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ME/CFS: Was ist das chronische Fatigue-Syndrom?


Das chronische Fatigue-Syndrom (auch myalgische Enzephalomyelitis, kurz ME/CFS; veraltet: chronisches Erschöpfungssyndrom) ist eine schwere Krankheit, die ständig müde und erschöpft macht und zudem das Nerven- und Immunsystem beeinträchtigt. Um das Syndrom gibt es immer noch viele Mysterien – lesen Sie hier, was wir schon wissen und welche Fragen noch offen sind.

Wenn Schlaf und Ruhepausen nicht gegen ständige Erschöpfung und Müdigkeit helfen, dann kann das chronische Fatigue-Syndrom (ME/CFS) dahinterstecken. Tatsächlich verursacht ME/CFS mehr als nur Müdigkeit – es handelt sich um eine schwere chronische Erkrankung, die das Nervensystem und das Immunsystem beeinträchtigt.

Die Krankheit äußert sich mit vielen verschiedenen Symptomen und kann so weit gehen, dass Menschen kaum noch am Arbeits- und Sozialleben teilnehmen können und berufsunfähig werden. Ärzt*innen können meist nur die Beschwerden lindern, ursächliche Therapien gibt es noch nicht.

Lesen Sie in diesem Artikel, wie das ME/CFS entsteht und wie häufig es auftritt, welche Symptome typisch sind und wie Diagnose und Behandlung üblicherweise ablaufen.

Was ist das chronische Erschöpfungssyndrom?

ME/ CFS gilt als komplexe sogenannte „Multisystemerkrankung“, die ganz unterschiedliche Bereiche des Körpers betrifft: nach dem derzeitigen Forschungsstand vermutlich das Nervensystem, das Immunsystem und den Energiestoffwechsel der Zellen. Typische Symptome sind Müdigkeit und Erschöpfung schon nach geringer Anstrengung, Muskelschmerzen, Schlafstörungen sowie Konzentrationsschwäche und Gedächtnisprobleme [1] , [2] .

Was durch das Erschöpfungssyndrom genau im Körper passiert, ist nach wie vor nicht klar. Ursachen und Behandlung sind bislang nicht einheitlich festgelegt, auch wenn es mittlerweile verschiedene Systeme von Kriterien für die Diagnose gibt [3] . Neuere Studien weisen darauf hin, dass es beim chronischen Erschöpfungssyndrom zu funktionalen Veränderungen im Gehirn kommt – was bestätigen würde, dass es sich um eine neurologische Erkrankung handelt. Als solche hatte die WHO das Syndrom schon im Jahr 1969 eingeordnet [4] .

Wussten Sie das? Lange wurde ME/CFS vor allem als psychische Krankheit gesehen – das gilt heute weitestgehend als überholt. Viele Fachleute schätzen das Syndrom als neuroimmunologische Erkrankung ein [2] , [5] .

Die Begriffe: Chronisches Erschöpfungssyndrom, CFS, ME/CFS?

Mittlerweile lehnen viele Ärzt*innen und Betroffene den Begriff „Erschöpfungssyndrom“ ab, weil er verharmlosend wirken kann. In der Fachsprache ist häufiger vom chronischen Fatigue-Syndrom (CFS) die Rede. Fatigue steht dabei für das Hauptsymptom der Erkrankung: eine überwältigende und scheinbar grundlose Erschöpfung und Müdigkeit, die sich durch Ruhe und Schlaf nicht bessert. Doch auch diese Bezeichnung ist umstritten, denn manchen Fachleuten zufolge blendet auch der Begriff „CFS“ die vielen weiteren Symptome aus, die bei der Erkrankung auftreten.

Deswegen gibt es einen weiteren Namen für die Krankheit, der unter anderem in Großbritannien und Skandinavien verbreitet ist: myalgische Enzephalomyelitis, kurz ME. Diese Bezeichnung zielt mehr auf die Beschwerden rund um das Nervensystem und die Muskeln ab. Heute werden die beiden Begriffe in der Wissenschaft oft kombiniert – und die Krankheit als ME/CFS bezeichnet.

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Wie häufig ist ME/CFS?

