Zöliakie und Krebs – ein gefährliches Zusammenspiel


Zöliakie

Die Zöliakie zählt zu den Autoimmunerkrankungen. Eine Autoimmunerkrankung ist eine überschießende Reaktion des Immunsystems, bei der dieses eigentlich gesunde Gewebe als schädlich erkennt und es angreift und zerstört. Bei der Zöliakie wird die Autoimmunreaktion durch das Klebereiweiß Gluten verursacht. Durch die Aufnahme von Gluten bildet das Immunsystem ein sogenanntes Autoantigen – in diesem Fall die Transglutaminase – welches die Dünndarmschleimhaut angreift und beschädigt. Es kommt zu einer Rückbildung der Dünndarmzotten (Zottenatrophie). Diese Zotten werden im Darm benötigt, um die Oberfläche des Dünndarms zu vergrößern und dadurch die Nährstoffzufuhr zu erhöhen. Folglich kommt es bei einer unbehandelten Zöliakie zu Nährstoffmängeln. Diese können wiederum zu diversen Beschwerden, wie unter anderem Blutarmut, Depressionen, Osteoporose oder zu einer Unterernährung führen (1).
Die einzige Therapiemöglichkeit besteht bei der Zöliakie in dem völligen Verzicht auf glutenhaltige Nahrungsmittel. Gluten ist vorwiegend in Getreideprodukten auf Basis von Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Grünkern und Dinkel enthalten. Folglich betrifft es vor allem Backwaren, Nudeln, Müsli, Paniermehl, Salzstangen und Bier. Aber auch in Produkten, die auf den ersten Blick glutenfrei aussehen, kann Gluten enthalten sein. Zu diesen zählen unter anderem Soßen, Suppen, Fertiggerichte, Würstchen, Ketchup und Schokolade (2).

Zöliakie und Krebs

Patienten mit einer Zöliakie haben ein erhöhtes Risiko an verschiedenen Krebsarten zu erkranken. Besonders häufig kommt der Krebs bei diesen Personen im Verdauungs-Trakt, der Speiseröhre und im Darm vor. Weiterhin konnte ein bis zu 100-fach erhöhtes Risiko für Non-Hodgkin-Lymphome festgestellt werden (3). Unter dem Non-Hodgkin-Lymphom versteht man verschiedene bösartige Krebserkrankungen in dem Lymphsystem. Das lymphatische System ist ein komplexes Netzwerk, welches Lymphflüssigkeit bildet und transportiert. Zudem ist es Teil des Immunsystems. Da im gesamten Körper Lymphgewebe vorhanden ist, können Tumore überall entstehen. Am häufigsten sind Lunge, Leber, Knochenmark und Milz betroffen. Insgesamt konnte eine breit angelegte Studie feststellen, dass von über 55.000 Patienten mit einer Zöliakie, mehr als 2.500 von diesen mindestens an einer Krebsart erkrankt sind (3). Folglich sollte eine Zöliakie niemals unbehandelt bleiben, sondern frühzeitig entdeckt und therapiert werden. Zudem empfehlen sich regelmäßige Krebsvorsorgeuntersuchungen, um mögliche bösartige Tumore frühzeitig erkennen zu können.

Testung der Zöliakie

Mit dem cerascreen® Zöliakie-Test können Sie sich ganz einfach von zu Hause aus auf eine Zöliakie testen lassen. Für die Blutuntersuchung in unserem human diagnostischen Fachlabor, benötigen wir lediglich wenige Tropfen Blut. Mit der Blutprobe können wir die Konzentration der Gewebs-Transglutaminase bestimmen. Neben dem genauen Wert und der Aussage, ob möglicherweise eine Zöliakie vorliegt, erhalten Sie einen umfassenden Ergebnisbericht und Handlungsempfehlungen zu dem Thema „Zöliakie“.

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Literatur 

  1. McCarville et al. (2015) Pharmacological approaches in celiac disease. Current Opinion in Pharmacology. 25: 7-12.
  2. Stamnaes & Sollid (2015). Celiac disease: Autoimmunity in response to food antigen. Seminars in Immunology. 1044-5323. http://dx.doi.org/10.1016/j.smim.2015.11.001.
  3. Han et al. (2015). Association Between Coeliac Disease and Risk of Any Malignancy and Gastrointestinal Malignancy. Medicine. 94(38): e1612.

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