Wie Geschmacksverstärker unsere Kinder verwirrt


Viele Kinder geben an, zu wissen, dass Obst, Gemüse und Vollkornprodukte zu einer gesunden Ernährung gehören. Allerdings beschränkt es sich dabei meist nur auf theoretisches Wissen. Vielmehr werden Fertiggerichte, Fastfood und Süßigkeiten von Kindern bevorzugt gegessen. Im Auftrag eines Nachrichtenmagazins wurde in der Münsterlander Fußgängerzone ein umfangreicher Test mit Kindern und Jugendlichen durchgeführt. So sollten diese mit verbundenen Augen unterschiedliche Gemüse- und Obstsorten nur am Geschmack erkennen. Das Ergebnis war erschreckend. So wurden gängige Obstsorten wie Birne oder Kiwi nicht erkannt oder verwechselt. Auch beim Gemüse wurde das relativ ernüchternde Studienergebnis bestätigt. Spargel, Kohlrabi wurden nicht am Geschmack erkannt. Einige gaben beim Geschmack einer Kohlrabi an, Ravioli zu erkennen. Zucchini aber auch eben die Kohlrabi waren einigen der kindlichen Testverkostern sogar gänzlich unbekannt.

Das Testergebnis bestätigt den Negativtrend in unserer Ernährungsgewohnheiten. Zwar finden sich Abbildungen von Obst und Gemüse auf jeder Verpackung. Aber diese finden sich in fast allen Fertigprodukten kaum wieder. Geschmacksverstärker und Aromen spielen in diesem Fall ein gefährliches und falsches Spiel mit den Konsumenten. Hans Ulrich Grimm kritisierte unlängst in seinem Buch, dass die Nahrungsmittelindustrie den Konsumenten mit Aromen täuscht. Er veranschaulicht dies zum Beispiel damit, dass es in Deutschland kaum noch einen Erdbeerjoghurt mit echten Erdbeeren gibt. Und mehr noch: Die Erdbeerproduktion der Welt könnte die alleinige Verarbeitung in Joghurts nicht ausreichend decken. Bei der Münsterlande Studie wurde allen Probanden neben dem Obst und Gemüse auch Chicken Nuggets zum Test gereicht. Diese wurde von allen Teilnehmern richtig am Geschmack erkannt.

Das Resultat ist, dass bereits Kinder falsche Essgewohnheiten besitzen und ihnen somit viele wichtige Vitamine und Nährstoffe für eine gesunde Entwicklung fehlen. Sie leiden dadurch häufiger an Stress, Konzentrationsschwächen und chronischer Müdigkeit als ihre Altersgenossen vor 20 Jahren. Wie so oft: Die Ernährung macht es und zwar die richtige.

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