Stevia – Süße Alternative


Zugelassen seit Dezember 2011 ist Stevia zurzeit in aller Munde. Es scheint dieses „Wunderkraut“ kann den Wunsch vieler Wirklichkeit werden lassen: kalorienfreie Leckereien.

Wer nun glaubt, eine naturbelassene, kalorienfreie Alternative zu Zucker oder chemisch hergestellten Süßstoffen gefunden zu haben, muss enttäuscht werden. Die Quelle ist zwar eine subtropische Pflanze (Stevia rebaudiana), die in ihrer Herkunftsregion, dem Hochland von Amambay zwischen Paraguay und Brasilien, bereits seit Jahrhunderten von den Einwohnern als natürliches Süßungsmittel genutzt wird.

Zugelassen sind in Deutschland jedoch nur bestimmte Inhaltsstoffe der Pflanze, sogenannte Steviolglykoside (unter der E-Nummer 960), deren Herstellungsprozess hochindustriell ist. Bei der Herstellung sollen sogar umweltschädliche Aluminiumsalze eingesetzt werden. Aus den Blättern der Steviapflanze entsteht letztlich ein weißes, reines Pulver. Somit ist Stevia natürlichen Ursprungs, aber nicht naturbelassen.

Die isolierten Stoffe der Steviablätter sind bis zu 300-mal süßer als herkömmlicher Haushaltszucker. Während die Steviolglykoside auf der Zunge geschmacklich wahrgenommen werden, passieren sie den Rest des Körpers quasi unangetastet. Der Organismus kann die Stoffe nicht zur Energiegewinnung nutzen – Stevia-Süßstoff ist praktisch kalorienfrei.

Wer nun glaubt, hemmungslos bei Stevia-gesüßten Produkten zugreifen zu dürfen, liegt leider falsch. Trotz der Aufschrift „mit Stevia gesüßt“ enthalten die meisten Produkte nämlich noch Zucker und häufig auch andere Süßstoffe. Laut Stiftung Warentest schwankt der Anteil der Süßkraft aus Stevia bei den angebotenen Produkten zwischen 100 und weniger als 10 Prozent.

Das liegt vor allem an dem typischen Nachgeschmack des Stevia-Süßstoffes: „lakritzig-bitter“. In Verkostungen wurden Steviaprodukte von vielen als gewöhnungsbedürftig empfunden. Zu viel Stevia verfälsche den Geschmack bestimmter Leckereien, sodass Hersteller von Schokolade, Joghurt und Co. lieber auf einen Mix unterschiedlicher Süßstoffe und Zucker setzen. Außerdem dürfen die Hersteller den Süßstoff nach EU-Richtlinien nur in begrenzten Mengen einsetzen und müssen bestimmte Höchstgrenzen einhalten, die im Gegensatz zu anderen Süßstoffen wie z.B. Aspartam relativ niedrig liegen.

Fazit: Trotz Mengenbegrenzungen können Stevia-gesüßte Produkte im Vergleich zum Original beim Kaloriensparen helfen. Auch sind mit Steviolglykosiden gesüßte Lebensmittel für Diabetiker geeignet, da der Süßstoff den Blutzuckerspiegel nicht beeinflusst. Die Betroffenen und Figurbewusste sollten allerdings auf die weiteren Zuckerzusätze in den Lebensmitteln achten. Ein Blick auf die Herstellerangaben lohnt sich immer. Und wer sich an dem Eigengeschmack der Steviapflanze nicht stört, kann in Zukunft seinen extrasüßen Kaffee ohne Angst vor Karies und Extrapfunden genießen.

Autor: KG Bild: sigrid rossmann / pixelio.de

2 Kommentare

  • Christian B.

    Stevia ist die gesündeste Möglichkeit, Speisen und Getränke zu süssen. Am besten in Kombination mit Früchten und Säften. Dann sind die Produkte ernährunsphysiologisch ausgewogen und zudem am leckersten, denn zu viel Stevia aklleine zur Süssung schmeckt leicht bitter. Da die Gewinnung der Steviolglycoside aus der Steviapflanze vergleichbar ist mit der Gewinnung von Haushaltszucker aus Zuckerrüben entsteht in ihrem Bericht ein unvollständiges Bild. Steviolglycoside sind genausoviel bzw. genausowenig natürlich wie Kristallzucker. Steviolglycoside natürlicher Herkunft sind immer besser als synthetische künstliche Süssstoffe wie Aspartam. Ausserdem sind die Hölchstmengen immer ausreichend, deseines Durchschnittsbürgers um 40 % zu reduzieren. Der Deutsche konsumiert laut Studien täglich 100 Gramm Zucker, das sind mehr als 40 Gramm zu viel. Aspartam ist leider besonders in der Kritik. Die Grenzwerte sollen überdacht werden. Der Steviagrenzwert ist aufgrund zu geringer Mengen in toxikologischen Tests zustandegekommen. Neue Tests mit größeren Mengen werden beweisen, daß auch die doppelte Ration völlig unschädlich ist.

  • Birgit Locher

    danke für den Bericht und den ergänzenden Kommentar. Meiner Meinung nach sollte Aspartan verboten werden. Es steht doch stark unter verdacht schwere Krankheiten hervorzurufen…

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