In Deutschland sind nach Schätzungen der Deutschen Gesellschaft für ME/CFS 250.000 Menschen von ME/CFS betroffen [6] . Damit ist das chronische Erschöpfungssyndrom keine seltene Krankheit. Eine Studienanalyse, die sich Daten aus verschiedenen Ländern angesehen hat, legt nahe, dass circa 0,9 Prozent der Menschen unter ME/CFS leiden und dass Frauen bis zu doppelt so häufig betroffen sind wie Männer. Die Häufigkeit genau einzuschätzen ist aber schwierig, da es immer noch verschiedene Definitionen und Diagnosekriterien gibt [7] . ME/CFS tritt meist im Alter von 20 bis 45 Jahren zum ersten Mal auf [2] .

Gut zu wissen: Häufiger als an ME/CFS leiden Menschen unter chronischer Müdigkeit (Fatigue), die durch Lebensstil, Alltagsfaktoren oder Krankheiten bedingt ist. Fatigue ist zum Beispiel eine typische Folge von Krebserkrankungen und Chemotherapie [8] [10] .

Wie entsteht das chronische Erschöpfungssyndrom?

Die genauen Ursachen des chronischen Fatigue-Syndroms sind nach wie vor nicht bekannt. Das Erschöpfungssyndrom tritt häufig – aber nicht immer – plötzlich nach einer Infektion mit Viren auf, zum Beispiel nach einer Herpes-Infektion, einer Grippe, einer Borreliose oder auch Chlamydien. Am häufigsten wird ME/CFS nach einer Infektion mit dem Eppstein-Barr-Virus beobachtet, dem Auslöser des Pfeiffrischen Drüsenfiebers.

Es gibt Theorien, dass die Viren das Zusammenspiel von Nervensystem, Immunabwehr, Hormonen und anderen Körperbereichen durcheinanderbringen und so die Beschwerden des ME/CFS verursachen. Ob die Virusinfekte wirklich der Auslöser des Syndroms sind, ist aber noch nicht klar [11] , [12] .

Infografik mit Risikofaktoren für ME/CFS: Virusinfektionen, Stress, genetische Veranlagung, Verletzungen und Operationen

Welche weiteren Risikofaktoren gibt es?

Weitere Risikofaktoren können chronischer Stress, starke körperliche Belastung sowie Verletzungen und Operationen sein. Auch eine genetische Veranlagung scheint eine Rolle zu spielen, denn die Kinder der Betroffenen oder auch Zwillinge haben ein erhöhtes Risiko, ebenfalls zu erkranken [4] .

Hängt Long-Covid mit ME/CFS zusammen?

Viele Menschen, die eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 hatten, entwickeln später das sogenannte Long-Covid, das ähnliche Symptome aufweist wie das chronische Erschöpfungssyndrom, zum Beispiel Fatigue, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, Muskelschmerzen sowie Schwindel.

Einige Forschende vermuten deshalb – und weil Virusinfektionen generell mit ME/CFS in Verbindung gebracht werden – dass COVID-19 ein möglicher Auslöser sein kann. Im Moment ist aber noch nicht klar, ob das Coronavirus als Auslöser der Krankheit in Frage kommt oder ob sich die Symptome von chronischem Fatigue-Syndrom und Long-Covid nur stark ähneln [13] , [14] .

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Symptome von ME/CFS

Das Hauptsymptom von ME/CFS ist die Fatigue. Damit ist eine überwältigende Müdigkeit, Erschöpfung und körperliche Schwäche gemeint, die den Alltag extrem einschränken kann. Das kann so weit gehen, dass Betroffene berufsunfähig werden oder nicht einmal das Bett verlassen können. Schlaf und Ruhepausen helfen bei CFS-Betroffenen in der Regel nicht gegen die Fatigue.

Zu den weiteren Symptomen von ME/CFS gehören [15] , [16] :

  • Kognitive Einschränkungen, zum Beispiel Konzentrations- und Wortfindungsstörungen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit
  • Schwäche, Schwindel und Herzrasen im Stehen oder Sitzen (orthostatische Intoleranz)
  • Schmerzen in Muskeln, Gelenken und Kopf
  • Schlafstörungen und generell nicht erholsamer Schlaf
  • Häufige Infekte, grippeähnliche Symptome, geschwollene Lymphknoten

Typisch ist, dass sich alle Beschwerden von ME/CFS nach Belastung deutlich verschlimmern – zum Beispiel nach Sport oder körperlicher Arbeit, aber auch nach geistiger Anstrengung. Dieses Phänomen wird auch Post-Exertional Malaise genannt [16] .

Infografik mit ME/CFS-Symptomen: extreme Müdigkeit und Erschöpfung Konzentrationsstörungen, Schwäche und Schwindel im Sitzen und Stehen, Schmerzen, häufige Infekte

Diagnose von ME/CFS

Die Diagnose des chronischen Erschöpfungssyndroms orientiert sich vor allem an den Symptomen. Einheitliche Labortests gibt es derzeit nicht, auch wenn in der Forschung einige Parameter diskutiert werden.

