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Ratgeber zur Telemedizin: So funktionieren Online-Sprechstunden


Warum sollte man in Zeiten von Zoom-Calls und Videokonferenzen nicht auch einmal einen Videochat mit einer Ärztin machen? Haben Sie sich das auch schon einmal gefragt? Tatsächlich gab es für solche Online-Sprechstunden lange rechtliche Hürden. Doch seit 2018 bestehen ganz neue Möglichkeiten, sich online von Ärztinnen und Ärzten beraten zu lassen. In der Medizinbranche laufen solche Online-Sprechstunden und andere Behandlungen, die aus der Ferne erfolgen, unter dem Begriff “Telemedizin”.

Wir verraten Ihnen in diesem Artikel, was Telemedizin genau bedeutet, wann Online-Sprechstunden sinnvoll sind und wann nicht und wie sie ablaufen. Außerdem erfahren Sie, wie Sie einen vertrauenswürdigen Telemedizin-Anbieter finden und was Sie vor dem digitalen Arztgespräch beachten sollten.

Was ist Telemedizin?

Als Telemedizin wird allgemein die Beratung und Diagnosestellung mithilfe der Telekommunikation bezeichnet – also vor allem per Telefon oder Internet.

Die moderne Telemedizin bietet Ärzt*innen und Patient*innen zahlreiche Vorteile. Relativ neu  ist die Möglichkeit, per Onlinen-Sprechstunde mit einem Online-Arzt zu sprechen, ohne das Sie das eigene Haus verlassen müssen. So können Sie zum Beispiel auch ein Rezept oder einen Krankenschein erhalten.

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Wie ist die gesetzliche Lage der Telemedizin in Deutschland?

Bereits 2015 schaffte das Bundesgesundheitsministerium mit dem E-Health-Gesetzes einen gesetzlichen Rahmen für die Telemedizin. Das Gesetz sah außerdem unter anderem die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte vor.

Doch erst 2018 kippte die Bundesärztekammer das Fernbehandlungsverbot. Das Gesetz schrieb bis dahin vor, dass zumindest die erste Beratung eines Patienten persönlich in der Praxis erfolgen muss. Nur anschließende Folgebehandlungen waren per Telefon oder Internet möglich. Seit 2018 können Sie auch für ein erstes Arztgespräch eine Online-Sprechstunde nutzen. 

Warum ist Telemedizin empfehlenswert?

Der digitale Kontakt hat für beide Seiten zahlreiche Vorteile:

  • Erkrankten Menschen bleibt der für sie oft mühsame Weg in die Praxis samt langen Anfahrtswegen und Parkplatzsuche erspart.
  • Eine Krankschreibung erfolgt innerhalb weniger Minuten per App.
  • Wochenlanges Warten auf einen Termin beim Spezialisten entfällt.
  • Chronisch kranke Patienten müssen nicht mehr für jedes Folgerezept ihren Arzt aufsuchen.
  • Arbeitnehmer fehlen seltener aufgrund von Arztbesuchen mit längerer Anfahrt zur Praxis und Wartezeit.
  • In ländlichen Gebieten mit Fachärztemangel wird der Zugang zu Spezialisten erheblich vereinfacht.
  • Daten zur Kontrolle des Gesundheitszustandes können automatisch erfasst und an den behandelnden Arzt weitergeleitet werden.
  • Patienten empfinden die Kontaktaufnahme zu einem fremden Arzt per Bildschirm bei heiklen und delikaten Beschwerden als weniger peinlich.
  • Ärzte reduzieren die Zahl der Patienten im oft infektiösen Wartezimmer.
  • Im Bedarfsfall kann ein zweiter (Fach-)Arzt per Videosprechstunde hinzugeholt werden.

Wie funktioniert Telemedizin?

Theoretisch umfasst der Begriff Telemedizin auch telefonische Beratungsgespräche. Doch heute ist damit meistens der Videochat mit Sichtkontakt per Smartphone-App gemeint. Da der Online-Doktor Sie während der Sprechstunde sehen kann, fällt es ihm leichter, sich ein Bild von Ihrer Verfassung zu machen. Daneben kann er bestimmte Symptome wie Ausschläge, Rötungen oder Wunden in Augenschein nehmen.

Wie läuft die ärztliche Beratung ab?

Bietet Ihre eigene Haus- oder Fachärztin keine Möglichkeit der telemedizinischen Beratung an, können Sie den Kontakt zu Ärzt*innen auch über spezielle Telemedizin-Portale herstellen. Der Vorteil: Da für diese Portale zahlreiche Mediziner*innen arbeiten, kann Ihre Anfrage stets an den richtigen Facharzt weitergeleitet werden.

Eine ärztliche Beratung kann dann beispielsweise so ablaufen:

  • Die erste Kontaktaufnahme erfolgt schriftlich per Internetbrowser. Dabei füllen Sie einen Fragebogen mit allgemeinen und medizinischen Daten aus.
  • Ein Mediziner prüft die Anfrage und schickt eine Bestätigung mit einem Arzttermin online. In seltenen Fällen kann die Anfrage abgelehnt werden.
  • Der Arzt meldet sich zum angekündigten Termin per Videochat in der App auf dem Smartphone. Die App müssen Sie zuvor herunterladen..
  • Am Ende des Gesprächs wird der Arzt bei Bedarf einen Krankenschein und/oder ein Rezept ausstellen. Auch eine Überweisung zu einem Spezialisten ist möglich.
  • Das Rezept kann direkt online eingelöst werden. Damit entfällt der Besuch in der Apotheke, da das Medikament per Post nach Hause geschickt wird.
  • Die Abrechnung erfolgt per Privatrezept.

