Zöliakie und Diabetes – zwei unheilbare Erkrankungen treffen aufeinander!


Die Zöliakie und der Diabetes treten oftmals gemeinsam auf. Die Häufung von Zöliakie bei Diabetes ist bis zu zwanzigmal höher als bei Nichtdiabetiker.

Zöliakie

Die Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung. Bei einer Autoimmunerkrankung greift das Immunsystem das körpereigene, gesunde Gewebe an und zerstört dieses. Folglich ist eine solche Erkrankung eine überschießende Reaktion des Immunsystems, bei der das eigene Gewebe als schädlich erkannt und daraufhin angegriffen wird. Ist dies einmal geschehen, kann es nicht mehr rückgängig gemacht werden. Eine Autoimmunerkrankung besteht ein Leben lang. Bei der Zöliakie wird diese Reaktion durch das Klebeeiweiß Gluten hervorgerufen. Wenn das Eiweiß in den Körper gelangt, veranlasst das Immunsystem die Freisetzung von Transglutaminase. Die Transglutaminase ist das sogenannte Autoantigen, welches dann die Zerstörung der Darmschleimhaut verursacht. Dabei bilden sich die Darmzotten zurück (Zottenatrophie) und die Oberfläche der Darmschleimhaut wird reduziert. Folglich können weniger Nährstoffe aufgenommen werden und es kommt zu Mangelerscheinungen. Eine Besserung kann nur durch den vollständigen Verzicht von Gluten erreicht werden (1).

Diabetes mellitus Typ 1

Der Diabetes mellitus Typ 1 ist die zumeist angeborene Form des Diabetes. Hierbei kommt es zu einer Störung der Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse. Insulin ist für die Beförderung des Blutzuckers in die Zellen und somit für die Energiebereitstellung verantwortlich. Ein Ersatz von Insulin erfolgt beim Typ 1 Diabetiker meist durch Insulinspritzen. Diese müssen für den individuellen Bedarf dosiert werden. Andernfalls kann es zu einer Unter- oder Überzuckerung kommen, welche jeweils lebensbedrohliche Folgen haben können.

Zöliakie und Diabetes Typ 1

Zahlreiche Studien konnten potentielle Zusammenhänge zwischen Diabetes Typ 1 und Zöliakie feststellen. So zeigten Diabetiker vermehrt erhöhte Entzündungswerte nach dem Verzehr von glutenhaltigen Lebensmitteln. Aus diesem Grund vermuten die Wissenschaftler das erhöhte und gleichzeitige Auftreten von den beiden Erkrankungen (2). Des Weiteren konnte bei Patienten sowohl mit Diabetes als auch einer Zöliakie, zunehmend Gefäßveränderungen festgestellt werden. Diese Gefäßveränderungen bezogen sich zumeist auf kleine Gefäße, wie beispielsweise im Auge oder in den Nieren. Folglich sollte ein Diabetiker sich stets auch auf eine Zöliakie hin testen lassen, ebenso wie der Zöliakie-Patient auf einen Diabetes. Denn auch wenn bisher keine Symptome wahrnehmbar sind, kann eine Zöliakie mit all ihren Beschwerden sich über Jahre hinweg ausbilden.

Testung der Zöliakie

Mit Hilfe des cerascreen® Zöliakie-Tests können Sie sich auf eine Zöliakie testen lassen. Hierfür werden lediglich einige Tropfen Kapillarblut benötigt, welches Sie sich selbst aus dem Finger entnehmen können. In unserem human diagnostischen Fachlabor können wir anschließend die Gewebs-Transglutaminase-Konzentration bestimmen. Neben dem genauen Wert, erhalten Sie einen umfassenden Ergebnisbericht mit wertvollen Gesundheitstipps und Handlungsempfehlungen, um mit der Zöliakie besser umgehen zu können.

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Literatur

  1. McCarville et al. (2015) Pharmacological approaches in celiac disease. Current Opinion in Pharmacology. 25: 7-12.
  2. Serena et al. (2015). The Role of Gluten in Celiac Disease and Typ 1 Diabetes. Nutrients. 7: 7143-7162. 

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