Zu welchen Ärzt*innen soll ich gehen? Als erstes können Sie Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt ansprechen, wenn Sie den Verdacht haben, an CFS zu leiden. Hausärzt*innen können dann an verschiedene Fachrichtungen überweisen, je nachdem, wo die Schwerpunkte Ihrer Beschwerden liegen. Mit dem CFS beschäftigen sich unter anderem manche Fachärzt*innen für Endokrinologie, Immunologie, Schlafmedizin und Neurologie. Es gibt bislang zwei spezialisierte Zentren in Deutschland, eines an der Berliner Charité für Patient*innen aus Berlin und Brandenburg und eines an der Kinderpoliklinik der TU München für Kinder und junge Erwachsene bis 25 Jahre.

Diagnosekriterien für das CFS

Es gibt einige international anerkannte Diagnosekriterien, die Ärzt*innen nutzen können, um Ihre Symptome zu bewerten. Weit verbreitet sind etwa die Kriterien des amerikanischen Institute of Medicine [17] :

  • Die Beschwerden sind chronisch, bestehen also mindestens seit sechs Monaten.
  • Schlaf und Ruhepausen helfen nicht gegen die Erschöpfung.
  • Belastung verschlechtert die Beschwerden (Post-Exertional Malaise).
  • Es liegen neben der Erschöpfung und Müdigkeit auch Konzentrationsstörungen und/oder Schwierigkeiten beim Stehen oder Sitzen vor.

Andere Krankheiten ausschließen

Wichtig: Für die Diagnose sollten Ärzt*innen auch andere Krankheiten ausschließen – Müdigkeit kann zum Beispiel auch von einer unerkannten Schlafstörung kommen. Häufiges Beispiel: die Schlafapnoe. Diese nächtliche Atemstörung bemerken viele Betroffene nicht, obwohl sie den Schlaf empfindlich stört.

Weitere Erkrankungen, die Müdigkeit und Erschöpfung auslösen und die Ärzt*innen oft bei der CFS-Diagnose untersuchen [1] :

  • Krebserkrankungen
  • Diabetes Mellitus
  • Chronische Atemwegserkrankungen wie die COPD
  • Psychische Erkrankungen, zum Beispiel Depressionen
  • Chronisch-entzündliche Erkrankungen, wie Zöliakie oder Multiple Sklerose

Behandlung von ME/CFS

Die Ursachen von ME/CFS sind unklar, und es gibt auch keine einheitliche Behandlung. Wissenschaftler*innen arbeiten gerade daran, Medikamente gegen ME/CFS zu entwickeln, aber bislang gibt es noch keine Wirkstoffe, die die Beschwerden effektiv bekämpfen [5] .

In der Regel arbeiten Ärzt*innen, Therapeut*innen und Betroffene zusammen, um gegen die auftretenden Beschwerden und Folgeerscheinungen vorzugehen, etwa gegen Schlafprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten, Schmerzen und Depressionen. Zu diesem Zweck können gegebenenfalls auch Medikamente verschrieben werden, beispielsweise Schmerzmittel und Antidepressiva. Diese Art der Therapie ist sehr individuell und sollte sich immer nach Ihren persönlichen Beschwerden und Ihrer Situation richten.

Alle Behandlungen, die es im Moment gibt, erzielen in Studien immer wieder widersprüchliche Ergebnisse – dazu gehören vor allem kognitive Verhaltenstherapie, geleitete Bewegungstherapien, das sogenannte Pacing und Nahrungsergänzungsmittel [15] , [18] .

Gut zu wissen: Es gibt im Moment keine Möglichkeit, ME/CFS zu heilen. Allerdings bessern sich die Beschwerden bei manchen Betroffenen mit der Zeit von selbst, in einigen seltenen Fällen verschwinden sie sogar ganz.

Pacing

Viele Expert*innen und Fachgesellschaften empfehlen Betroffenen, auf ihre eigenen Grenzen zu achten – sich also möglichst viel zu bewegen, ohne sich dabei aber zu stark zu belasten und zu erschöpfen. Im Optimalfall lässt sich die Belastungsgrenze so langsam nach oben schrauben. Dieses Austesten und Einhalten der eigenen Grenzen wird auch Pacing genannt. Wie effektiv das Pacing gegen die Beschwerden von ME/CFS ist, ist aber nach wie vor wissenschaftlich nicht bestätigt [19] .

