eier inklusive Eigelb ungesund?


Proteine sind lebenswichtig. Das weiß mittlerweile jedes Kind. Eier sind eine hervorragende Quelle für Proteine, welche der Körper u.a. für den Aufbau von Muskeln, Hormonen, Enzymen und Haut- und Haarzellen benötigt. Zudem halten sie lange satt.
Deshalb greifen Sportler wie Diäthaltende gerne zu Eiern.

Aber auch jemand, der sich nicht viele Gedanken über seine Ernährung macht, isst relativ viele Eier. Wahrscheinlich sogar mehr als ihm bewusst ist. Denn neben dem Frühstücksei am Samstag oder Rührei beim Sonntagsbrunch stecken Eier häufig im Gebäck vom Bäcker nebenan, in Fertiggerichten aus dem Supermarkt, in Nudeln beim Italiener oder in Saucen und Nachtisch in der Kantine.

Ist das schlecht? Erinnern Sie sich noch, wie Ihnen vor Jahren gepredigt wurde, bloß keine Eier zu essen bzw. höchstens zwei Eier die Woche? Denn würden Sie Eier essen, würden Ihnen alle möglichen schrecklichen Sachen zustoßen. Insbesondere das Eigelb stand dank seines relativ hohen Cholesteringehalts auf der roten Liste.
Hauptsächlich ältere Studien kommen zu dem Ergebnis, dass der Verzehr von Eiern negative Effekte auf den Körper hat. Jetzt jedoch gibt es eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien, die zeigen, dass Eier zu Unrecht einen schlechten Ruf innehaben.

Im Jahr 2013 wurde eine Studie im American Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht, die zu dem Schluss kommt, dass ein proteinreiches Frühstück lange satt hält und so im Rahmen einer Diät zu empfehlen sei (1). Die in der Studie untersuchten Proteinquellen waren Eier und Rinderwürstchen.
Studien wie diese lassen uns wieder zu Eiern greifen.

Die Angst vor dem Eigelb behalten jedoch viele bei; sie greifen lieber nur zum Hühnereiweiß. Es stimmt: Man kann viele Kalorien, Fett und Cholesterin sparen, wenn man nur das Eiweiß isst und das Eigelb weglässt. Allerdings lassen Sie sich dann auch die Vitamine B2, B12 und D sowie Eisen und Cholin (gut fürs Gehirn!) entgehen, denn all dies steckt vor allem im Eigelb. Wussten Sie übrigens, dass im Eidotter mehr Proteine stecken als im Eiweiß? Ein wissenschaftliches Teams der Universität in Connecticut, USA, untersuchte 40 Männer und Frauen mit Metabolischem Syndrom (2).
Das bedeutet, die Studienteilnehmer waren alle übergewichtig, hatten Bluthochdruck, zu niedrige Werte des „guten“ HDL-Cholesterins sowie erhöhte Blutfettwerte und zu hohe Glukosewerte, d.h. sie standen kurz vor der Entwicklung eines Diabetes.
Die Studie erstreckte sich über 12 Wochen, in denen die Teilnehmer eine kohlenhydratmodifizierte Kost mit einer niedrigen Energiezufuhr einnahmen. Die eine Hälfte der Teilnehmer aß zudem täglich drei ganze Eier, die andere Hälfte aß einen eigelbfreien Ersatz. Nach 12 Wochen hatten beide Gruppen höhere HDL-Werte und insgesamt niedrigere Blutfettwerte. Die Erfolge der Gruppe, die die ganzen Eier gegessen hatten, waren im Vergleich zu der Eier-Ersatz-Gruppe signifikant größer. Zudem konnten in der eieressenden Gruppe Verbesserungen des Lipoproteinprofils und der Insulinsensitivität nachgewiesen werden. Die Wissenschaftler ziehen daraus den Schluss, dass der regelmäßige Verzehr ganzer Eier bei einer energiereduzierten, kohlenhydratmodifizierten Kost für Menschen mit Metabolischem Syndrom zu empfehlen ist.

Für den Alltag würde das bedeuten, dass Sie in der Woche mehrere Eier verzehren können. Außerdem weisen die Studien darauf hin, dass ein Omelette aus ganzen Eier inklusive dem Eigelb einem reinen Eiweiß-Omelette vorgezogen werden sollte. Ganze Eier sind nicht so schlecht wie ihr Ruf. Die aktuelle Studienlage wird jedoch kontrovers diskutiert. Wollen Sie also jeden Tag mehrere Eier essen, sollten Sie vorher mit Ihrem Arzt sprechen.

Literatur

  1. Leidy HJ et al. Beneficial effects of a higher-protein breakfast on the appetitive, hormonal, and neural signals controlling energy intake regulation in overweight/obese, “breakfast-skipping,” late-adolescent girls. American Journal of Clinical Nutrition 2013.
  2. Blesso CN et al. Whole egg consumption improves lipoprotein profiles and insulin sensitivity to a greater extent than yolk-free egg substitute in individuals with metabolic syndrome. Metabolism 2012.
Autor: KG Bild: Tim Reckmann / pixelio.de

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