Warum Sie wahrscheinlich zu wenig von diesem Vitamin aufnehmen


Welches Vitamin benötigen wir in weitaus höheren Mengen als es uns die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, um gesund zu sein? Welcher Vitaminmangel betrifft mehr als die Hälfte der Bevölkerung, wird fast nie diagnostiziert und wird mit Bluthochdruck, Herzkrankheiten, Diabetes, vielen Krebsarten, Fibromyalgie, Depression, chronische Muskelschmerzen, Knochenschwund und Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose in Verbindung gebracht? Welches Vitamin ist in unserer Nahrung nur sehr gering enthalten? Die Antwort auf all diese Fragen ist Vitamin D.

Experten gehen davon aus, dass mindestens 60 Prozent der deutschen Erwachsenen im Winter einen zu niedrigen Vitamin-D-Spiegel im Blut hat. Bei den 11- bis 19-Jährigen sind zwischen Oktober und März sogar mehr als 80 unzureichend mit Vitamin D versorgt.
Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D ist jedoch eine ganz besonders wichtige Maßnahme zur individuellen Krankheitsprävention. Deshalb ist es wichtig zu verstehen, welchen massiven Einfluss Vitamin D auf unsere Gesundheit und auf die Funktion die Zellen und Gene in unserem Körper hat.

Vitamin D reguliert Zellen und Gene

Vitamin D hat einen großen Einfluss auf die Gesundheit und Funktion unserer Zellen. Es reduziert das Zellwachstum (was Krebs fördert) und verbessert die Zelldifferenzierung (was die Zellen in eine Art Anti-Krebs-Zustand versetzt). Das erklärt, warum Vitamin D-Mangel in der Forschung mit Darm-, Prostata-, Brust- und Eierstockkrebs in Verbindung gebracht worden ist.
Noch faszinierender ist, wie Vitamin D Gene reguliert. Vitamin D bindet an zelluläre Andock-Station, auch Zell-Rezeptoren genannt, die Nachrichten an unsere Gene weiterleiten. Deshalb ist Vitamin D Teil so unterschiedlicher Funktionen von dem Knochenaufbau über die Entlastung von Muskelschmerzen bis hin zur Prävention bestimmter Krebsarten.

Bekommen wir nicht genug Vitamin D hat das negative Effekte auf den ganzen Körper. Im Gegensatz dazu kann eine ausreichende Vitamin D-Versorgung vor Erkrankungen schützen. Studien weisen zum Beispiel darauf hin, dass Vitamin D vor Osteoporose schützen kann. Tatsächlich ist Vitamin D für die Knochengesundheit sogar noch wichtiger als Calcium. Denn der Körper benötigt Vitamin D, um das Calcium aufzunehmen und zu nutzen. Und eine Studie aus Finnland zeigte, dass eine Vitamin D-Supplementation das Risiko Diabetes mellitus Typ 1 zu entwickeln um 80 Prozent verringern könnte (1).

Der Körper produziert Vitamin D mithilfe des Sonnenlichts. Tatsächlich werden 80 bis 100 Prozent des Vitamin D so in unserem Körper produziert. Das Problem? Die meisten Menschen bekommen nicht genug Sonnenlicht ab. Im Sommer sind Sonnencremes einer der Gründe. Die Cremes schützen zwar vor Sonnenbrand und Hautkrebs, blockieren aber auch bis zu 96 Prozent der Vitamin D-Produktion. In Deutschland kommt hinzu, dass wir im Herbst und Winter einfach nicht genügend Sonne abbekommen. Wer nicht im Sommer seine Speicher aufgefüllt hat und noch dazu nicht regelmäßig die wenigen natürlichen Vitamin D-Quellen (wie fettreichen Fisch z.B. Makrele) isst, ist im Winter mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Vitamin D mangelversorgt. Dazu kommt, dass mit dem Alter die Fähigkeit der Haut zur Vitamin D-Produktion stark abnimmt.

Wie kann man eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D erreichen?

Wenn Sie nicht gerade Ihre Sommermonate viel draußen waren und dazu die Wintermonate am Strand auf Mallorca verbringen sowie mehrmals wöchentlich große Mengen Fettfisch essen, ist die Supplementierung mit Vitamin D fast schon essentiell. Wie viel Vitamin D eingenommen werden sollten, hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören neben Ihrem aktuellen Vitamin D-Spiegel u.a. Ihr Alter, wieviel Zeit Sie in der Sonne verbringen und in welchen Breitengraden Sie sich befinden. Für eine effiziente Vitamin D-Versorgung sollte man also:

  • Seinen Vitamin D-Spiegel bestimmen lassen.
  • Die richtige Menge nehmen. Jeder Körper ist verschieden. Wer nach seinem individuellen Bedarf supplementiert, wird bessere Erfolge haben.
  • Die richtige Supplementierung wählen: Schauen Sie nach Vitamin D3, das ist die einzig aktive Form des Vitamin D. Viele Tabletten enthalten Vitamin D2, welches biologisch nicht aktiv ist.
  • Seinen Vitamin D-Status regelmäßig überprüfen lassen.
  • Trotz Vitamin D-Einnahme viel Zeit im Freien verbringen.  

Literatur

  1. Hyppönen et al. (2001). Intake of vitamin D and risk of type 1 diabetes: a birth-cohort study. The Lancet 358

Autor: KG Bild: Martin Stauß/ pixelio.de

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