Bewegungstherapie

Studien, die untersuchen, ob geleitete Bewegungstherapie die Beschwerden von CFS/ME verbessert, kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. In einigen Fällen scheint geleitete Bewegung gegen die Fatigue zu helfen, in anderen Studien zeigte sie keinen Effekt. Patientenorganisationen äußern Bedenken, dass zu intensive Bewegungstherapie die Erschöpfung verstärken könnte – mittlerweile empfehlen amerikanische Leitlinien die geleitete Bewegungstherapie nicht mehr [20] .

Aus der Forschung: Eine große Untersuchung aus dem Jahr 2011, die auch PACE-Studie genannt wird und im renommierten Medizin-Journal „The Lancet“ erschien, wird unter Forschenden immer noch kontrovers diskutiert. Die Autor*innen sehen ihre Daten nach wie vor als Beleg dafür, dass Bewegungstherapie und kognitive Verhaltenstherapie gegen ME/CFS helfen, in Kombination mit der Behandlung durch spezialisierte medizinische Fachkräfte. Andere Wissenschaftler*innen kritisieren die Studie als methodisch fragwürdig. Ihnen zufolge könnte das Versteifen auf bisherige, wenig wirksame Therapien die Forschung dabei aufhalten, neue und wirksamere Methoden zu entwickeln [21] , [22] .

Psychotherapie

Unter Fachleuten wird immer noch diskutiert, welchen Anteil die Psyche an der Entstehung von ME/CFS hat. Ob die kognitive Verhaltenstherapie, eine Form der Psychotherapie, dazu beitragen kann, die Beschwerden des Erschöpfungssyndroms zu lindern, ist unklar, Studienergebnisse dazu sind widersprüchlich. Die Verhaltenstherapie soll Betroffenen dabei helfen, Strategien zu erlernen, mit denen Sie ihre Beschwerden im Alltag reduzieren können [21] .

Klar ist allerdings: CSF/ME stellt eine schwere Belastung für die Betroffenen dar und psychische Erkrankungen wie Depressionen werden oft zusammen mit dem Erschöpfungssyndrom beobachtet. In einer britischen Studie hatten 72 Prozent der Proband*innen, die wegen CFS in Behandlung waren, auch eine psychische Erkrankung [23] . Wenn die Krankheit auf Ihre Psyche schlägt, kann es sich also lohnen, sich psychotherapeutische Hilfe zu holen.

Nahrungsergänzungsmittel

Menschen mit ME/CFS haben einen gestörten Energiestoffwechsel der Zellen, der eng damit zusammenhängt, wie wir Nährstoffe verwerten. Doch wie genau die Ernährung und bestimmte Nährstoffe mit dem Verlauf des Syndroms zusammenhängen, ist noch unklar.

Studien dazu, ob Nahrungsergänzungsmittel die Beschwerden bei ME/CFS lindern, kamen zu widersprüchlichen Ergebnissen. In vielen Untersuchungen konnten keine deutlichen Effekte festgestellt werden. Eine Ausnahme ist eine Studie, in der Betroffene eine Kombination der beiden Coenzyme Q10 und NADH erhielten, woraufhin sich die Fatigue-Symptome leicht besserten [5] .

Generell gilt: Wenn Vitamine, Mineralstoffe oder andere Nährstoffe fehlen, ist es sinnvoll, sie durch eine Ernährungsumstellung oder Nahrungsergänzungsmittel gezielt zuzuführen. Es kann sich also lohnen, gezielt auf Nährstoffmängel zu testen und gegebenenfalls gegenzusteuern. Mangelerscheinungen, die in der Forschung mit ME/CFS in Verbindung gebracht werden, betreffen zum Beispiel Mineralstoffe wie Magnesium, Zink und Selen, Vitamin B12 und andere B-Vitamine, die Aminosäure Tryptophan und auch Omega-3-Fettsäuren [24] .

ME/CFS / Chronisches Erschöpfungssyndrom: Auf einen Blick

Wofür steht ME/CFS?

Die Kürzel stehen für Myalgische Enzephalomyelitis und Chronisches Fatigue-Syndrom – beides Begriffe, die Ärzt*innen und Betroffene heute gegenüber „chronischem Erschöpfungssyndrom“ bevorzugen. Die Bezeichnung ME/CFS macht deutlich, dass es neben der Erschöpfung weitere Symptome gibt und dass es sich um eine schwere, komplexe Krankheit handelt.

