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Interview mit Max Gotzler - flowgrade: von Kai Riedel

Über Max Gotzler:

Max Gotzler ist ehemaliger Basketballer, Leistungssportler und Bestseller-Autor von „Biohacking – Optimiere dich selbst“. Er hat Psychologie an der Boston University und Economics an der Pariser Sorbonne studiert. Auf flowgrade.de gibt der professionelle Biohacker Tipps für erfolgreiche Selbstoptimierung.

Interview

Wie bist du zum Biohacking gekommen?

Ursprünglich komme ich aus dem Basketball. Nach dem Abitur habe ich mit einem Sportstipendium in der höchsten College-Liga der USA gespielt. Unser Trainer hat uns ständig vermessen – jede Woche bekam ich eine Tabelle mit meinen Zahlen und den Veränderungen zur Vorwoche. Unter anderem sah man Körperfettanteil, Antrittsgeschwindigkeit und Maximalkraft bei diversen Übungen. So konnte ich mein Training ideal anpassen, um zum wichtigsten Zeitpunkt, zu den Playoffs, topfit zu sein. Damals, so um 2008, war so etwas nur für Leistungssportler verfügbar. Ich fand das Konzept sehr spannend und wollte die Idee nach Deutschland mitnehmen. Als ich nach vier Jahren zurückkam, habe ich ein Diagnostik-Startup namens Biotrakr gegründet. Ich habe versendbare diagnostische Tests angeboten und Menschen geholfen, ihre Blutwerte zu interpretieren. Mittlerweile konzentriere ich mich mehr auf das Inhaltliche und habe dafür die Lifestyle-Marke Flowgrade ins Leben gerufen: Ich habe eine Podcast-Serie angefangen, betreibe einen Blog auf flowgrade.de und habe ein Buch über Biohacking geschrieben. Unser Geschäftsmodell basiert inzwischen viel mehr auf Life-Coaching: den Leuten beibringen, wie sie ihr Leben gesund gestalten können.

Was bedeutet Biohacking?

Biohacking ist kein Trend oder Dogma, sondern eine Werkzeugkiste. Genau wie ein Schamane die Chakrenflüsse untersucht, versucht ein Biohacker zu verstehen, wie die biologischen Systeme miteinander funktionieren. Zum Beispiel wie Ernährung und Bewegung sich auf den Schlaf auswirken. Mit Messungen, Daten und Studienergebnissen verifiziert er diese Zusammenhänge. Ich versuche, die Werkzeuge zu bündeln und sie den Menschen zur Verfügung zu stellen, damit sie eigenständig etwas verändern können. Diese Werkzeuge können mentaler Natur sein, wie die Meditation, biochemischer, wie ein Labortest oder physikalischer, wie eine Rotlichtlampe. Im Grunde ist Biohacking eine Art der individuellen Einflussnahme auf Körper, Geist und Umfeld, und das auf biologischer Ebene.


Warum spielt die Messung beim Biohacking eine große Rolle?

Wie Peter Drucker sagte: „What gets measured, gets managed“ – nur was gemessen wird, kann auch sinnvoll verändert werden. Dabei geht es nicht um jahrzehntelange Forschungsprojekte nach strengen wissenschaftlichen Vorlagen. Sondern vielmehr darum, Erkenntnisse durch gesammelte Daten zu erlangen, das anzunehmen, was für einen persönlich funktioniert und zu ignorieren, was nicht funktioniert. Messungen machen Veränderungen und Fortschritte sichtbar, die motivieren und als Feedback genutzt werden können. Ein echter Biohacker begleitet seine Selbstexperimente mit sinnvollen und regelmäßigen Tests. Wenn du zum Beispiel feststellen willst, ob das Tragen einer blaulichtblockenden Brille deinen Melatoninspiegel verändert, dann teste dich vor, in der Mitte und nach dem Experiment. Auch wenn die Ergebnisse keine wissenschaftliche Relevanz haben, so haben sie doch eine deskriptive.


Wie kann ich mit Biohacking starten?

Für den Einzelnen ist es zunächst wichtig, zu definieren: Was will ich eigentlich? Abnehmen ist zum Beispiel ziemlich wertfrei. Stattdessen sollte ich mich fragen: Geht es um ein Ego-Thema, will ich Köpfe am Strand verdrehen? Oder möchte ich mich besser in meiner eigenen Haut fühlen? Oder vielleicht mehr Energie haben, mehr schlafen, länger gesund bleiben? Ich glaube, wenn dir bewusst wird, was du wirklich willst, bist du später viel motivierter, die richtigen Werkzeuge zu finden. Meine Kunden bekommen deshalb zunächst einen Fragebogen. Erst dann schmieden wir einen Plan. Bei der Umsetzung empfehle ich immer, bei den großen Sachen anzufangen. Sagen wir, du möchtest dich gesünder ernähren. Dann solltest du anfangen, deine Küche zu optimieren: Kühlschrank ausräumen, alle Sachen raus, die du nicht essen willst, Mixer und saisonale Gewürze anschaffen. So ernährst du dich automatisch gesünder, du hackst sozusagen deine Küche. Für mich ist das entscheidend. Je besser das Umfeld, desto weniger muss ich mich disziplinieren und desto mehr mache ich automatisch richtig.


Welchen Biohack wendest du täglich an?

Ich halte sehr viel von Visualisierungstechniken, die mich motivieren, zielgerichtet an meiner Vision zu arbeiten. Wenn du dir ein Ziel vor Augen führst – das kann der getroffene Elfmeter sein oder dein selbst gebautes Haus in der Natur – führt das nachweislich zu einer kleinen Ausschüttung an Dopamin, was dich motiviert und zielgerichtetes Verhalten fördert. Verbringe jeden Tag ein paar Minuten damit, dich zu fragen, warum du eigentlich das tust, was heute auf deiner Agenda steht. Oder wie es Friedrich Nietzsche ausdrückte: „Wer ein WARUM zum Leben hat, erträgt fast jedes WIE.

Video

Max Gotzler bei cerascreen auf der FIBO 2018:

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