Können Online-Ärzte eine Krankschreibung ausstellen?

Ärzt*innen können auch via Telemedizin eine sogenannte private elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) sowohl für Kassen- als auch für Privatpatienten ausstellen. Sie wird direkt auf die Smartphone-App geschickt und kann über die Benutzeroberfläche an den Arbeitgeber und die Krankenkasse weitergeleitet werden. Für Kassenpatient*innen fallen neben der Gebühr für das Arztgespräch selbst keine weiteren Kosten an. Die elektronische Krankschreibung erfolgt für maximal fünf Tage und zielt in erster Linie auf leichtere Beschwerden wie eine Erkältung ab – wenn Sie den Verdacht haben, unter einer schweren Krankheit zu leiden, sollten Sie einen persönlichen Arztbesuch vorziehen.

Krankengeld können Sie online nicht beantragen. Krankengeld wird allerdings ohnehin erst ab der sechsten Krankheitswoche ausgezahlt, und in diesem Fall ist grundsätzlich eine persönliche Behandlung durch Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt erforderlich. 

Wann ist Telemedizin empfehlenswert?

Ob ein Arztgespräch per Videochat sinnvoll ist oder nicht, hängt vom Einzelfall ab. Große Vorteile hat die Telemedizin vor allem in folgenden Fällen:

  • Zur Verordnung von Folgerezepten bei chronischen Erkrankungen
  • Zum Erhalt von rezeptpflichtigen Verhütungsmitteln
  • Bei leichten akuten Erkrankungen, die eindeutig zu identifizieren sind
  • Zur Sicherheit für junge Eltern, deren Kinder häufig kränkeln
  • Als Hilfe für bettlägerige und chronisch kranke Patienten, die das Haus nicht verlassen können
  • Bei Medikamenten mit hoher Hemmschwelle wie z. B. Mittel zur Behandlung von erektiler Dysfunktion

Wann ist Telemedizin nicht empfehlenswert?

In manchen Fällen ist der persönliche Arztbesuch weiterhin vorzuziehen. Das kann bei unklaren Symptomen der Fall sein oder wenn eine Laboranalyse (z. B. bei einer Urin- oder Blutprobe) erforderlich ist. Auch bei plötzlich auftretenden starken Beschwerden ist es sinnvoller, den Arzt aufzusuchen oder einen Krankenwagen zu rufen.

Was ist bei Telemedizin zu beachten?

Seitdem die Telemedizin weniger rechtliche Grenzen hat, wächst das Angebot an Online-Portalen. Achten Sie  stets darauf , dass es sich um ein in Deutschland ansässiges Portal handelt. Hinweise auf einen zuverlässigen Anbieter gibt das Impressum der Website, in dem eine deutsche Postanschrift, Steueridentifikationsnummer und Telefonnummer aufgeführt sein sollten. Daneben lohnt sich ein Blick in die Datenschutzerklärung. Ordnungsgemäßer Datenschutz spielt gerade im Hinblick auf patientenbezogene sensible Daten eine wichtige Rolle in der Telemedizin.

Wie kann ich mich auf das Gespräch vorbereiten?

Vor dem Arztgespräch füllen Sie einen schriftlichen Fragebogen aus. Dabei müssen Sie unter anderem Angaben zu Vorerkrankungen machen. Die eigenen Symptome sollten Sie so eindeutig und klar wie möglich beschreiben. Außerdem ist es sinnvoll, die Namen von früher und aktuell verwendeten Medikamenten zu kennen.

Was ist TeleClinic und was bietet TeleClinic?

TeleClinic ist der Deutsche Marktführer der Telemedizin. Das Ziel von TeleClinic ist es, dass Patienten jederzeit und überall eine erstklassige medizinische Versorgung erhalten können – von der Diagnose bis zur Behandlung. TeleClinic arbeitet ausschließlich mit qualifizierten deutschsprachigen Ärzten zusammen. 

Die Plattform der TeleClinic erlaubt es Patient*innen nicht nur, Online-Arztbesuche durchzuführen, es können zusätzlich auch rechtsgültige Rezepte und Krankschreibungen ausgestellt werden.

Quellen

  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/198076/Fernbehandlung-Weg-frei-fuer-die-Telemedizin
  • https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/e/e-health-gesetz.html
  • https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2019-11/digitale-versorgung-gesetz-elektronische-patientenakte-telemedizin
  • https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/telemedizin-wird-in-deutschland-zum-alltag-12990869-p3.html
  • https://e-health-com.de/details-unternehmensnews/teleclinic-fuehrt-elektronische-arbeitsunfaehigkeitsbescheinigung-ein/
  • https://de.statista.com/statistik/daten/studie/459963/umfrage/anteil-der-smartphone-nutzer-in-deutschland-nach-altersgruppe/

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