Wie entsteht ME/CFS?

Vermutlich sind bei ME/CFS das Nervensystem, das Immunsystem und der Energiestoffwechsel der Zellen gestört. Das Syndrom entsteht häufig nach einer Virusinfektion, besonders nach Pfeiffrischem Drüsenfieber. Ob Infektionen wirklich der Auslöser des chronischen Fatigue-Syndroms sind, ist aber noch nicht klar. Auch ob COVID-19 oder Long-Covid zu ME/CFS führen kann, wird noch erforscht.

Was sind die Symptome von ME/CFS?

Das Hauptsymptom des chronischen Fatigue-Syndroms ist eine überwältigende Müdigkeit und Erschöpfung, die schon nach minimaler Belastung eintritt und die durch Ruhepausen und Schlaf nicht besser wird. Diese Fatigue kann so weit gehen, dass Betroffene berufsunfähig oder sogar bettlägerig werden.

Weitere Symptome sind unter anderem Schlafstörungen, Muskel- und Gelenkschmerzen, häufige Infekte, kognitive Einschränkungen und Kreislaufprobleme im Stehen und Sitzen.

Wie wird ME/CFS behandelt?

Ärzt*innen diagnostizieren das chronische Fatigue-Syndrom über die Symptome der Betroffenen. Die Behandlung richtet sich dann nach den genauen Beschwerden – bislang können nur die Symptome therapiert werden, ME/CFS lässt sich derzeit noch nicht heilen.

Alle verfügbaren Therapien, die gegen die Fatigue zum Einsatz kommen, sind umstritten und haben in Studien widersprüchliche Ergebnisse geliefert. Dazu gehören Verhaltenstherapie, Bewegungstherapie, das sogenannte Pacing und Nahrungsergänzungsmittel. Wissenschaftler*innen arbeiten auch an Medikamenten gegen ME/CFS, bislang gibt es aber noch keine effektiven Wirkstoffe.

 

Quellen AT/CH

Zahlen in AT [25]

Zahlen in CH [26]

Quellenangaben

[1]        A. Sapra und P. Bhandari, „Chronic Fatigue Syndrome“, in StatPearls, Treasure Island (FL): StatPearls Publishing, 2021. Zugegriffen: Okt. 04, 2021. [Online]. Verfügbar unter: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK557676/

[2]        M. Cortes Rivera, C. Mastronardi, C. T. Silva-Aldana, M. Arcos-Burgos, und B. A. Lidbury, „Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome: A Comprehensive Review“, Diagn. Basel Switz., Bd. 9, Nr. 3, S. E91, Aug. 2019, doi: 10.3390/diagnostics9030091.

[3]        „About ME/CFS“, National Institutes of Health (NIH), Jan. 06, 2016. https://www.nih.gov/mecfs/about-mecfs (zugegriffen Okt. 04, 2021).

[4]        C. X. Sandler und A. R. Lloyd, „Chronic fatigue syndrome: progress and possibilities“, Med. J. Aust., Bd. 212, Nr. 9, S. 428–433, Mai 2020, doi: 10.5694/mja2.50553.

[5]        P. L. Toogood, D. J. Clauw, S. Phadke, und D. Hoffman, „Myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome (ME/CFS): Where will the drugs come from?“, Pharmacol. Res., Bd. 165, S. 105465, März 2021, doi: 10.1016/j.phrs.2021.105465.

[6]        „Deutsche Gesellschaft für ME/CFS“, Deutsche Gesellschaft für ME/CFS. https://www.mecfs.de/ (zugegriffen Okt. 07, 2021).

[7]        E.-J. Lim, Y.-C. Ahn, E.-S. Jang, S.-W. Lee, S.-H. Lee, und C.-G. Son, „Systematic review and meta-analysis of the prevalence of chronic fatigue syndrome/myalgic encephalomyelitis (CFS/ME)“, J. Transl. Med., Bd. 18, S. 100, Feb. 2020, doi: 10.1186/s12967-020-02269-0.

[8]        L. A. Jason u. a., „A community-based study of chronic fatigue syndrome“, Arch. Intern. Med., Bd. 159, Nr. 18, S. 2129–2137, Okt. 1999.

[9]        C. H. Kim, H. C. Shin, und C. W. Won, „Prevalence of chronic fatigue and chronic fatigue syndrome in Korea: community-based primary care study“, J. Korean Med. Sci., Bd. 20, Nr. 4, S. 529–534, Aug. 2005, doi: 10.3346/jkms.2005.20.4.529.

