Vitamin B12 und Demenz


Demenz und kognitive Beeinträchtigung treten immer häufiger bei älteren Menschen auf. Kognitiv lässt sich mit „das Gedächtnis betreffend“ übersetzen. Unter kognitiven Beeinträchtigungen werden somit Störungen der Denkleistung verstanden. Dabei handelt es sich meist um ein geschwächtes Kurzzeitgedächtnis, sodass immer mehr vergessen wird, wie beispielsweise Arzttermine oder das Einnehmen von Medikamenten. Die Demenzhäufigkeit steigt mit dem Alter. So weise Senioren ab dem 70sten Lebensjahr mit 14 % und ab dem 90sten Lebensjahr sogar zu 37% eine Demenz auf (1). Weiterhin wurde festgestellt, dass sich alle 20 Jahre die Zahl der mit Demenz lebenden Personen verdoppelt. So wird 2020 von 42,3 und 2040 von 81,1 Millionen Demenzerkrankten weltweit ausgegangen (2).

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. definiert die Demenz als ein Muster von geistigen Leistungseinschränkungen und Verhaltensänderungen. So kommt es bei der Demenz zu Störungen des Kurzzeitgedächtnisses, der Konzentration oder der Orientierung. Im schlimmsten Fall der Demenz kann es zu Verlust von Alltagskompetenzen und zu einem Persönlichkeitszerfall kommen. Der Verlust von Alltagskompetenzen umfasst das unkontrollierte Verlassen des Wohnbereichs (Weglauftendenz), Verkennen oder Verursachen von gefährdenden Situationen oder die Unfähigkeit eigene körperliche oder seelische Bedürfnisse wahrzunehmen. Der Persönlichkeitszerfall schließt hierbei eine Wesensveränderung mit ein, bei der die betroffene Person ihre Persönlichkeit „verliert“ und sich so beispielsweise von einer freudigen und unabhängigen Person in einen depressiven und pflegebedürftigen Menschen verändert.

Niedrige Vitamin-B-Spiegel, insbesondere der Vitamin-B12-Spiegel, werden immer mehr als mögliche Risikofaktoren herangezogen. Ein Vitamin-B12-Mangel wird mit negativen neurologischen Veränderungen in Zusammenhang gebracht. Genauer gesagt: Eine durch Vitamin-B12-Mangel hervorgerufene Blutarmut (perniziöse Anämie) wird mit neurologischen und psychotischen Symptomen, wie beispielsweise kognitiven Beeinträchtigungen, in Verbindung gebracht. Zudem kann ein Mangel an Vitamin B12 zu einer erhöhten Homocystein-Konzentration im Blut führen. Ein erhöhter Homocystein-Spiegel im Blut wurde bei vielen Patienten mit Demenz festgestellt.

Die Studienlage bezüglich der Behandlung von Demenz oder dem vorbeugenden (präventiven) Effekt von B-Vitaminen sind uneinheitlich. Allerdings kann eine Folsäure-Aufnahme unter der Tagesempfehlung von 400 mg das Risiko für eine Demenz besonders bei Frauen erhöhen. Da Vitamin B12 jedoch eine entscheidende Rolle im Folsäure-Stoffwechsel spielt, ist eine ausreichende Versorgung mit diesem Vitamin ebenfalls zu empfehlen (3).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Demenz eine immer größere Bedeutung in unserer Gesellschaft bekommt. Trotz der noch teilweise uneinigen wissenschaftlichen Datenlage sollte ein möglicher Zusammenhang mit Vitamin B12 nicht unterschätzt werden. Besonders bei älteren Menschen stellt sich häufig ein Vitamin-B12-Mangel ein, da der Spiegel durch entzündungshemmende Medikamente beeinflusst werden kann. Eine regelmäßige Testung des Vitamin-B12-Spiegels ist somit ratsam, um auch im Alter eine gute kognitive Funktion sicherzustellen.


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Literatur

  1. Plassman et al. (2007). Prevalence of dementia in the United States: The Aging, Demographics, and Memory Study. Neuroepidemiology. 29(1-2):125-132.
  2. Ferri et al. (2005). Global prevalence of dementia: A Delphi consensus study. Lancet. 366(9503):2112-2117.
  3. Agnew-Blais et al. (2015). Folate, Vitamin B-6, and Vitamin B-12 Intake and Mild Cognitive Impairment and Probable Dementia in the Women´s Health Initiative Memory Study. Journal oft he Academy of Nutrition and Dietetics. 115: 231-241.

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