Zöliakie und entzündliche Hauterkrankungen


Zöliakie

Die Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung. Unter Autoimmunerkrankungen versteht man Krankheiten, bei denen das Immunsystem das körpereigene Gewebe fälschlicher Weise als schädlich erkennt, dieses angreift und zerstört. Bei der Zöliakie wird diese Reaktion durch das Klebereiweiß Gluten hervorgerufen. Gluten ist unter anderem in Nudeln, Backwaren, Mehl und Bier enthalten. Durch die Aufnahme von glutenhaltigen Lebensmitteln wird das sogenannte Autoantigen Transglutaminase vom Immunsystem produziert. Dieses Autoantigen greift wiederum die Dünndarmschleimhaut an und zerstört diese (1). Wird trotz Zöliakie weiterhin Gluten verzehrt, verschlimmert sich der Schaden an der Darmschleimhaut, bis die Darmzotten sich zurückbilden (Zottenatrophie) (2). Wenn dies passiert, kommt es zu einer verminderten Aufnahme von Nährstoffen aus der Nahrung. Mangelzustände bis hin zu einer Unterernährung können auftreten.

Eine Zöliakie ist nicht heilbar. Die einzige Therapie ist der völlige Verzicht aus glutenhaltige Lebensmittel und diese sollte strikt durchgeführt werden. Jegliche Ernährungsfehler können erneut Beschwerden, wie beispielsweise Durchfälle, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Muskelschwäche, Depressionen, Lebererkrankungen bis hin zu Tumoren hervorrufen (3).

 

Dermatitis herpetiformis Duhring

Die Dermatitis herpetiformis Duhring ist eine entzündliche Hauterkrankung. Bei dieser kommt es zu juckenden Herpes-ähnlichen Bläschen auf der Haut. Vorzugsweise treten diese an den Elenbogen, Knien und am Gesäß auf. Zusätzlich kann die Dermatitis herpetiformis Duhring allerdings auch auf Rücken, Bauch, Leiste, Achseln, Kopfhaut und Gesicht auftreten. Schädigungen im Mundbereich sind eher selten. Die sich bildenden Bläschen sind oftmals offen oder verkrustet, aufgrund des starken Juckreizes. In der Regel tritt die Erkrankung schubweise auf, allerdings kann eine vollständige Heilung nicht erreicht werden (4).

Die Zöliakie und die Dermatitis herpetiformis Duhring

Bereits seit 1966 weiß man, dass Patienten mit einer Zöliakie oftmals zusätzlich an der Dermatitis herpetiformis Duhring leiden. Bei der Dermatitis herpetiformis Duhring wird ein ähnliches Autoantigen, wie bei der Zöliakie freigesetzt. Auch dieses Autoantigen reagiert sensitiv auf Gluten. Folglich wird durch Gluten die Bildung des Autoantigens und somit die Hautbeschwerden der Dermatitis herpetiformis Duhring ausgelöst. Die Therapie ist somit der vollständige Verzicht auf glutenhaltige Lebensmittel. Glutenfrei bedeutet, dass im Lebensmittel maximal 20 mg/kg Gluten im Produkt vorkommen darf. Auch bei der Dermatitis herpetiformis Duhring ist ein völliger Verzicht auf Gluten zwar keine Heilung, doch können die Symptome verringert werden. Bei Ernährungsfehlern kann es jedoch erneut zu Schüben der Erkrankung kommen (4).

Der Zöliakie-Test

Mit dem cerascreen® Zöliakie-Test können Sie mit nur wenigen Tropfen Blut sich auf das Vorhandensein einer Zöliakie testen. Hieber wird die Konzentration der Gewebs-Transglutaminase bestimmt. Neben dem genauen Wert erhalten Sie wertvolle Gesundheitstipps und Ernährungsempfehlungen zum Thema „Zöliakie“. Testen Sie sich auf eine Zöliakie, auch wenn Sie bisher nur Symptome für eine Dermatitis herpetiformis Duhring haben, denn eine Zöliakie kann zunächst auch Symptom-frei ablaufen, aber dennoch im Verlauf alle mit ihr verbundenen Beschwerden auslösen.

Literatur 

  1. McCarville et al. (2015) Pharmacological approaches in celiac disease. Current Opinion in Pharmacology. 25: 7-12.
  2. Stamnaes & Sollid (2015). Celiac disease: Autoimmunity in response to food antigen. Seminars in Immunology. 1044-5323. http://dx.doi.org/10.1016/j.smim.2015.11.001.
  3. Schäfer, C. (2013). Zöliakie - Krankheit mit vielen Gesichtern, in: UGB-Forum spezial. Schuppan, D. und Zimmer, K-P. (2013): Diagnostik und Therapie der Zöliakie, in: Deutsches Ärzteblatt, Jg. 110 (2013) 49.
  4. Reunala et al. (2015). Dermatitis Herpetiformis: Pathognomic Transglutaminase IgA Deposits in the Skin and Excellent Prognosis on a Gluten-free Diet. Acta Derm Venereol. 95: 917-922.

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