[10]      D. O. Ho-Yen und I. McNamara, „General practitioners’ experience of the chronic fatigue syndrome“, Br. J. Gen. Pract. J. R. Coll. Gen. Pract., Bd. 41, Nr. 349, S. 324–326, Aug. 1991.

[11]      R. Mayou, „Chronic fatigue syndrome. Report of a joint working group of the royal colleges of physicians, psychiatrists and general practitioners“, J. Psychosom. Res., Bd. 42, Nr. 6, S. 625–626, Juni 1997, doi: 10.1016/S0022-3999(97)89896-0.

[12]      „Chronic fatigue syndrome - Symptoms and causes“, Mayo Clinic. https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/chronic-fatigue-syndrome/symptoms-causes/syc-20360490 (zugegriffen Feb. 05, 2019).

[13]      P. Wostyn, „COVID-19 and chronic fatigue syndrome: Is the worst yet to come?“, Med. Hypotheses, Bd. 146, S. 110469, Jan. 2021, doi: 10.1016/j.mehy.2020.110469.

[14]      S. Poenaru, S. J. Abdallah, V. Corrales-Medina, und J. Cowan, „COVID-19 and post-infectious myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome: a narrative review“, Ther. Adv. Infect. Dis., Bd. 8, S. 20499361211009384, Apr. 2021, doi: 10.1177/20499361211009385.

[15]      „What is ME/CFS? | Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome (ME/CFS) | CDC“, Jan. 18, 2019. https://www.cdc.gov/me-cfs/about/index.html (zugegriffen Feb. 05, 2019).

[16]      „Was ist ME/CFS? – Deutsche Gesellschaft für ME/CFS“. https://www.mecfs.de/was-ist-me-cfs/ (zugegriffen Okt. 06, 2021).

[17]      Committee on the Diagnostic Criteria for Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome, Board on the Health of Select Populations, und Institute of Medicine, Beyond Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome: Redefining an Illness. Washington (DC): National Academies Press (US), 2015. Zugegriffen: Okt. 04, 2021. [Online]. Verfügbar unter: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK274235/

[18]      Baum, E. et al., „Müdigkeit - S3-Leitlinie, AWMF-Register-Nr. 053-002, DEGAM-Leitlinie Nr. 2“, 2017.

[19]      C. Scheibenbogen, K. Wittke, L. Hanitsch, P. Grabowski, und U. Behrends, „Chronisches Fatigue Syndrom / CFS“, S. 5.

[20]      L. Larun, K. G. Brurberg, J. Odgaard-Jensen, und J. R. Price, „Exercise therapy for chronic fatigue syndrome“, Cochrane Database Syst. Rev., Bd. 4, S. CD003200, Apr. 2017, doi: 10.1002/14651858.CD003200.pub7.

[21]      C. E. Wilshire und T. Kindlon, „Response: Sharpe, Goldsmith and Chalder fail to restore confidence in the PACE trial findings“, BMC Psychol., Bd. 7, S. 19, März 2019, doi: 10.1186/s40359-019-0296-x.

[22]      P. D. White u. a., „Comparison of adaptive pacing therapy, cognitive behaviour therapy, graded exercise therapy, and specialist medical care for chronic fatigue syndrome (PACE): a randomised trial“, Lancet Lond. Engl., Bd. 377, Nr. 9768, S. 823–836, März 2011, doi: 10.1016/S0140-6736(11)60096-2.

[23]      M. Oyesanya, „Chronic Fatigue syndrome (CFS) is an illness primarily characterised by sustained, debilitating fatigue lasting for more than 6 months which is associated with significant functional impairment and has no apparent medical cause“, S. 13.

[24]      G. Bjørklund, M. Dadar, J. J. Pen, S. Chirumbolo, und J. Aaseth, „Chronic fatigue syndrome (CFS): Suggestions for a nutritional treatment in the therapeutic approach“, Biomed. Pharmacother., Bd. 109, S. 1000–1007, Jan. 2019, doi: 10.1016/j.biopha.2018.10.076.

[25]      ME/CFS Hilfe Österreich, „ME/CFS HILFE“, ME/CFS Hilfe Österreich. https://cfs-hilfe.at/ (zugegriffen Okt. 07, 2021).

[26]      „ME/CFS Verein Schweiz“, ME/CFS Verein Schweiz. https://www.mecfs.ch (zugegriffen Okt. 07, 2021).

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