Vitamin D und Hauterkrankungen


Vitamin D kann vorbeugend und heilend auf diverse Organe und Erkrankungen wirken. Ein niedriger Vitamin D Spiegel hat einen umfassenden Effekt auf das Immunsystem und die Gesundheit der Haut.

Jedoch zeigt sich durch eine Reihe von Studien, dass die Mehrheit der Bevölkerung an einem Vitamin D Mangel leidet. Eine Studie des Robert-Koch-Institutes zeigt, dass bei über 50% der Bevölkerung ein Vitamin D Mangel vorliegt, bei Kindern und Jugendlichen ist der Wert mit 62,2% bei Jungen bzw. 63,9% bei Mädchen sogar noch höher. Dies könnte zu den vielfältigen Hautproblemen dieser Altersgruppe beitragen.  

Nach neuesten Erkenntnissen spielt ein Vitamin-D-Mangel bei Hauterkrankungen, wie zum Beispiel Neurodermitits (atopisches Ekzem), Schuppenflechte (Psoriasis) oder Weißfleckenkrankheit (Vitiligo) eine signifikante Rolle. Diese können in dermatologischen Praxen auch mit UVB-Strahlen behandelt werden, welches die Haut zur Vitamin D Synthese benötigt.

Mehrere Studien zeigen vielversprechende Ergebnisse in Bezug auf Vitamin D Supplementierungen und Neurodermitis. Zum Beispiel zeigte eine Studie mit 95 Neurodermitis-Patienten, dass die Patienten mit einem niedrigeren Vitamin-D-Spiegel, eine erhöhte Häufigkeit von bakteriellen Hautinfektionen aufwiesen. Die Ergebnisse einer weiteren Studie, welche den Effekt von hohen Dosen an Vitamin D auf den klinischen Verlauf von Psoriasis und Vitiligo untersuchte, zeigten positive Erfolge bei der Behandlung der Krankheiten mit Vitamin D bei allen 9 Psoriasis Patienten und bei 14 von 16 Vitiligo Patienten. Diese konnten eine Repigmentierung von 25- 75% aufweisen. Außerdem wurde festgestellt, dass sich durch die Vitamin D Supplementierung der Calciumspiegel- trotz calciumarmer Ernährung- bei allen Patienten verbesserte. Da Vitamin D die Wirkung und die Aufnahme von Calcium im Darm unterstützt, ist es somit für eine gesunde Haut unerlässlich. Eine Therapie mit hohen Dosen an Vitamin D ist folglich effektiv und sicher für Psoriasis und Vitiligo Patienten.  

Vitamin D ist, um genau zu nehmen, eigentlich kein Vitamin, sondern ein Hormon. Vielleicht erklärt dies warum es bei Akne, welches häufig auf ein Hormonungleichgewicht zurückzuführen ist, ebenfalls einen positiven Einfluss hat.

Zudem wurde nachgewiesen, dass Vitamin D3 für die Wundheilung benötigt wird, da es für die Produktion von antimikrobiellen Peptiden benötigt wird, welche infektiöse Mikroorganismen abwehren. Es schützt die Haut nicht nur vor Infektionen, lässt Wunden schneller heilen und fördert die Zellneubildung, sondern ist auch für das allgemeine Immunsystem von großer Bedeutung. Somit bewahrt Vitamin D3 die verletzte Aknehaut vor Infektionen und trägt zur Heilung bei.

In einer bereits 1938 durchgeführten Studie, konnte die heilsame Wirkung von Vitamin D bei Akne nachgewiesen werden. Von 70 Patienten konnte nach drei Monaten bei 20 eine Hautverbesserung nachgewiesen werden und 32 Patienten waren sogar geheilt. Viele Akne-Patienten berichten, dass sich ihr Hautbild im Sommer, also in der Zeit der vermehrten Vitamin D- Bildung, sehr verbessert.

Literatur

  1. Meffert, H., Rowe, E. (2005) Vitamin D zur Prophylaxe und Therapie, Dermaforum  
  2. Borzutzky, A., Camargo, CA. Jr., (2013) Role of vitamin D in the pathogenesis and treatment of atopic dermatitis, in: Expert Review in clinical immunology, Vol. 9, No. 8 , S. 751-760  
  3. Samochocki, Z., et al. (2013) Vitamin D effects in atopic dermatitis, in: Journal of the American Academy of Dermatology, Vol. 69, Nr. 2, S. 238-244  
  4. Finamor, D.C, et al. (2013) A pilot study assessing the effect of prolonged administration of high daily doses of vitamin D on the clinical course of vitiligo and psoriasis., in: Dermato-endocrinol, Vol. 5, Nr. 1, S. 222–234  
  5. Martin, D.L.,Deluca, H.F. (1969) Calcium transport and the role of vitamin D, in: Archives of Biochemistry and Biophysics, Vol.134, Nr. 1, S.139–148  
  6. US San Diego Health System (2012) Hormone Plays Surprise Role in Fighting Skin Infections  
  7. Merlin, T.-R., Maynard, M.D (1938)Vitamin D in acne, in. California and Western Medicine, Vol. 49, Nr. 2, S. 127- 132

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