Wenn die Erdbeertorte zu Beschwerden führt


Endlich ist es soweit: Es gibt wieder Erdbeeren. Das schöne Wetter lässt auf deutschen Feldern geschmackvolle Erdbeeren reifen. Frische Erdbeeren gibt es bereits seit einigen Wochen aus Spanien oder anderen südlichen Ländern. Die ersten deutschen Erdbeeren kommen noch aus Gewächshäusern oder werden unter Folie geerntet. Die Hauptsaison beginnt Mitte Mai.

Bis in den August gibt es dann wieder köstliche Erdbeeren im Überfluss: Erdbeerkuchen, Erdbeertorte, Erdbeeren pur, Erdbeermarmelade, Erdbeereis, Erdbeeren im Salat, im Müsli, Zuhause, bei Freunden und im Restaurant. Überall werden frische deutsche Erdbeeren allerlei Kombinationen angeboten.

Erdbeeren sind lecker, kalorienarm und gesund. Während der Erdbeerzeit leiden jedoch besonders viele Menschen unter Beschwerden, deren Ursache schwer zu deuten ist. Wer sich nach dem Verzehr von Erdbeertorte unwohl fühlt, hat möglicherweise eine Laktose- oder Histamin-Intoleranz.

Erstere bedeutet, dass man keine Laktose, keinen Milchzucker, verträgt. Die Betroffenen produzieren zu wenig von dem Enzym Laktase, welches für die Spaltung des Milchzuckers verantwortlich ist. Wenn unverdaute Laktose in den Dickdarm gelangt, dann kommt es häufig zu Blähungen und Völlegefühl sowie Magenschmerzen und im schlimmsten Falle Durchfall. Häufig merken Betroffene gar nicht, dass sie eine Laktose-Intoleranz haben, da noch geringe Mengen des Enzyms Laktase gebildet werden. Diese kleinen Mengen reichen aus um die tägliche Scheibe Käse auf dem Brot „zu verdauen“. Wenn dann jedoch in der Erdbeerzeit häufig Schlagsahne, cremige Torten oder Erdbeer-Sahneeis gegessen werden, dann kommt es zu unangenehmen Magen-Darm-Beschwerden. Dann heißt es Finger weg von Sahne und Milch und Erdbeeren pur genießen, oder auf laktosefreie Produkte umsteigen.

Wer trotz Verzicht auf milchzuckerhaltige Speisen unter unerklärlichen Beschwerden leidet, der hat wahrscheinlich eine Histamin-Intoleranz. Betroffene klagen über ganz unterschiedliche Beschwerden wie Magenschmerzen, laufende Nase, Übelkeit, Hautrötungen, Herzjagen, Migräne- oder Asthmaanfälle. Beim Allergietest wird nichts gefunden und Arzt wie Patient stehen vor einem Rätsel.

Eine Histamin-Intoleranz ist keine Allergie, auch wenn sie zu Allergie-ähnlichen Symptomen führt. Histamin ist ein natürlicher Stoff, der auch im menschlichen Körper gebildet wird und hier viele Funktionen erfüllt. Zudem wird Histamin mit der Nahrung in unterschiedlichen Mengen aufgenommen oder beim Verzehr bestimmter Nahrungsmittel freigesetzt. Bei einer Histamin-Intoleranz kann der Körper das freigesetzte oder mit der Nahrung aufgenommene Histamin nicht schnell genug abbauen. Ursache ist ein Mangel des Histamin abbauendes Enzym Diaminoxidase (DAO).

Erdbeeren sind sogenannte Histamin-Liberatoren, d.h. sie setzen Histamin im Körper frei. Wer eine Histamin-Intoleranz hat, der sollte somit leider auf Erdbeeren verzichten. Wird dafür aber auch mit weniger Beschwerden belohnt.

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